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Lehrerbedrohungen und Polizeieinsätze an Schule im MK

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Von: Georg Dickopf

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An der Geschwister-Scholl-Realschule in Plettenberg  gab es zuletzt mehrere Polizeieinsätze. Eine Gefährdung für die Schule liege laut Polizei aber nicht vor. Als Konsequenz nach Gewaltandrohungen eines Schülers war die Mottowoche komplett abgesagt worden.
An der Geschwister-Scholl-Realschule in Plettenberg gab es zuletzt mehrere Polizeieinsätze. Eine Gefährdung für die Schule liege laut Polizei aber nicht vor. Als Konsequenz nach Gewaltandrohungen eines Schülers war die Mottowoche komplett abgesagt worden. © Dickopf

Nach dem schrecklichen Amoklauf an einer Grundschule in Texas, bei dem 21 Menschen starben und dem Amoklauf mit drei Verletzten und einem Todesopfer an der Hochschule Hamm-Lippstadt, kam es an der Geschwister-Scholl-Realschule zu Polizeieinsätzen, die möglicherweise Schlimmeres verhinderten.

Plettenberg - Vorausgegangen war dem Polizeieinsatz am 3. Juni um 8.20 Uhr „eine kollektive Strafandrohung durch einen 17-jährigen Plettenberger“. Der Schüler hatte sich laut Polizei in einer Chatgruppe in den sozialen Medien in Richtung der Lehrer der Schule entsprechend geäußert. Nachdem die Schulleiterin Monika Storm davon erfuhr, beriet sie sich am Freitag vor dem Pfingstwochenende mit Lehrerkollegen und der Polizei.

17-Jährigen aus dem Klassenraum geholt - dann zur Polizeiwache

Wie deren Sprecher Lorenz Schlotmann auf Anfrage unserer Zeitung betonte, sei die Polizei anschließend im Klassenraum aufgetaucht, habe den 17-jährigen Plettenberger aus dem Unterricht geholt und ihn mit zur Polizeiwache genommen. Dort habe dann eine sogenannte „Gefährderansprache“ stattgefunden, ehe der Schüler der Abschlussklasse, der gegenüber der Polizei von einem „Scherz“ gesprochen habe, seinen Eltern übergeben wurde.

Gegen ihn wurde laut Schlotmann „Anzeige wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat“ erstattet.

Schulleiterin Monika Storm hielt sich zu dem konkreten Vorfall bedeckt und verwies auf die noch „laufenden Ermittlungen“. Sie bestätigte aber, dass als Konsequenz die Mottowoche der Abschlussschüler gestrichen wurde. Entgegen anderslautender Gerüchte werde die geplante Schulentlassfeier aber im geplanten Rahmen am Mittwoch, 15. Juni, um 10.45 Uhr in der Böddinghauser Aula stattfinden.

Elternbrief verschickt

In einem Elternbrief, der der Redaktion vorliegt und am Montagnachmittag verschickt wurde, äußert sich Storm wie folgt und berichtet von einem weiteren Polizeieinsatz: „Nach der unerfreulichen Vorgeschichte im Zusammenhang mit der Mottowoche hat es heute (Anm. d. Red: Am Montag, 13. Juni) erneut einen Vorfall gegeben. Die Schulleitung hat sich in diesem Zusammenhang erneut mit der Polizei beraten. Diese hat dann eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt und festgestellt, dass für unsere Schulgemeinde keine Gefährdung vorliegt. Dennoch hat die Polizei zugesagt, am Dienstag und Mittwoch verstärkt im schulischen Umfeld Streife zu fahren“, so Storm, die sich abschließend wie folgt äußerte: „Solche, als ,Scherz’ gemeinten Aktionen sind extrem unsolidarisch der ganzen Schulgemeinde gegenüber.“

In ihrer dreijährigen Tätigkeit als Leiterin der Realschule habe es solche Vorkommnisse und eine Absage der Mottowoche noch nicht gegeben. Auf die Frage, wie die Schüler reagiert hätten, sagte Storm: „Mit Verständnis, Unmut und Traurigkeit.“ Schon vor Kurzem kam es zu einem ähnlichen Polizeieinsatz in Bielefeld. Der Grund: Eine mögliche Amoktat.

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