Gegenseitiger Respekt

Unfälle vermeiden: Radfahrer und Reiter aufgepasst!

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Kommunikation und Rücksichtnahme ist zwischen Reitern und Radfahrern wichtig, damit Unfälle vermieden werden können.

Plettenberg - Eine unschöne Begegnung zwischen Pferd, Reiter und Fahrradfahrer ereignete sich letzte Woche in Heiligenhaus. Der Radfahrer geriet unter den Vierbeiner und wurde von den Tritten des Tieres schwer verletzt. Auch das Pferd und die junge Reiterin trugen leichte Verletzungen davon. Wir haben uns umgehört, wie man sich am besten in der Natur verhält, um Unfälle wie diesen zu vermeiden. 

Was der Auslöser für das plötzliche Scheuen des Pferdes war und wie es genau zu dem schrecklichen Unfall kam, konnte bislang nicht geklärt werden. Sabine Klinger, Inhaberin des gleichnamigen Pferde-Pensionsstalls Unterm Grünen Berg erklärt, dass es immer wieder zu gefährlichen Situationen wie diesen kommen kann, wenn sich Reiter oder Radfahrer nicht angemessen verhalten. „Pferde sind Fluchttiere und wenn sich ihnen jemand von hinten nähert, ist das immer gefährlich, da sie nach hinten schlecht sehen können“, erklärt die Reitlehrerin. 

Nicole Schulz ist Einstellerin bei Sabine Klinger. Ihr Pferd lebt also in Klingers Pensionsstall zur Miete. Sie schildert eine unschöne Begegnung mit einem Radfahrer: „Ein Mountainbiker kam von hinten, bremste laut ab und klingelte. Dabei sind unsere zwei Ponys durchgegangen“, so die Reiterin. Das Schlimmste an der ganzen Geschichte: der Mountainbiker sei einfach abgehauen. Zum Glück hätten sie die Pferde noch vorher zügeln können, sonst seien die Reiter wohl einen steilen Abhang hinunter geritten. 

Um das Verhalten des Pferdes zu erklären, vergleicht sie den Radfahrer symbolisch mit einem wilden Tier. „Raubtiere schleichen sich immer von hinten an und springen dann quasi auf das Pferd auf, um es zu Boden zu bringen. Deshalb sind Pferde oft reflexartig bei Geräuschen von bremsenden Fahrradreifen, Klingeln oder Rascheln und versuchen loszulaufen oder springen mit einem Satz nach vorn oder zur Seite.“ Aus diesem Grund sollten Fahrradfahrer am besten schon aus der Ferne abbremsen und sich beim langsamen Herrannahen von hinten bemerkbar machen. „Am besten schon von weit hinten oder von vorn klingeln oder rufen und dann die Reaktionen von Pferd und Reiter beobachten. Man sieht ja schon aus der Distanz, ob das Pferd anfängt zu tänzeln oder unruhig wird.“ 

Zur Not gilt immer, mit einem sicheren Abstand anzuhalten und dann gemeinsam mit dem Reiter zu kommunizieren. „Der Reiter kann die Reaktion meistens gut einschätzen und wenn das Pferd dann gemerkt hat, dass keine Gefahr besteht, ist es kein Problem, langsam vorbeizufahren“, weiß Klinger. Deshalb gilt auch in dieser Sache: Kommunikation und Aufmerksamkeit sind die halbe Miete. Aber Sabine Klinger weiß auch, dass beide Seiten aufeinander Rücksicht nehmen müssen. Auch die Reiter müssen sich mit ihren Tieren im Wald verantworten können. „Bei uns reitet niemand vom Hof, der schon in der Halle keine Kontrolle über sein Pferd hat“, sagt Klinger.

Außerdem würde bei allen Reitern und Pferden kontrolliert, ob sie geländesicher seien oder nicht. „Vor den ersten Geländeritten wird besprochen, wie sich Reiter in bestimmten Situationen zu verhalten haben. Dazu zählt beispielsweise, dass nicht wild im Wald herum galloppiert wird – das ist ganz klar!“, sagt Klinger.

Dennoch gilt immer besondere Vorsicht – egal wie gelassen und erfahren Pferd und Reiter sind. Es könne immer eine Situation kommen, in der das Pferd plötzlich unerwartet einen Satz zur Seite machen würde. Das käme immer wieder vor und deshalb sei besondere Vorsicht geboten.

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