Ein komisch-tragisches Demenz-Theater: "Vater" in Plettenberg

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Im Mittelpunkt des Stücks steht der 80-jährige André, dessen Wahrnehmung immer mehr verschwimmt.

Plettenberg - Die Times schwärmt „fantastisch“, die französische Tageszeitung Le Figaro nennt ‘Vater’ „eines der besten Stücke von Florian Zeller“ und France Inter, Paris, meint: „Vater ist genau das richtige Stück, wenn Sie das Theater lieben, wenn Sie Emotionen lieben, wenn Sie das Lachen lieben, das sich auflöst in Tränen, und wenn Sie die Tränen lieben, die sich in Gelächter verwandeln.“

Das hoch gelobte Stück des bekannten französischen Dramatikers macht nun am kommenden Sonntag, 22. April, Halt in Plettenberg. Die Kunstgemeinde lädt herzlich ein zu einem traurig-komischen Theaterabend ab 19 Uhr in der Böddinghauser Aula. Einlass ist um 18 Uhr mit Getränken und Häppchen, Beginn um 19 Uhr. Der Vorverkauf läuft im Tui-Reisecenter im Wieden.

Das in Plettenberg bekannte wie beliebte Euro-Studio Landgraf führt das Stück gemeinsam als Koproduktion mit den Schauspielbühnen in Stuttgart (Altes Schauspielhaus) auf. Im Mittelpunkt des Inhalts steht das Thema Demenz. Ein alter Mann, für den sich der Alltag mehr und mehr in ein verwirrendes Labyrinth verwandelt, auf der Spurensuche nach sich selbst: Der 80-jährige André merkt, dass sich etwas verändert. Noch lebt er allein in seiner Pariser Wohnung und versucht, vor Anne, seiner älteren Tochter, den Eindruck aufrecht zu erhalten, alles sei in Ordnung. Wobei ganz offensichtlich ist, dass er allein nicht mehr zurechtkommen kann. Also organisiert sie für ihn Pflegehilfen, mit denen er sich aber ständig zerstreitet. Da seine Wahrnehmung sich immer mehr verschiebt, gerät er in eine Welt, in der seine Biografie nicht mehr gilt, weil die Welt, in der sie entstanden ist, zu verlöschen droht…

Das Besondere an „Vater“ ist die ungewöhnliche Erzählstruktur. Erlebt wird die Handlung nämlich nicht chronologisch, sondern aus der Erlebniswelt des zunehmend verwirrten 80-Jährigen: Wenn er bestimmte Personen zum Beispiel nicht mehr erkennt, erkennen sie die Zuschauer ebenfalls nicht, weil sie durch andere Schauspieler dargestellt werden. Bald kann weder André noch das Publikum unterscheiden, was Realität, was Wahn oder Wunschvorstellung, was Halluzination oder fixe Idee ist.

Das klingt nach einem traurigen Theaterabend? Das Gegenteil ist der Fall. Zellers Text provoziert das Lachen. Die komödiantische Dynamik ergibt sich aus den abrupten Stimmungsschwankungen der Hauptperson, versprechen die Veranstalter. Neben Ernst Wilhelm Lenik als André stehen Irene Christ, Benjamin Kernen, Juliane Köster, Tim Niebuhr und Nina Damaschke als Schauspieler auf der Bühne.

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