Das kommt überraschend! Träger aus Halver plant Waldkindergarten in Plettenberg

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Plettenberg - Während derzeit intensiv diskutiert wird, wo ab 1. August vorübergehend die Holthauser Kindergartenkinder betreut werden können und die Rufe nach einem Waldkindergarten lauter werden, tut sich im Hintergrund einiges. Und ein Waldkindergarten scheint tatsächlich in Planung zu sein.

Eigentlich hat Kristian Hamm aus Halver mit Plettenberg nicht viel am Hut, aber seit einigen Tagen verfolgt er sehr aufmerksam die Geschehnisse am anderen Ende des Märkischen Kreises, speziell in Plettenberg-Holthausen. Händeringend wird derzeit nach einer Betreuungsmöglichkeit für die dortigen Kindergartenkinder gesucht, nachdem feststeht, dass die neuen Räumlichkeiten in der Vier-Täler-Schule aus Brandschutzgründen nicht rechtzeitig zum neuen Kindergartenjahr fertig werden. Der Ruf der Eltern nach Alternativen, zum Beispiel in Form eines Waldkindergartens, schallt seitdem unüberhörbar durch ganz Plettenberg. Und Kristian Hamm muss sich an seinem Schreibtisch in Halver gedacht haben: Was für ein Zufall...

Vor gut drei Monaten klingelte sein Telefon, am anderen Ende meldete sich ein Mann aus Plettenberg mit einer Idee. Er besitze ein großes Grundstück mit Hof, Scheune, Feld und Wald, berichtete der Plettenberger. „Haben Sie Interesse?“

Kristian Hamm war gleich Feuer und Flamme, denn er ist stetig auf der Suche nach neuen Möglichkeiten für besondere Formen der Kinderbetreuung. Dafür hat er vor zweieinhalb Jahren das Unternehmen Sentiris gegründet – ein freier Kindergarten-Träger. In Halver eröffnet Hamm in anderthalb Monaten eine Großtagespflege mit dem Namen Kindervilla, und vielleicht könnte Plettenberg das nächste große Projekt der gemeinnützigen GmbH werden.

Seit dem ersten Telefonat zwischen Kristian Hamm und dem Immobilien-Eigentümer ist viel passiert. Hamm und sein Team haben mit Hilfe eines Architekten einen Plan für den Standort in Plettenberg entwickelt. Auch den Verantwortlichen der Stadtverwaltung hat Hamm das Projekt schon vorgestellt, letzte Woche sollen die Kita-Pläne auch Thema im nicht-öffentlichen Teil des Jugendhilfeausschusses gewesen sein. Es sieht bisher gut aus.

Trotzdem steckt das Vorhaben noch in den Kinderschuhen. Das ist auch der Grund dafür, warum noch nicht alle Informationen öffentlich gemacht werden dürfen, insbesondere nicht der genaue Standort des Geländes. Klar ist, dass Sentiris das Grundstück übernehmen und umgestalten könnte. Welche Kindergartenform dann entstehen würde? „Das überlegen wir derzeit“, erklärt Kristian Hamm. Die Modelle, die in Frage kommen, sind ein Waldkindergarten, eine Hofkita mit Waldgruppe oder eine trägerbasierte Großtagespflege. Bei allen drei Formen sollen sich die Kinder so oft wie möglich draußen aufhalten. Die Großtagespflege hätte den Vorteil, dass sie unbürokratischer umzusetzen wäre als eine Kindertagesstätte. 45 Kinder in zwei Gruppen schweben Kristian Hamm für sein Vorhaben in Plettenberg vor, darunter auch Plätze für Kinder unter drei Jahren.

Hätte der Sentiris-Geschäftsführer geahnt, dass sich in Plettenberg derartige Probleme mit der Kindergartenbetreuung in Holthausen ergeben würden, dann hätte er noch intensiver daran gearbeitet, die neue Kita so schnell wie möglich zu verwirklichen. Für ausgeschlossen hält Kristian Hamm einen Blitzstart dennoch nicht. Im absoluten Notfall, so sagt er, könnte er es schaffen, einen Waldkindergarten zum 1. August und damit schon in anderthalb Monaten in Plettenberg an den Start zu bringen – „wenn die Behörden mitspielen“, sagt er.

Deshalb wird der Halveraner auch in den kommenden Tagen die Debatte um die Kita-Betreuung in Plettenberg genauestens verfolgen. „Es ist auf jeden Fall spannend“, sagt Kristian Hamm, „ich hätte nicht damit gerechnet, dass das Thema so rasant Fahrt aufnehmen wird.“

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