Kitas müssen zum Martinsfest umplanen

Laternen-Umzüge in Plettenberg: Wo sie stattfinden und wo nicht

Wegen der Corona-Pandemie finden in diesem Jahr keine Martinsumzüge statt.
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Keine Umzüge zu Sankt Martin: Wegen der Corona-Pandemie können die üblichen Umzüge in diesem Jahr nicht stattfinden.

Laternen zu St. Martin zu basteln, gehört für Kindergartenkinder in jedem Jahr fest dazu. Gebastelt wird zwar auch in diesem Jahr, doch das Martinsfest wird wegen Corona nur intern in den Kitas gefeiert, ohne Eltern. Größere Martinsumzüge finden nicht statt. Ein Überblick.

Plettenberg – Laternen zu St. Martin zu basteln, gehört für Kindergartenkinder in jedem Jahr fest dazu. Gebastelt wird zwar auch in diesem Jahr, doch das Martinsfest wird wegen Corona nur intern in den Kitas gefeiert, ohne Eltern. Größere Martinsumzüge finden nicht statt. Ein Überblick.

St. Laurentius

Einen Umzug, wenn auch in verkleinerter und interner Form, plant die Katholische Kita St. Laurentius. Traditionell führen die Eltern das Martinsspiel in der Kirche auf, doch in diesem Jahr findet die Feier ohne Eltern und draußen auf dem Platz vor der Kirche statt, wie Kita-Leiterin Karin Florath erklärt. „Dort werden die Pfadfinder das Martinsspiel aufführen, anschließend gehen wir mit den Kindern durch den Böhler Park; dabei werden uns die Pfadfinder mit Fackeln begleiten.“

Im Anschluss an die kleine Runde werden die Kinder dann von ihren Eltern in Empfang genommen. Dass die Eltern nicht dabei sein könnten wie gewohnt, sei wirklich traurig, so Florath. In diesem Jahr soll den Kindern der Aspekt des Teilens aus der Martinslegende auf andere Weise nähergebracht werden, nämlich dass sie selbst etwas teilen, z.B. ein Spielzeug oder Lebensmittel, die dann der Tafel zugutekommen.

Kita St. Johann Baptist

In der Kita St. Johann Baptist geht es in einer Aktion des Bonifatiuswerks namens „Wer teilt, gewinnt“ ebenfalls um den Aspekt des Teilens. Die Feiern zum Martinsfest werden auch hier nur gruppenweise stattfinden. „Wir werden mit den selbstgebastelten Laternen in kleinen Gruppen in die Kirche gehen“, sagt Julia Herrmann. Dort spielen die Erzieherinnen die Martinslegende, bevor es im Anschluss in der Einsichtung eine Brezel gibt. Da die Eltern bei der internen Feier nicht dabei sein können, bekommen sie noch Anregungen, wie sie zuhause das Martinsfest mit ihren Kindern begehen können.

Kita Mittendrin

„Es gibt auf keinen Fall einen Umzug wie sonst“, sagt auch Sandra Becker, Leiterin des Evangelischen Familienzentrums Mittendrin. Gefeiert werden soll intern – und leider ohne Eltern – auf Gruppenebene, wobei noch unklar ist, ob die Feiern auf unterschiedliche Tage aufgeteilt werden. Das Laternenbasteln ist aber ein Muss. „Uns ist wichtig, dass die Kinder das auf jeden Fall erleben“, sagt Becker.

Die Kitas in Plettenberg feiern in diesem Jahr ohne große Laternenumzüge. (Symbolbild).

Kita Eiringhausen

Auch im Evangelischen Familienzentrum Eiringhausen basteln die Erzieherinnen mit den Kindern Laternen, die in der Einrichtung ausgestellt und präsentiert werden sollen, aber nicht nur das. „Wahrscheinlich werden wir die morgendliche Dunkelheit für einen Sankt-Martins-Spaziergang nutzen“, sagt Erzieherin Nadya Moesch, auch wenn noch offen sei, ob auch die U3-Kinder dabei mitmachen sollen. Nach dem Spaziergang soll es dann ein Brezelfrühstück geben. „Wir wollen den Kindern das nicht vorenthalten.“

Kitas Eschen

Auf dem Eschen gibt es traditionell einen gemeinsamen Umzug der Eschenschule und zweier Kitas, dem städtischen Familienzentren Eschen und dem DRK-Familienzentrum Am Saley, aber nicht in diesem Jahr. „Wir haben immer einen großen Umzug gestartet, das können wir mit den vielen Personen in diesem Jahr nicht leisten“, sagt Ilka Trauzettel, Leiterin des Familienzentrums Eschen. Dabei die nötigen Abstände einzuhalten, sei nicht umsetzbar. Deswegen wird es eine interne Feier geben.

