Krankenhaus verliert Gemeinützigkeit

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Ein Teil der Mitglieder des Fördervereins war am Dienstag zur Jahreshauptversammlung gekommen und stimmte zu, dass der Verein seine Arbeit wie bisher ausrichten sollte, solange das Krankenhaus weiterhin Verluste macht.

Plettenberg -  Ab dem 1. Januar wird das Plettenberger Krankenhaus nicht mehr gemeinnützig sein. Für den Förderverein bedeutet dies zum einen eine Satzungsänderung und zum anderen, dass dieser zwar noch Geld sammeln kann, aber nicht mehr für gemeinnützige Zwecke.

Der Grund für die Änderung ist, dass das Krankenhaus im Laufe des kommenden Jahres in das Gesamtunternehmen Radprax eingegliedert wird. Da das Gesamtunternehmen auf Gewinn ausgerichtet ist, kann das Plettenberger Krankenhaus als Teil davon dann nicht mehr gemeinnützig sein. Gleiches gilt für den Förderverein mit seinen über 1200 Mitgliedern, der zum Krankenhaus gehört. Die Folge ist, die Einnahmen des Vereins müssen bis zum Ende des Jahres ausgegeben werden, da sie danach nicht mehr gemeinnützig verwendet werden können, aber mit der Begründung der Gemeinnützigkeit angesammelt wurden.

Damit das Vereinsvermögen, das bis dahin übrig bleiben sollte, weiterhin in diesem Sinne verwendet werden kann, wurde in der Jahreshauptversammlung am Dienstag die Satzung geändert, sodass das Geld in diesem Fall an die Stadt Plettenberg geht. Diese muss dies dann unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige Zwecke verwenden.

Der Vorsitzende des Fördervereins, Walter Stahlschmidt

Der Förderverein wird sich dann jedoch nicht auflösen, auch wenn man befürchtet, dass in Zukunft weniger Spenden eingehen werden. „Wir wollen das Krankenhaus weiterhin unterstützen“, sagt der Vorsitzende Walter Stahlschmidt, und zwar noch so lange, wie das Krankenhaus Verluste macht. Dem stimmten auch die Mitglieder, von denen nur ein Bruchteil erschienen war, in der Versammlung zu. Ebenfalls beschloss der Verein, den Mitgliedsbeitrag bei mindestens 20 Euro zu belassen und wer gerne mehr zahlen würde, könne dies auch weiterhin tun. Das einzige, was sich ändere, sei steuerrechtlicher Art, da die Einnahmen ohne Gemeinnützigkeit nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden könnten.

Die Absicht des Fördervereins besteht hauptsächlich darin, den Patienten den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, weshalb kleinere Dinge oder Geräte finanziert würden. Im letzten Jahr habe der Verein im Bereich der Anästhesie und für die Chirurgie Instrumentarien finanziert, aber auch zwei elektronische Desinfektionsmittelspender im Eingangsbereich für die Besucher und den Raucherpavillon finanziert. „Wir unterstützen damit nicht das Rauchen, aber wir haben nun einmal Patienten und Mitarbeiter, die rauchen“, erklärt Walter Stahlschmidt. Durch den Pavillon habe man die Raucher jedoch vor dem Eingangsbereich weg geholt und der Rauch ziehe so nicht mehr in das Gebäude.

Ebenfalls wichtig sind dem Förderverein Veranstaltungen, wie das Themenfrühstück am Sonntag. Sowohl der Förderverein, als auch Barbara Teichmann, Krankenhaus-Geschäftsführerin, waren begeistert von der Resonanz. 120 Interessierte hatten sich den Vortrag des Chefarztes, Andre Scholz, über das problematische Knie angehört. Auch in Zukunft möchte der Verein weiterhin solche Gesundheitsvorträge anbieten und nicht nur in Plettenberg, sondern auch in Herscheid. Der nächste Termin ist im Dezember. Dr. Ulrich Trompeter wird im Rahmen der Herzwoche einen Vortrag halten. 

Drei große Baustellen am Krankenhaus

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Fördervereins informierte die Krankenhaus-Geschäftsführerin, Barbara Teichmann, die Mitglieder darüber, was für Neuerungen in Zukunft im Krankenhaus anstehen. Die 40 Jahre alten Krankenhausbetten wurden bereits erneuert. Als nächstes soll der Eingangsbereich neu gestaltet werden, da dies das erste ist, was Patienten und Besucher sehen. Bislang sei dies an Brandschutzmaßnahmen und der Baugenehmigung gescheitert, jetzt warte man jedoch nur noch auf die Baugenehmigung und hoffe, Anfang 2019 mit dem Umbau beginnen zu können. Anschließend soll der OP neu gebaut werden. „Wir haben uns dazu entschieden nicht zu renovieren, sondern komplett neu zu bauen“, berichtet Barbara Teichmann und erklärt, dass das Projekt bis Ende des nächsten Jahres auf den Weg gebracht werden soll. Das dritte Projekt ist das Seniorenzentrum. Dieses soll nicht neu gebaut, sondern im Bestand saniert werden.

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