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 „Können den Laden dicht machen“: Schützenverein im MK muss neuen Geschäftsführer finden

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Von: Nina Scholle

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Der Vorstand des Oestertaler Schützenvereins erlebte einen Abend mit Höhen und Tiefen (von links): Christoph Brinker, Dirk Schulze, Andrea Saladdino und Anke Deckert.
Der Vorstand des Oestertaler Schützenvereins erlebte einen Abend mit Höhen und Tiefen (von links): Christoph Brinker, Dirk Schulze, Andrea Saladdino und Anke Deckert. © Scholle

Böse Überraschung bei der Jahreshauptversammlung des Oestertaler Schützenvereins: Das Amt des Geschäftsführers konnte bei der Jahreshauptversammlung am Samstag nicht besetzt werden. 

Plettenberg - Eigentlich war man von einer Pro-forma-Abstimmung ausgegangen: Wiederwahl des Geschäftsführers. Doch kurz vor der Abstimmung teilte Markus Weller der Versammlung und dem sichtlich verdutzten Vorstand mit, dass er für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung stehen werde.

„Der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass man auf den Vorstand zugeht und sagt: ‚Ich will nicht weitermachen.’“ So und in ähnlicher Form war es von mehreren Schützen zu hören. Ein Nachfolger für Weller konnte auf die Schnelle nicht gefunden werden, sodass der Vorstand die Arbeit erst mal kommissarisch übernimmt.

„Es kann nicht sein, dass alles auf fünf Schultern abgeladen wird“, echauffierte sich der zweite Vorsitzende Dirk Schulze. „Stellt euch vor, wir hören auch noch auf.“ – „Wenn das so weitergeht, können wir den Laden hier dicht machen.“ Der letzte Satz auch mit Blick auf die geringe Beteiligung: nur 22 Mitglieder (plus Vorstand), waren zur Jahreshauptversammlung in die Oesterhalle gekommen – von 225 Vereinsmitgliedern insgesamt.

Zwei Ämter abgegeben

Doch Weller legte nicht nur das Amt des Geschäftsführers nieder, auch seinen Posten als Schießmeister hängte er an den sprichwörtlichen Nagel – der nächste Schock für den Vorstand. Denn diese Position kann nicht von jedem x-beliebigen Vereinsmitglied besetzt werden: ein Waffenschein ist Voraussetzung.

Nach einem kurzen Telefonat konnte mit Christian Mayworm zumindest kommissarisch ein neuer Schießmeister gewonnen werden. Allerdings muss er erst noch von der Schießkommission offiziell gewählt werden.

Wiedergewählt hingegen wurden Dirk Schulze als zweiter Vorsitzender, Anke Deckert als zweite Schatzmeisterin sowie Matthias Krüger und Gerhard Ashoff als Beisitzer. Als neuer Kassenprüfer wurde Stephan Schwerweit gewählt.

Oberst Christoph Brinker, Biergerichtspräsident Mark Stumpf und Jugendleiter Clemens Werner wurden von der Versammlung in ihren Ämtern bestätigt.

Um zukünftig vor solch bösen Überraschungen gefeit zu sein, wurde über eine Satzungsänderung diskutiert, die die Vorstandsmitglieder verpflichten soll, ein beabsichtigtes Ausscheiden aus dem Vorstand im Vorfeld kommunizieren zu müssen.

Bauliche Veränderungen

Während in der Pandemie viel zum Stillstand gekommen ist, hat sich baulich einiges getan: Am Schießstand wurden die obere Fläche sowie der Grillstand neu gepflastert und die Altmajestäten-Empore deutlich vergrößert; die Wände der Halle haben einen neuen Anstrich erhalten, die Beleuchtung wurde erneuert und einen neuen Boden gab es auch.

Doch damit sind die Erneuerungen noch nicht abgeschlossen: eine neue Schießanlage soll kommen, der jetzige Schießraum wird zum Gesellschaftsraum, die Theke wird einen neuen Platz finden und die Garagen kommen weg. Entsprechende Zeichnungen sowie eine Kostenübersicht soll in naher Zukunft auf der Vereinshomepage veröffentlicht werden. Zudem ist ein kleiner Anbau in Planung, der Vermietungen vorbehalten sein soll, „um ein Polster erarbeiten zu können“.

„Wir brauchen Mieteinnahmen, um ein Polster zu haben“, sagte Saladdino. „Die Energiekosten sind uns um die Ohren gehauen, die Einbußen sind enorm.“ In diesem Zusammenhang wurden auch die Mietverträge neu gestaltet. Diese beinhalten jetzt unter anderem eine Parkordnung. Zudem wird die Verwendung von Glitter und Konfetti sowie die Benutzung des Mobiliars untersagt.

„Diese Halle ist unser Verein“, sagte Saladdino, der sich eingangs für eine unklare Kommunikation bezüglich der Oesterhalle in den Vorjahren entschuldigte.

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