Kollektives Unverständnis auf Facebook

Kampf ums Klopapier: Vorfall aus einem Rewe-Markt im MK toppt alles

Dass sich manche Kunden schon wieder Kämpfe um Klopapier in den heimischen Supermärkten liefern, ist an den teilweise leerer werdenden Regalen zu erkennen. Was sich aber nun eine Kundin in einem Rewe-Markt im MK erlaubt hat, setzt dem Klopapier-Wahnsinn die Krone auf.

Plettenberg - Die Dame wollte im Rewe-Markt an der Ziegelstraße in Plettenberg zehn Packungen Toilettenpapier kaufen und wurde daraufhin von der Kassiererin angesprochen. Selbstverständlich könne sie ihr keine zehn Packungen verkaufen, denn andere möchten schließlich auch noch etwas haben, argumentierte die Kassiererin.

UnternehmenRewe
Mitarbeiterzahl140.000
Hauptstandort Köln
Gründung 1927

Kampf ums Klopapier: Vorfall aus einem Rewe-Markt im MK toppt alles

Daraufhin habe die Kundin alle zehn Packungen genommen und sie der Kassiererin an den Kopf geworfen. „Wo soll das noch hinführen“, schreibt die Verfasserin des Beitrags bei Facebook, „man kann ja wohl froh sein, dass überhaupt noch Personal an der Kasse sitzt und sich dem ganzen Wahnsinn stellt.“

Bei Facebook ging die Nachricht viral. Offen blieb im Internet allerdings die Frage, ob sich das Ereignis wirklich so zugetragen hat. Das Süderländer Tageblatt hat daher am Freitag die Pressestelle des Rewe-Konzerns in Dortmund kontaktiert. Und tatsächlich: „Leider hat sich dieses unsolidarische Verhalten der Kundin gestern Abend [also am Donnerstag] in dem in Rede stehenden Plettenberger Markt genauso zugetragen“, bestätigte der Leiter der Rewe-Unternehmenskommunikation, Raimund Esser. „Das Verhalten ist mehr als bedauerlich, denn es ist komplett grundlos“, betont Esser und verweist auf ausreichende Klopapier-Vorräte in den Märkten.

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„Die Lage in unseren bundesweit mehr als 5 500 Rewe- und Penny-Märkten ist im Hinblick auf die Kunden-Nachfrage nach wie vor normal, wir können keine flächendeckende Veränderung des Einkaufsverhaltens feststellen. Selbst wenn mal ein Regal zeitweise leer sein sollte, dann ist das ja nicht automatisch ein Indiz für Hamsterkäufe. Sondern schlicht eine Frage, wann das Marktteam das wieder auffüllt oder der LKW mit Nachschub kommt. Es ist genug für alle da“, betont Raimund Esser. Das deckt sich mit dem, was unter der Woche auch der Hit-Markt in Plettenberg schon kommuniziert hatte. Auch dort seien die Klopapier-Vorräte so groß, dass es zu keinen Engpässen kommen werde.

Zehn Packungen Klopapier wollte eine Kundin im Rewe-Markt kaufen. Die Kassiererin wollte das nicht mitmachen - und es kam zu einem unglaublichen Vorfall.

Als völlig unsolidarisch bewerteten auch eine Vielzahl von Internetnutzern das Verhalten der Kundin. Unter den zahlreichen Kommentaren fand sich am Freitag auch die Meinung einer Rewe-Mitarbeiterin. Sie schreibt: „Wir haben leider im Frühjahr schon so einiges im Laden erleben müssen. Wir sind auch ‘Menschen’ und auch dem Coronavirus ausgesetzt, auch wir als Personal haben Familie, benötigen Lebensmittel, verzichten auf private Treffen mit Freunden, tragen sogar bis zu acht Stunden den Mund-Nase-Schutz bei körperlicher Anstrengung.“

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Und weiter: „Es wird ja in den vergangenen Monaten immer an den ‘gesunden Menschenverstand’ appelliert, sei es die Maske zu tragen, Abstand zu halten etc. Aber schon solche Kleinigkeiten bekommen viele nicht hin... stehen dann mit den ToPa-Paketen [Toilettenpapier-Paketen] unter beiden Armen vor dir und sagen allen Ernstes: ‘Geht denn das Hamstern schon wieder los? Die haben aber auch alle nichts gelernt.“

Der rücksichtslosen Kundin drohen übrigens bis jetzt keine Konsequenzen – ganz einfach deshalb, weil sie den Marktverantwortlichen unbekannt ist. Nach ihrer Klopapierattacke rannte sie nach Auskunft der Unternehmenskommunikation einfach aus dem Markt und wurde nicht mehr gesehen.

Auch in anderen Städten im MK ist Klopapier schon wieder das Thema. In Lüdenscheid gibt es bereits erste leere Regale.

Rubriklistenbild: © Rene Traut/dpa

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