Fridays-for-Future: „Wir kommen so langsam ins Rollen“

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Klimaaktivisten des Albert-Schweitzer-Gymnasiums beim globalen Klimastreik letztes Jahr.

Plettenberg – Noch agiert die Plettenberger Ortsgruppe der Fridays-for-Future-Bewegung eher im Hintergrund, obwohl es sie nun schon seit über einem Jahr gibt. Aber geht es nach Zoran Grete, einem der Gruppensprecher, dann wird man bald mehr von den Klimaaktivisten hören. Sebastian Schulz traf den 17-Jährigen zum Interview.

Herr Grete, wie ist es dazu gekommen, dass sich in Plettenberg eine Fridays-for-Future-Gruppe gegründet hat? 

Das ist relativ spontan entstanden. Ich habe mich mit einem Freund damit beschäftigt und dann hatten wir die Idee, in Plettenberg eine Ortsgruppe zu gründen.

 ...und dann haben Sie bei Greta Thunberg angerufen?

Nein, es gibt eine Bundesorganisation, deren Verantwortliche man kontaktieren muss, wenn man eine Ortsgruppe gründen möchte.

Also ähnlich wie bei einer Partei?

Ich würde eher sagen, das System ist ähnlich aufgebaut wie der Bundestag. So wie das Volk die Abgeordneten wählt, so werden bei Fridays for Future Delegierte in den Ortsgruppen gewählt, die diese dann auch auf Bundesebene vertreten.

Wie läuft das ab? Treffen Sie sich regelmäßig mit anderen Aktivisten?

Es gibt wöchentliche Telefonkonferenzen, bei denen aktuelle Themen besprochen werden. Daran nehmen dann in der Regel etwa 50 bis 70 Leute teil und es geht zum Beispiel um die Vorbereitung großer Streiks oder Arbeitsgemeinschaften wie zuletzt um die seit einem Jahr bestehende Podcast-AG.

Richten wir unseren Blick auf Plettenberg. Wie viele Aktivisten gehören hier zur Ortsgruppe? 

Zurzeit sind wir 31. Sind das Bekannte und Freunde von Ihnen? Nein, nicht nur. Es sind auch viele dabei, die sich über die Fridays-for-Future-Webseite angemeldet haben und denen ich noch nie persönlich begegnet bin.

Wie kommunizieren Sie denn?

Über einen WhatsApp-Chat, für den sich jeder über die Internetseite anmelden kann. 

Haben Sie schon Aktionen durchgeführt?

Ja, angefangen hat im Prinzip alles mit unserer Teilnahme am ersten globalen Klimastreik im letzten Jahr in Dortmund und in Hagen. 

Aber was wollen Sie ganz konkret für Plettenberg bewirken?

Im Moment haben wir Ideen, auch selber ein paar Aktionen durchzuführen, aber es gibt noch nichts Festes. Ganz konkret sind wir zur Zukunftswerkstatt der SPD eingeladen, in der es um den Klimaschutz gehen soll. Außerdem passen wir auf, dass wir Argumente richtigstellen, die wissenschaftlich nicht belegt sind, so wie jetzt in einem Leserbrief. Klimaschutz ist schließlich keine Meinung, sondern ein Fakt.

Würden Sie sagen, die Gruppe steckt trotz der Gründung vor über einem Jahr noch in den Kinderschuhen?

Wir sind mehr oder weniger noch am Anfang, aber wir kommen langsam ins Rollen.

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