Was die Gastronomen jetzt befürchten

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Solche Bilder wird es in diesem Jahr nicht geben: 2019 trafen bei der Weihnachtsparty in der Schützenhalle noch Mitarbeiter verschiedener Unternehmen zum geselligen gemeinsamen Feiern aufeinander.

Die Corona-Pandemie und die wieder ansteigenden Fallzahlen vergrößern derzeit die Sorgenfalten bei den Gastronomen, denn die Weihnachtszeit ist traditionell die umsatzstärkste Zeit. Doch nun brechen den lokalen Gastronomen angesichts von Corona größere Feiern weg oder werden gar nicht gebucht.

Plettenberg - „Wir haben noch keine Weihnachtsfeiern reinbekommen dieses Jahr“, sagt Anzelika Heinz, Pächterin von Haus Heidrich in Oesterau. In den letzten Jahren sei alles ausgebucht gewesen, berichtet sie. In der Vorweihnachtszeit habe sie drei bis vier Feiern pro Woche gehabt, aber dieses Jahr noch keine. 

Abgesehen von Weihnachtsfeiern habe es auch bei anderen Feiern viele Absagen oder Verschiebungen gegeben. Noch gäbe es aber einzelne Veranstaltungen im Haus Heidrich. „Am Samstag hatten wir noch eine Hochzeit und wir haben auch noch Konfirmationsfeiern“, sagt Heinz. Doch insgesamt sei die Lage durch Corona natürlich schwierig. Sie versteht, dass viele ihrer Kunden, die älter seien, Angst vor einer möglichen Ansteckung hätten.

 Doch während es bei den Feiern mau aussieht, seien Catering und Essenslieferungen stärker gefragt. „Viele Leute bestellen sich das Essen nach Hause“, sagt die Pächterin von Haus Heidrich. Zu Beginn der Corona-Pandemie habe man nämlich in ganz Plettenberg Liefer-Speisekarten verteilt und das Angebot werde gut angenommen. Wie sich die Buchungen für Feiern, aber auch die gültigen Regeln entwickeln, müsse man abwarten. 

Nicht mehr abwarten wird die Plettenberger Schützengesellschaft die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie. Als sich die Lage in den letzten Wochen weiter zuspitzte, entschied sich das Vorstandsteam um den PSG-Vorsitzenden Thomas Knappe gegen die Idee, bis zum Jahresende noch einige Veranstaltungen im frisch sanierten Wohnzimmer – der Schützenhalle – durchzuführen. Stattdessen beschloss der Vorstand in weiser Voraussicht, die dritte Plettenberger Weihnachtsparty am 5. Dezember, den PSG-Weihnachtsstammtisch am 7. Dezember und den Winterball am 30. Januar 2021 abzusagen.

„Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Leider sehen wir momentan keine Möglichkeiten, diese Events durchzuführen. Angesichts der kommenden Wintermonate ist es in der Halle nicht möglich, bei so vielen Gästen zu lüften“, erklärte Thomas Knappe. Hinzu komme, dass solche Feste von den Kontakten untereinander leben und eine Party, der Weihnachtsstammtisch – zu dem in der Regel mehr als 100 Personen zu Gast sind – sowie der Ball seien ohne Tanz und mit Maskenpflicht nur schwer vorstellbar. Ob auch die übrigen Winterfeste der heimischen Schützenvereine und das geplante gemeinsame Winterfest ausfallen, ist noch offen. Vieles spricht aber dafür, zumal auch die Karnevalsveranstaltungen im Februar derzeit flächendeckend abgesagt werden.

 Auch die sonst üblichen Weihnachtsfeiern der Plettenberger Unternehmen dürften in diesem Jahr allesamt ersatzlos ausfallen – das ergab gestern eine stichprobenartige Befragung in einzelnen Betrieben. Thomas Knappe, selbst Geschäftsführer der Herbert Paul GmbH & Co. KG., verzichtet selbstredend auch auf eine Weihnachtsfeier im eigenen Betrieb. „In der Corona-Pandemie und nach monatelanger Kurzarbeit wäre das jetzt völlig unangebracht“, so Knappe, der damit die Meinung vieler Firmeninhaber treffen dürfte.

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