Ein Bootsverleih am Lenneufer? Was wie und wo möglich ist, beantwortet Uwe Sieg von der Unteren Wasserbehörde

Mit dem Kleinboot die Lenne erkunden

+

Plettenberg - Die Plettenberger Waterkant hat sich seit dem vergangenen Jahr zum beliebten Treffpunkt für Jung und Alt entwickelt. Unserem ST-Reporter Zoran Grete kam im Urlaub die Idee, diesen Ort oder weitere Teile der Lenne zukünftig auch für Wasserratten erlebbarer zu machen – aber ist das überhaupt möglich? Die ST-Redaktion hat bei der Unteren Wasserbehörde nachgehakt...

In einem Urlaubsbericht erzählt Zoran Grete, wie er auf die Idee gekommen ist. Dazu schlägt er eine Brücke zu seinem Urlaub in den Niederlanden: „Rote Seerosenblätter finden sich auf jeder friesisch-niederländischen Flagge. Sie sehen ein bisschen aus wie gemalte Herzen. Mein Herz höher schlagen ließ in an den warmen Sommertagen der Bootsurlaub im niederländischen Lemmer, das zu Friesland gehört. Unsere Familie verbrachte eine Woche in einem Haus in den Niederlanden mit Steg und Motorboot direkt vor der Terrassentür. Von hier aus konnten wir tolle Ausflüge unternehmen. Statt mit dem Auto zu fahren, schipperten wir mit unserer 20 Stundenkilometer schnellen „Enjoy“ über die Wasserwege, passierten enge Klappbrücken und versuchten, die kleinsten Parkbuchten im Städtchen Sloten einzunehmen. Geht so etwas nicht auch bei uns?“ Bootfahren auf der Lenne geht auf jeden Fall – das bewiesen die Inside-Redakteure der Heimatzeitung ja bereits, als sie vor wenigen Wochen ihre Schlauchboote samt Paddel startklar machten, um die Landschaft entlang der Lenne vom Boot aus zu genießen (wir berichteten). „An der beliebten Waterkant oder im Bereich des AquaMagis würde sich doch eine Installation eines Bootsanlegers anbieten – und natürlich müsste es eine „Softeisbude“ zur Erfrischung geben“, findet unser Reporter. „Das ist alles nicht so einfach“, sagt dazu Verwaltungsfachwirt Uwe Sieg von der Unteren Wasserbehörde des Märkischen Kreises. Grundsätzlich sagt das Landeswassergesetz (Paragraph 19), dass es erlaubt ist, die Lenne mit einem nicht-motorisierten Boot zu befahren (Schlauchboot, Kanu etc.). „Motorisierte Boote könnten nur mit Genehmigung genutzt werden“, erklärt Uwe Sieg. „Auch wenn das Gesetz es nicht untersagt – eine Nutzung erfolgt selbstverständlich immer auf eigene Gefahr“, betont der Verwaltungsfachwirt in diesem Zusammenhang.

Zum Bootsanleger oder der Idee, eventuell einen Bootsverleih an der Lenne zu eröffnen, sagt Sieg folgendes: „So etwas muss natürlich erst genehmigt werden. Dabei spielt es auch eine große Rolle, wo Privatgrundstücke und Naturschutzgebiete sind und ob generell der Wasserstand hoch genug ist, damit die Lenne befahren werden kann“, so Sieg. Da es sich um ein Fließgewässer handelt, rät er generell nur erfahrenen Personen dazu, ein Boot zu Wasser zu lassen. „Es gibt an einigen Stellen Strömungen oder Soge, die nicht zu sehen sind“, warnt er. Generell würde er die Idee, einen Teilbereich der Lenne für die Bootsfahrt attraktiver zu machen, aber gut finden. Auch Steffen Reeder vom Stadtmarketing schließt sich der Meinung Uwe Siegs an und findet es generell gut, den Fluss als Wassersportort stärker zu nutzen. Er selbst habe die Lenne schon einmal mit dem Boot in der Nähe von Pasel befahren. „Ich hatte auch schon einmal die Idee mit dem Bootsverleih – da stellt sich aber die Frage, wer das finanzieren soll? Wir vom Stadtmarketingverein oder der Stadt Plettenberg hätten ja gar nicht ausreichend Personal dafür“, erklärt Reeder dazu. Außerdem glaubt er, dass es sicherlich schwierig werden würde einen geeigneten Bereich zu finden, da der Wasserstand der Lenne an vielen Stellen zu niedrig sei. Auch Bürgermeister Schulte sagt, dass der Pegel an der Waterkant eher nicht geeignet sei, um die Lenne in dem Bereich zu befahren. Er könne sich aber durchaus vorstellen, dass beispielsweise im Bereich „weiter oben“, also Richtung AquaMagis etwas gehen könnte: „Das war auch schon Thema in einer Ausschusssitzung. Wir haben uns durchaus schon einmal mit dem Gedanken beschäftigt, die Lenne für touristische Zwecke stärker zu nutzen. Wir haben das im Hinterkopf“, sagt Schulte, der damit bestätigte, dass sich zukünftig etwas in der Sache tun könnte. Mehr wolle er aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht verraten. Wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, eine Bootsroute zu installieren, hätten Einheimische und Touristen abwechslungsreiche Betriebsamkeit und beschauliche Natur – wie im niederländischen Friesland – miteinander vereint. In den Niederlanden rund um Lemmer wird Bootsfahrern jedenfalls ein einzigartiges Revier mit einem schier endlosen Wasserwegenetz geboten. Große Verkehrsachsen sind genauso zu finden wie verbundene Seen und seeartige Erweiterungen, von denen kleinere Kanäle und Durchfahrten abgehen. Sie bringen einen in Städte, die fast wie Freilichtmuseen wirken. Die Binnengewässer bereiten auch Einsteigern keine Schwierigkeiten. Restaurants und Serviceeinrichtungen sind vielerorts reichlich vorhanden. So wie in den Niederlanden, wird es in Plettenberg sicher niemals aussehen – muss es ja auch nicht, denn Plettenberg ist eben Plettenberg. Dennoch gibt es bereits Pläne für ein angedachtes Café an der Waterkant, das schon im kommenden Jahr eröffnet werden soll. Und es muss ja auch nicht eine kilometerlange Bootstrecke sein, findet die Redaktion. Für den Anfang reicht ja ein Teilstück, mit sicheren Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten. Die Inside-Redakteure fanden das Bootfahren auf der Lenne jedenfalls super. Vielleicht wird der Gedanke von Politik und Stadtverwaltung irgendwann fest mit aufgenommen – die jüngere Generation würde sich sicherlich über eine neue Attraktion mit Booten am „Lennestrand“ freuen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare