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Knapp eine Stunde geht nichts mehr: Die Gründe für das Verkehrschaos

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Von: Georg Dickopf

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Die Nachlöscharbeiten an einem Müll-Auflieger sorgten für eine fast ganztägige Sperrung der Lennestraße.
Die Nachlöscharbeiten an einem Müll-Auflieger sorgten für eine fast ganztägige Sperrung der Lennestraße. © Feuerwehr

 Der Montagmorgen startete in Plettenberg bereits wenig verheißungsvoll, als um kurz vor 9 Uhr ein brennender Lkw an der Lennestraße in Ohle gemeldet wurde. Dass am Ende des Tages die gesamte Plettenberger Feuerwehr an verschieden Stellen im Einsatz war und noch dazu der Verkehr in Teilen des Stadtgebietes eine Stunde lang fast still stand, ahnte da noch niemand.

Plettennberg - Aber der Reihe nach: Die Flammen, die aus der Ladung des besagten Aufliegers schlugen, wurden von der Feuerwehr gelöscht, doch danach musste der kokelnde Inhalt auf die Straße ausgeschüttet werden, um Nachlöscharbeiten durchzuführen. Aus diesem Grund war die Lennestraße / B236 bis zum Abend voll gesperrt. Die Umleitung führte über Böddinghausen nach Ohle. Zugleich ist seit einigen Tagen auch die Kreisstraße K8 in Richtung Werdohl voll gesperrt.

Um 15.43 Uhr erfolgte dann die Alarmierung über den Waldbrand unweit der Affelner Straße. Um die Löschwasserversorgung sicherzustellen wurde die Affelner Straße gegen 16.15 Uhr voll gesperrt.

Wer also nach Affeln oder Neuenrade musste, hatte die Wahl zwischen dem Umweg über die Allendorfer Straße oder über Werdohl. Doch um 16.25 Uhr gab es zusätzlich einen Defekt an der Schrankenanlage in Brüninghausen, dem Bahnübergang zwischen Ohle und Teindeln.

Die Polizei war vor Ort, ein Bahntechniker wurde alarmiert, doch bis dieser eintraf und die Schranke repariert hatte, vergingen 50 lange Minuten, in denen in Richtung Werdohl nichts ging.

Nur wenige Umfahrungsmöglichkieten

Wer also nach Werdohl, Neuenrade oder Affeln wollte, musste entweder den Umweg über Herscheid und die Schwarze Ahe oder über die Allendorfer Straße nehmen. Einige Ortskundige nutzen auch einen Forstwirtschaftsweg in der Blemke. Wer den Umweg oder die Schleichwege scheute, stand im Stau und musste warten.

Auf die Frage bei Straßen-NRW-Sprecher Andreas Berg, ob die Kreisstraße 8 in Richtung Werdohl im Notfall hätte freigegeben werden können, gab dieser zu verstehen, dass dort aktuell keine Fahrbahn mehr vorhanden sei, da diese gerade abgefräst wurde. „Der Wunsch, für jeden Notfall einen Plan in der Tasche zu haben, ist verständlich, aber auch typisch deutsch“, befand Berg.

In diesem Fall sei es einfach eine Verkettung verschiedener Szenarien gewesen. Für jede Ortslage einen Notfallplan zu haben, sei einfach nicht machbar, betonte der Pressesprecher.

Natürlich sei in dem Fall der Ruf nach der Obrigkeit laut, doch man müsse auch bedenken, dass man im Sauerland aufgrund der topographischen Gegebenheiten nur über begrenzte Ausweichrouten von den Tälern über die Berge verfüge, was die Situation in solchen Fällen sehr oft deutlich erschwere.

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