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Kosten sind schuld: Geringes Interesse am schnellen Internet

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Von: Johannes Opfermann

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Unter anderem an der Haydnstraße am Hestenberg fanden im Rahmen des 3. Calls vor einigen Wochen Glasfaser-Arbeiten statt. Bis Juni soll diese Ausbau-Phase abgeschlossen sein.
Beim Glasfaser-Ausbau der Telekom, hier eine Aufnahme von der Haydnstraße, mussten die Kunden aufgrund einer besonderen Aktion den Anschlusspreis von rund 800 Euro nicht zahlen. Dieser wird jedoch fällig, wenn sich Bewohner von Köbbinghausen nun schnelles Internet ins Haus legen lassen wollen.  © Wiechowski, Jona

Schnelles Internet ist begehrt, doch selbst dort, wo die Glasfaser-Leitungen bereits liegen, scheuen die meisten Hausbesitzer die Kosten eines Hausanschlusses. 

Plettenberg - Das wurde auch im Rat am vergangenen Dienstag deutlich. Dort berichtete Bauamtsleiter Sebastian Jülich über den Köbbinghauser Hammer.

In der Einwohnerfragestunde der vorangegangenen Ratssitzung im Mai war das Thema zur Sprache gekommen. Während einerseits der geförderte Ausbau der Telekom mit Tiefbauarbeiten vor der Haustür stattfinde, sei kein Anschluss der Häuser im Köbbinghauser Hammer möglich, so die Kritik. Die Auskunft laute, das kein Anbieter in der Lage sei dort schnelles Internet bereitzustellen, weder die Telekom noch Dokom.

Kein Anspruch

Jülich berichtete von einer Rücksprache mit dem Breitbandkoordinator des Märkischen Kreises, Matthias Pohl. Die Quintessenz: Grundsätzlich werde der Ausbau nur dort gefördert, wo kein Anbieter in der Lage ist, schnelles Internet (mehr als 30 Mbit) anzubieten. Die möglichen Kosten des Anschlusses für den Eigentümer würden hierbei nicht berücksichtigt. Ein Anspruch auf einen kostenlosen Breitbandanschluss bestehe folglich nicht. Auch andere Hausanschlüsse, etwa für Strom, Gas und Wasser, kosteten Geld.

Der Märkische Kreis wisse aus Abfragen vor Ausschreibungen, wo welche Anbieter bereits schnelles Internet anbieten, und das gebäudescharf. Laut Jülich habe eine Anfrage an den Anbieter Dokom ergeben, dass dieser bereits vor einigen Jahren am Köbbinghauser Hammer eigenwirtschaftlich schnelles Internet verlegt habe. Daraus ergibt sich – weil eben schon Internet verfügbar ist – , dass kein Anspruch auf einen geförderten Ausbau besteht. Hausanschlüsse, so die Auskunft von Dokom, seien bei dem in der Straße Köbbinghauser Hammer verlegten Kabel nicht vorgesehen gewesen, da dieses Kabel zur Anbindung des Dorfes Köbbinghausen dient.

Gereizte Stimmung

Am 25. Mai fand dennoch ein gemeinsamer Ortstermin mit Dokom und dem Breitbandkoordinator des MK statt, zu dem die Stadt alle Anlieger eingeladen hatte. Diese seien vollzählig vertreten, aber an der geschilderten Rechtslage in puncto Förderung wenig interessiert gewesen, berichtete Jülich dem Rat. Stattdessen sei die Stimmung gereizt gewesen.

Der Dokom-Mitarbeiter habe sich dafür entschuldigt, dass in der Vergangenheit falsch über die Möglichkeit eines Anschlusses informiert worden sei.

Ein Hausanschluss bewege sich in der Größenordnung von etwa 1 000 Euro, dies variiere jedoch je nach Lage des Hauses zur Straße. Das Angebot seitens Dokom, für jedes Haus individuell die Kosten eines Hausanschlusses zu kalkulieren, sei laut Jülich auf wenig Gegenliebe gestoßen.

Auch eine Möglichkeit, die Kosten durch Teilen eines Anschlusses bzw. über WLan, sei aufgezeigt worden,

Den Anliegern sei auch nochmals das Angebot gemacht worden, sich bei Problemen mit der Firma Dokom direkt an den MK oder die Stadt zu wenden.

Später sei noch eine Lösung erarbeitet worden. Die Stadt bot den Anliegern an, ihnen auf Wunsch einen Lageplan des Grundstückes zu schicken, um Hausanschluss und Trasse festzulegen. Dieser Plan würde dann an die Dokom weitergeleitet, um ein Angebot zu machen. Daran hätten nur fünf Anlieger noch Interesse gehabt. Nach Versand der Pläne Anfang Juni habe sich bislang aber nur ein Anlieger zurückgemeldet.

Zusammenfassend stellte Jülich fest, dass schnelles Internet wie hier im Köbbinghauser Hammer technisch möglich sei, aber da es für die Hausbesitzer mit Kosten verbunden sei, bestehe nur noch geringes Interesse.

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