Mitgliederversammlung der SPD

Landratskandidat stellt sich bei Plettenberger SPD vor

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Kandidat um das Landratsamt: Volker Schmidt (rechts) stellte sich bei der Versammlung der Plettenberger SPD vor. Links Sitzungsleiter Stefan Langenbach.

Plettenberg – Bei der Mitgliederversammlung der SPD stellte sich am Mittwoch Volker Schmidt, der im kommenden Jahr für das Amt des Landrats kandidieren möchte, bei den Plettenberger Sozialdemokraten vor. Dabei kamen unter anderem die Themen Strukturwandel und Digitalisierung, ÖPNV und Gesundheitsversorgung zur Sprache.

Mit Volker Schmidt wolle man einen geeigneten, kompetenten Nachfolger für Amtsinhaber Thomas Gemke finden, sagte Sitzungsleiter und Schriftführer Stefan Langenbach eingangs. Zunächst standen bei dem Treffen im Awo-Haus allerdings Wahlen auf der Tagesordnung. Für die Delegiertenkonferenz zur Aufstellung des Landratskandidaten und die Delegiertenkonferenz zur Aufstellung der Kreistagskandidaten wählte die Plettenberger SPD vier Vertreter: Barbara Benner, Corina Adolphy, Renate Chowanetz und Dirk Finder wurden als Delegierte gewählt, Uwe Boese, Thomas Jampe, Stefan Langenbach und Bernd Paulus als Ersatzdelegierte.

Im Anschluss an die Wahlen stellte sich Volker Schimdt den versammelten SPD-Mitgliedern vor. Der 63-Jährige, selbst fast 25 Jahre Parteimitglied, begann 1979 als Beamter beim Märkischen Kreis. Dort habe er viele unterschiedliche Bereiche kennengelernt, seit einiger Zeit ist er dort Fachbereichsleiter für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz. „Ich stehe für einen menschlichen Umgang, versuche alle zu beteiligen und allen zuzuhören“, sagte Schmidt.

Veränderungen durch Digitalisierung

Im Gespräch mit den SPD-Mitgliedern nannte Schmidt zuallererst den Strukturwandel, der durch Digitalisierung und Elektromobilität auf Südwestfalen zukomme, als eine wichtige Aufgabe. Angesichts von 500 Betrieben in der Sparte der Automobil-Zulieferer in der Region müsse man diesen Prozess begleiten. „Mit der Digitalisierung wird sich vieles verändern“, sagte Schmidt. Es gehe dabei um ganz andere Dimensionen als bei bisher bekannten Automatisierungsprozessen.

Man werde angesichts der Veränderungen auch Hilfe von außen brauchen, betonte Wolfgang Rothstein. „Wir müssen den Märkischen Kreis als lebens- und liebenswerte Region erhalten, und dabei geht es auch um Arbeitsplätze“, ergänzte Schmidt. „Wir müssen gucken, dass wir die Arbeitsplätze hier halten.“

Beim ÖPNV habe man als Landrat ebenfalls Steuerungsmöglichkeiten. Wenn man Menschen davon überzeugen wolle, das Auto in der Garage zu lassen, müsse es entsprechende Busverbindungen geben. „Wir müssen das Angebot ausweiten und intensivieren“, sagte Schmidt. Dazu müsse die MVG aber auch entsprechend finanziell ausgestattet sein. Die MVG müsse ihre Angebote allerdings auch besser kommunizieren und ihr Image verbessern, hieß es aus Reihen der Plettenberger SPD.

Angesprochen wurde auch der Klimaschutz, unter anderem die Schwierigkeiten beim Windkraftausbau durch Klagen. Klimaschutz könne nur mit den Menschen gelingen, nicht gegen sie, sagte Schmidt.

Noch viel zu tun im Bereich Gesundheit

Zum Thema Gesundheitsversorgung sagte Schmidt, dass es hier in den nächsten Jahren noch viel zu tun gebe: „Die Anzahl der älteren Menschen steigt und wir sind nicht überall so aufgestellt, wie wir es sein müssen.“ Positiv hob er allerdings das Gesundheits- und Pflegenetzwerk Plettenberg-Herscheid hervor, das sehr gut funktioniere. „Es ist ein Musterbeispiel dafür, wie es auch in anderen Gemeinden gelingen kann.“

Beim Thema Hausärzte gehe es, wie beim Thema Fachkräftemangel insgesamt, stärker damit zu werben, was die Region zu bieten hat. „Wir müssen als Region lauter werden und unsere Vorteile herausstellen: Eine Industrieregion, wo man naturnah, gut und preiswert leben kann.“

Dabei sei es allerdings wichtig, vom Kirchturmdenken wegzukommen und über Stadt- und Kreisgrenzen hinaus zu kooperieren. Denn nur gemeinsam habe man in der Regionale 2025 auch Aussicht auf Fördermittel. „Wir müssen als kommunale Familie zusammenhalten.“

Politische Stütze für Landrat

Angesprochen auf die Gestaltungsspielräume, die er als Landrat habe, sagte Schmidt, dass man zwar Impulse geben könne, die großen Entscheidungen allerdings im Kreistag getroffen würden. Ohne politische Stützen im Rat könne man als Landrat nicht viel bewegen, sagte er: „Ohne eine SPD-Mehrheit wird es schwierig.“ Deswegen gehe es für die SPD auch darum, sich positiver darzustellen, sich nicht nur mit Fehlern der Vergangenheit zu befassen und intern zu zerstreiten, sondern zukunftsrelevante Themen in den Vordergrund zu bringen – da waren sich Schmidt und die Plettenberger Sozialdemokraten einig.

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