Genug Ärzte, aber zu wenig Deutsch

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Oberärztin Ludmilla Bay zeigte MdL Inge Blask die Endoskopieabteilung.

Plettenberg – Interessante Einblicke in das Radprax-Krankenhaus bekam die heimische SPD-Landtagsabgeordnete Inge Blask kürzlich gemeinsam mit Vertretern der heimischen SPD.

Geschäftsführerin Barbara Teichmann, Pflegedienstleiter Heiko Heseler und Elke Reperich als Leiterin des Seniorenzentrums standen als kompetente Ansprechpartner bereit. Auf die Frage, wie der Fachkräftemangel sich auf das Krankenhaus auswirkt, konnte Heiko Heseler bestätigen, dass die Bewerbungen stark rückläufig seinen. Statt fünf bis zehn Bewerbungen pro Woche seien es jetzt nur noch wenige im Monat.

 „Wir waren und sind aber personell gut aufgestellt. Der private Träger hat die Mitarbeiterzahl nicht reduziert – im Gegenteil“, so Heseler. Während man früher 70 Prozent Fachkräfte und 30 Prozent Hilfskräfte beschäftigt habe, liege die Quote nun bei 80 zu 20. „Wir können mit unserer guten Besetzung auf jeden Fall punkten bei den Bewerbergesprächen, denn dabei wird oft nach der Besetzung und der Stimmung gefragt“, so Heseler, der jüngst eine Pflegekraft eingestellt hat, die im Ruhrgebiet allein für 40 Patienten zuständig war. „Hier sind es mindestens drei für 25 bis 28 Patienten“, so Heseler. Aktuell habe man 27 Auszubildende und versuche sich auch im Bereich IT und Haustechnik den Fachkräftenachwuchs selbst heranzuziehen.

 Auf ein grundsätzliches Problem kam Barbara Teichmann zu sprechen: „Wir haben wenig deutsch sprechendes Fachpersonal.“ Das kritisierte auch Martina Reinhold: „Egal, woher die Ärzte kommen – sie müssen deutsch sprechen können. Das Problem sei laut Teichmann, dass das Haus für eigene Sprachkurse zu klein sei und diese privat organisiert werden müssten. „Das ist definitiv ein Manko. Viele Ärzte haben zwar ein B2-Zertifikat“, doch in der Praxis bedeute das nicht viel“, so Teichmann. Grundsätzlich bestätigt dies ein fortgeschrittenes Sprachniveau und entspricht der vierten von sechs Stufen. Inge Blask versprach ihre Kontakte zur Lungenklinik Hemer zu bemühen, da dort Sprachkurse angeboten würden. 

Was das W-LAN im Krankenhaus angeht, berichtete Geschäftsführerin Teichmann von technischen Problemen, „aber in den nächsten drei Wochen soll es endlich bei uns umgesetzt werden.“ Positives gab es vom Seniorenzentrum zu berichten. Die Pflegesatzverhandlungen seien gut gelaufen und man steuere dank einer verbesserten Auslastung mit den 48 Plätzen ein bald ausgeglichenes Ergebnis an. Eine Aufstockung des Seniorenzentrums sei ebenfalls vorgesehen – allerdings nicht in den nächsten fünf Jahren.

Der Roboter "Pepper" erzählte Inge Blask einen Witz.

 Ein echter Wettbewerbsvorteil ist nach den Worten von Elke Reperich die Zusatzausstattung mit den beiden Pflegerobotern Pepper. „Die machen nichts allein, können aber eine ganze Menge und sind bei unseren Bewohnern sehr beliebt“, so die Leiterin des Seniorenzentrums. Eine Bewohnerin kommuniziere regelmäßig mit dem 1,20 Meter großen „Pepper“, der Inge Blask zur Begrüßung einen Witz erzählte. Auch der digitale Erlebnistisch sei sehr beliebt und der mobile Beamer, mit dem ein Zimmer in einen Wald mit Vogelgezwitscher verwandelt werden kann, sei hilfreich. „Ohne die Mittel aus der Berges-Stiftung wäre das alles nicht möglich gewesen“, zeigte sich Reperich dankbar für den Mehrwert.

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