„Wir basteln aber mit den Eltern in ganz kleinen Gruppen die Laternen“, sagt Ilka Trauzettel. Maximal vier Kinder mit je einer Begleitperson können dann in einem großen Raum unter Einhaltung der nötigen Corona-Regeln basteln. Da schon so viele gemeinsame Aktionen ausfallen mussten, sollten die Eltern zumindest zusammen mit den Kindern die Laternen basteln können. Denn an dem kleinen Umzug, den man auf dem inzwischen vergrößerten Außengelände der Kita mit den Kindern machen wolle, könnten sie nicht dabei sein.

Dass der große Umzug am Eschen ausfällt, bedauert auch Claudia Stahlhacke, Leiterin des DRK-Familienzentrums Am Saley. Auch dort wird es eine kleine Martinsfeier in den einzelnen Gruppen geben, bei dem die Kinder ein Martinsspiel zu sehen kriegen und anschließend eine Brezel bekommen. Eventuell würden aber am 12. November einige die Kinder mit ihren Laternen zum Hof des Altenheims St. Josef gehen, denn wegen Corona habe auch das gemeinsame Projekt U7 – Ü70 von Kita und Seniorenheim nicht stattfinden können, so Stahlhacke. So soll mit dem Besuch nach St. Martin den Senioren eine kleine Freude bereitet werden.

Kitas und DG Ohle

In der DRK-Kita „Anneliese Pfeiffer“ in Ohle muss sich Leiterin Diana Neuhaus mit ihrem Team noch überlegen, wie in der Einrichtung St. Martin gefeiert werden soll. Denn der Umzug der Dorfgemeinschaft Ohle, an dem sich die Kita in den Vorjahren beteiligt hat, fällt in diesem Jahr aus.

„Wir haben darüber gesprochen und die Vor- und Nachteile abgewägt“, sagt Uwe Boese, der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Ohle. Die Entscheidung, die Veranstaltung in diesem Jahr ausfallen zu lassen, fiel bei einer Sitzung des Vorstands äußerst knapp aus. Es habe vier Stimmen dafür gegeben, den Umzugs durchzuführen, fünf stimmten dagegen, drei enthielten sich, womit die Veranstaltung Corona-bedingt nun leider ausfallen muss, so Boese: „Es geht nicht anders.“ Schließlich wisse man nicht, wie sich das Infektionsgeschehen weiter entwickelt.

Bei der Kita Junior hat man dagegen eine Lösung gefunden, um trotz Corona einen Umzug zu veranstalten, der dem normalen Martinsfest möglichst nahekommt. „Die Kinder werden wenig von St. Martin erleben in diesem Jahr“, sagt Träger Thomas Junior. Auf den üblichen Umzug mit Eltern habe man nach Rücksprache mit der Stadt verzichtet, da man die Teilnehmerzahl nicht unter 100 Personen hätte halten können.

Trotzdem soll am 11. November vormittags ein Umzug nur für die Kinder stattfinden, und zwar auf dem Gelände des Kita-Standorts in Köbbinghausen. Mit einem Bus sollen die Kinder aus Ohle dorthin gefahren werden, erklärt Junior. „Dort werden wir auf dem Gelände für die Kinder einen gemeinsamen Umzug machen – mit Pferd, Mantelteilung und Brezeln –, aber nach Gruppensettings getrennt.“ Das dortige Gelände sei groß genug, um dies so durchzuführen.

Weitere Kitas

Die anderen städtischen Kitas – also die Familienzentren Stadtmitte und Oestertal und die Kitas Himmelmert, Holthausen und Kunterbunt – planen interne Feiern. „Das Risiko ist einfach zu groß“, sagt etwa Aliye Özdemir, stellvertretende Leitung im städtischen Familienzentrum Stadtmitte, für ihre Einrichtung.

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