Anwohner der Prinzstraße haben Bedenken

Kritik an geplantem Mendritzki-Bau

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Das neue Mendritzki-Logistikzentrum soll am unteren Bildrand entstehen, was die Anwohner der Prinzstraße (rechts) kritisch sehen.

Plettenberg – Die Stadt Plettenberg ist mit der Industrie fest verzahnt. Für die Anwohner ist dies mitunter mit Einschnitten und Beeinträchtigungen verbunden. So erklärt sich wohl auch das große Interesse der Bürger an der öffentlichen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

Dort war am Dienstag unter anderem die geplante Erweiterung der Firma Mendritzki (Werk 2) Diskussionsthema. Das heimische Unternehmen möchte im Frühjahr 2020 auf dem angrenzenden ehemaligen Sportplatz ein Logistikzentrum bauen.

 James Rice kritisierte eingangs zunächst das Prozedere der Einwohnerfragestunde, über das in der nächsten Ratssitzung diskutiert werden soll. „Es tut weh, wenn man in der Sitzung etwas hört und nicht mehr fragen darf“, brachte der Plettenberger die Problematik auf den Punkt. Was den Erweiterungsbau angeht, wünschte er sich eine Rückversetzung des Baukörpers. „Der Anbau kommt bei der jetzigen Planung bis auf drei Meter an mein Grundstück heran“, sagte Rice, der sich diesbezüglich mehr gegenseitige Rücksichtnahme wünscht. 

„Das Motto in Plettenberg lautet zumeist: Von der Industrie leben wir, aber der Bürger lebt auch noch in Plettenberg“, gab Rice zu bedenken. Ulrike Eger wollte wissen, ob alle großen Bäume für die Firmenerweiterung und die damit verbundene Bachverlegung weichen müssen. Ja, es müssen einige Bäume gefällt werden, sagte Bürgermeister Ulrich Schulte. Dafür werde der Elsebach aufgewertet, der „mäandernd in Richtung Plettenberg umgelegt werden soll“. Zur Versachlichung der Diskussion stellte Planungsamtsleiter Till Hoffmann zusätzlich die Planung vor und erläuterte anschaulich, warum der Anbau höher ausfällt als das daran angrenzende Firmengebäude. Dies sei durch die neue Ladestraße notwendig. Dadurch werde sich aber die Schallbelastung voraussichtlich verringern, weil die Lkw-Ladevorgänge zukünftig nicht mehr unter freiem Himmel im Innenhof des Werkes stattfinden sollen. 

Stattdessen sind sie in der neu gebauten Halle geplant, die auf einem Großteil des ehemaligen Sportplatzes Katzenbusch gebaut wird – mit der Möglichkeit für eine weitere Erweiterung. Was den Radweg angeht, werde eine neue Trasse unterhalb des Straßenniveaus geplant. Die Straße An der Elsemühle soll verbreitert werden, um Begegnungsverkehr leichter zu ermöglichen. „Wir sind eine verhältnismäßig große Industriestadt. Das hat für die Bewohner auch Nachteile, aber wir leben von der Industrie, von den Arbeitsplätzen und den Steuereinnahmen“, gab CDU-Ratsherr Klaus Ising zu verstehen. Dennoch gelte es, die Konflikte möglichst gering zu halten. 

Helfen soll dabei auch ein Anliegergespräch zwischen der Firma Mendritzki und den Anwohnern, an dem auch einige Kommunalpolitiker teilnehmen sollen. Ein solches Gespräche werde man anstreben, versicherte Bürgermeister Ulrich Schulte, der dabei auch die vom Uwe Meister (CDU) angeregte Dach- und Fassadenbegrünung des Erweiterungsbaus zur Sprache bringen will. Abschließend wurde im Haupt- und Finanzausschuss einstimmig die öffentliche Auslegung des Planentwurfs beschlossen. Darin bezieht die Stadt Stellung zu diversen Kritikpunkten von Bürgern, einer Interessengemeinschaft und den Trägern öffentlicher Belange.

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