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 Knapp an der Katastrophe vorbei: Geschäftsführer einer Firma im MK spricht über die Hochwasser-Folgen

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Von: Georg Dickopf

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Diese eigentlich für die Firma Fastenrath auf dem Firmenparkplatz gelagerten Fassadenplatten schwammen beim Hochwasser im Juli elseabwärts und waren danach unbrauchbar.
Diese eigentlich für die Firma Fastenrath auf dem Firmenparkplatz gelagerten Fassadenplatten schwammen beim Hochwasser im Juli elseabwärts und waren danach unbrauchbar. © Fastenrath

Das Sturmtief Ignatz ist überstanden und hinterließ nur geringe Spuren bei der Firma Fastenrath. Dafür leidet man noch immer unter den Folgen des Hochwassers, das die Stadt Plettenberg am 15. Juli heimsuchte und vor allem in der Blemke und im Elsetal massive Schäden hinterließ.

Plettenberg - „Wir wollten unser neues Logistikzentrum eigentlich Anfang nächsten Jahres eröffnen, aber durch die Folgen des Hochwassers verzögert sich alles um ein halbes Jahr“, betonte Dr. Bernd Steeg, der als Technischer Geschäftsführer gemeinsam mit Thomas Kroyer (Kaufmännischer Geschäftsführer) die Firma Fastenrath leitet.

Das Hochwasser der komplett über die Ufer getretenen Else habe seinerzeit den neuen Firmenparkplatz überschwemmt und die dort gelagerten Fassadenplatten teilweise mitgerissen.

„Die sind leider alle unbrauchbar, weil die Steinwolle darin feucht geworden ist und dadurch auch die Metallteile korrodieren würden“, sagt Steeg. Für Ersatz habe das von der Firma Fastenrath beauftragte Generalunternehmen sorgen müssen, was aber alles andere als einfach gewesen sei. „Blech ist derzeit schwer lieferbar und Steinwolle erst recht“, weiß Steeg, der deshalb die Tage zählt, bis die neuen Fassadenplatten endlich in Plettenberg eintreffen. Bis dahin bleiben das neue Logistikzentrum und auch die neue vom Stammwerk aus über die Straße führende rund 40 Meter lange Brücke zum Materialtransport weitgehend unverkleidet.

Hochwasser im Juli

„Wir hoffen, dass wir die Fassadenteile Anfang November bekommen“, sagt Steeg. Denn derzeit schlage der Regen gerade bei solchen Stürmen wie am Donnerstag massiv in die Halle, in der ein Hochregallager die Grundlage für die zukünftige Versandabteilung bildet.

Rückblickend ist der Fastenrath-Geschäftsführer dankbar, dass das Hochwasser im Sommer nicht noch schlimmer endete. „Das Wasser stand bei uns 15 Zentimer hoch in der bestehenden Produktionshalle. Wenn es noch zwei Zentimeter höher gestiegen wäre, wäre es in die Ölwannen der Maschinen gelaufen und es hätte eine mittelschwere Umweltkatastrophe gegeben“, so Steeg, der vor allem der örtlichen Feuerwehr für ihr beherztes und professionelles Eingreifen dankt.

Aber auch die eigenen Mitarbeiter hätten sehr vorbildlich gehandelt und alle mit angepackt, als Land unter herrschte. So seien auch zahlreiche Verwaltungsmitarbeiter in die überschwemmten Hallen geeilt, um dort dabei zu helfen, den Wasserstand zu senken.

„Das war eine tolle Gemeinschaftsleistung und etwas richtig Positives in diesem ganzen Chaos“, findet Steeg, der selbst urlaubsbedingt leider nicht vor Ort gewesen sei. Bis heute seien noch nicht alle Schäden aufgearbeitet worden und auch der Parkplatz sei zum Teil noch immer mit einer Lehmschicht bedeckt.

Dennoch strahlt der Fastenrath-Geschäftsführer Optimismus aus, das Logistik- und Versandzentrum mit dann sechsmonatiger Verspätung am 1. Juli 2022 endlich in Plettenberg eröffnen zu können. Dadurch entstehe im früheren Versandbereich zugleich Platz für eine Erweiterung der Produktionsanlagen.

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