Das ist eigentlich nicht vorgesehen...

Klaus Ising im Stadtrat für ein bisher einmaliges Jubiläum geehrt

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Plettenberg - Einst wurde er in der Heimatzeitung als der „Benjamin“ der CDU tituliert, heute ist er mit 79 Jahren noch immer Politiker mit Leib und Seele und das älteste Mitglied des Stadtrates. Die Rede ist von Klaus Ising, der am Dienstag ein besonderes Jubiläum feiern konnte.

50 Jahre Arbeit im Stadtrat – das ist in Plettenberg bisher einmalig und wurde bei der Ehrung zu Beginn der Ratssitzung mit Respektbekundungen und Standing Ovations von allen Fraktionsmitglieder, den Verwaltungsvertretern und den Zuschauern honoriert.

Weil das System eigentlich nicht vorsehe, dass jemand 50 Jahre als Ratsmitglied tätig ist, gebe es auch keine festgelegte Ehrung, erklärte Bürgermeister Ulrich Schulte in seiner Laudatio. Was also schenkt man einem Jubilar wie Klaus Ising, der bereits 1979 den Wappenteller und 1984 den Ehrenring der Stadt Plettenberg erhalten hat? Auf der Suche nach einem persönlichen Geschenk sind Verwaltung und Bürgermeister auf eine Karikatur im Rathaus gestoßen, auf der frühere Ratsmitglieder abgebildet sind – inklusive Klaus Ising, der darauf als Bundeswehr-Oberstleutnant in einem Panzer sitzt. Für das gestrige Geschenk hat die Stadt nun einen Karikaturzeichner beauftragt, ein Bild nur von Klaus Ising zu fertigen, das ihm gestern überreicht wurde. Als Grundlage diente ein Foto aus der Heimatzeitung, das Klaus Ising bei einer seiner sogenannten „fünften Haushaltsreden“ zeigt.

Eben jene fünfte Haushaltsrede hat sich über all die Jahre zu Isings Markenzeichen entwickelt. Nachdem sich die Vorsitzenden der vier Ratsfraktionen in den Jahresabschlusssitzungen zum Haushalt am Rednerpult äußern, stellt auch Klaus Ising traditionell seine Sicht der Dinge von seinem Platz aus dar. Es ist stets ein Beleg dafür, dass das CDU-Urgestein sein Ehrenamt als Ratsmitglied mit großem Engagement ausführt.

Schon als Klaus Ising 1969 zu Zeiten der Doppelspitze Leopold Lenjer und Heinz Baberg und Stadtoberrechtsrat Manfred Kanther (später Bundesinnenminister) erstmals für den Rat kandidierte, versicherte der damals 29-jährige Ising, „energisch für sachgerechte Entscheidungen“ einzutreten. Er habe in seiner vorparlamentarischen Zeit „in aller Öffentlichkeit Kritik dann geübt, wenn es mir notwendig erschien; denn es ist das Vorrecht meiner Generation, die Wahrheit beim Namen zu nennen“, schrieb er damals in seiner Bewerbung für das Ratsmandat.

Themen wie die Umgehungsstraße Wall, der Baubeginn der Hochstraße Eiringhausen und die Altstadtsanierung standen damals im Mittelpunkt der politischen Diskussion, die durchaus auch mal etwas rauer werden konnte. „Es waren spannende Zeiten“, erinnert sich Ising, der wenige Jahre zuvor die Junge Union in Plettenberg mitbegründet hatte, „wir hatten uns regelmäßig mit den Vertretern der Jusos in der Wolle.“ Weniger die Kommunal-, eher die bundespolitischen Themen hätten die Rivalität zwischen CDU und SPD vor Ort gefördert. Im Lauf der Jahre hätten sich die Wogen aber geglättet.

Sei es die Fußgängersicherung an der ehemaligen Firma Budde & Steinbeck (heute Aldi, Herscheider Straße), die Öffnung der Sportplätze für die Allgemeinheit oder der Radweg entlang der Wallumgehung – „alles Dinge, von denen viele Plettenberger sagen würden: ‘Das war doch schon immer da.’ Nein, war es nicht. Sie wurden auf Antrag von Klaus Ising eingerichtet“, betonte Bürgermeister Schulte.

Und der Jubilar ist noch nicht fertig. Die Verwirklichung der seit Jahrzehnten von ihm geforderten Elsetalentlastungsstraße steht noch aus, ebenso wie eine Fußgängerbrücke vom Wall zur Schlieffenstraße, die viele schon jetzt Klaus-Ising-Brücke nennen. Wie lange also wird der Jubilar der Politik noch treu bleiben? Eine weitere Kandidatur bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr lässt Klaus Ising bewusst noch offen, sagt nur so viel: „Mein Wunsch ist es, die Innenstadtsanierung noch bis zum Ende mitzubegleiten.“

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