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Ende einer Kult-Kneipe im MK: „Licht aus“ im Holzwurm

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Von: Georg Dickopf

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Das Holzwurm-Team am Abschlussabend mit Mattia del Gaudio (links) sowie den langjährigen Pächtern Birgül und Musa Akdogan (rechts).
Das Holzwurm-Team am Abschlussabend mit Mattia del Gaudio (links) sowie den langjährigen Pächtern Birgül und Musa Akdogan (rechts). © Privat

Ende Dezember gingen im Holzwurm die Lichter aus. Draußen war es schon wieder hell, doch das ist nicht ungewöhnlich, denn wenn in Plettenberg am Wochenende sonst nirgendwo mehr etwas ging, dann gab es da noch den Holzwurm – eine Mischung aus Bar, Club, Kneipe und Diskothek.

Plettenberg - Und dort wurde gerne lange gefeiert. So auch am letzten Abend unter der Leitung des Ehepaars Birgül und Musa Akdogan.

„Wir wollten altersbedingt einfach nicht mehr, denn wir haben den Holzwurm fast 20 Jahre geführt“, sagte Birgül Akdogan, deren Kinder früher häufig aushalfen. „Unsere Kinder sind jetzt groß und es gibt Enkelkinder. Aber für die hatten wir wenig Zeit, weil wir am Wochenende immer arbeiten mussten“, sagt die Holzwurm-Chefin, die den Betrieb mit ihrem 61-jährigen Mann hauptberuflich führte und sich jetzt auf mehr Zeit mit der Familie freut.

„An ein geordnetes Leben am Wochenende werden wir uns erst einmal gewöhnen müssen. Es war zuletzt wirklich schwer, alles unter einen Hut zu bekommen“, sagt Akdogan, die fast immer erst in den Morgenstunden die Tür des Holzwurms abschloss.

„Für Plettenberg und vor allem für die jüngeren Leute waren wir eine gute Anlaufstelle“, weiß die 56-Jährige, die freitags und vor allem samstags immer viele Gäste begrüßen konnte.

Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie sei die Weihnachtszeit immer besonders gut gewesen. Doch an die Corona-Zeit hat sie wenig gute Erinnerungen. „In 2020 mussten wir fast sieben Monate schließen, in 2021 ein halbes Jahr. Das war nicht einfach, aber wir haben durchgehalten und wollten den Laden nicht einfach so aufgeben“, sagt die Wirtin, die in den letzten Wochen des Jahres noch einmal viele Stammgäste begrüßen konnte. Die beliebtesten Getränke in der stadtzentral gelegenen Bar waren Whiskey-Cola sowie Jägermeister- und Wodka-Energy.

„Wir hatten eine gute Zeit hier. Es war ein harter Job, aber es hat auch Spaß gemacht“, sagte die Plettenbergerin, die den Holzwurm einst von Ioannis Spais übernahm und danach einige Änderungen und Modernisierungen vornahm, eine Frischluftanlage installierte und auch die Theke erneuerte.

Nach ihrem Abschied hofft sie nun, dass sich für den Holzwurm ein neuer Pächter findet. Die Chancen sollen gut stehen. Im Gespräch ist ein italienischstämmiger Plettenberger, der den Holzwurm in die Zukunft führen will.

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