Jetzt fehlt nur noch die Zustimmung im Ausschuss

Klares Ja für die Übernahme der Oesterhalle

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Plettenberg - Die Oestertaler Schützen wollen die Oesterhalle pachten. Das Vermarktungskonzept traf am Freitag bei der Jahreshauptversammlung auf eine breite Zustimmung. So sprach sich eine deutliche Mehrheit für die Übernahme der Halle aus.

Seit 2015 liefen Gespräche zwischen dem Vorstand des Oestertaler Schützenvereins und der Stadt Plettenberg zur Oesterhalle. Was zuerst nur der Grobinformation diente, verdichtete sich im vergangenen Jahr zu ganz konkreten Vorschlägen und bei der Jahreshauptversammlung der Schützen wurde am Samstag dann beschlossen die Halle zu pachten. Nun ist noch das Ergebnis des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag im nicht öffentlichen Teil der Sitzung abzuwarten.

Alle Informationen und Randbedingungen zur Übernahme der Oesterhalle wurden vom 1. Vorsitzenden Andrea Saladdino bei der Versammlung am Samstag im Haus Heidrich auf den Tisch gelegt. Mit dabei waren Bürgermeister und Schützenvereinsmitglied Ulrich Schulte und Rechtsanwältin Silke Hoppe von Springer & Partner aus Balve.

Wenn man es genau betrachtet, ist es für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation: Die Stadt liebäugelt mit der Veräußerung der Halle und der Schützenverein braucht ein Domizil für die Feiern. Wird die Halle verkauft, muss der Schützenverein ein Zelt mieten, das aber im Oestertal keinen Platz findet. Für den Parkplatz am Sportplatz wäre keine Genehmigung zu bekommen, weil er zu dicht an der Landstraße liegt. Außerdem würden Kosten von rund 12 000 bis 13 000 Euro für die Zeltmiete anfallen.

An der Stelle fangen die Zahlen an, für sich zu sprechen. Bürgermeister Ulrich Schulte hält auf die Frage, was die Pacht kosten würde, zur Beantwortung das symbolische 1-Euro-Stück hoch und erklärt: „Der Pachtvertrag hat zunächst eine Laufzeit von 5 Jahren, kann aber aus schwerwiegenden Gründen (wenn der Verein den Pachtvertrag wirtschaftlich nicht stemmen kann) jederzeit gekündigt werden. Ansonsten läuft er auch über die 5 Jahre weiter hinaus. Die bei einer schon stattgefundenen Begehung und Prüfung festgestellten Mängel an der Halle werden von Seiten der Stadt Plettenberg und auf deren Kosten beseitigt.“ Die Prüfung ergab einen insgesamt guten Zustand der Halle.

Einnahmen könne der Verein durch Vermarktung ebenfalls erzielen. So wollen eine Tanzschule und ein Selbstverteidigungskurs in der Halle ihre Aktivitäten anbieten. Die an der Halle angrenzende Wohnung gehört ebenso zu den Einnahmen des Vereins, wie auch die zu erwartenden Vermietungen der Hallenräume.

Sportliche Aktivitäten sollen Einzug halten, wie auch die Bindung der Jugend an den Verein. Darin sieht der Vorstand die größte Möglichkeit, dem Mitgliederschwund (derzeit sind es noch 267 Mitglieder) entgegenzuwirken. Die Jugend hätte über den Verein einen Anlaufpunkt in der Halle.

Andrea Saladdino erklärte vor der Abstimmung: „Übernehmen wir nicht die Oesterhalle, werden wir in zwei Jahren keinen Schützenverein im Oestertal mehr haben.“ Jan Hendrick Müller ergriff mehrfach das Wort und machte ebenfalls für das Projekt Reklame. Er unterstrich die Wichtigkeit einer positiven Entscheidung für das weitere Vereinsleben und den hohen persönlichen Einsatz des 1. Vorsitzenden: „Er (Andrea Saladdino) hat nicht nur viel Zeit und Energie für das Projekt zum Erhalt des Schützenvereins aufgewendet, sondern auch, um die Vereinskasse nicht zu belasten, die Kosten für den Rechtsbeistand aus eigener Tasche bezahlt.“

Emotional wurde in der Versammlung das Für und Wider diskutiert, verlor sich manches Mal in Kleinigkeiten und endete dann doch in der Abstimmung: 37 Stimmen dafür, 5 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen. Die einfache Mehrheit hätte genügt.

Der Schützenverein Plettenberg-Oestertal, der 1877 gegründet wurde, hat nun 142 Jahre später, die Gelegenheit der Erneuerung und Verjüngung. Der angestrebte Vertrag wird in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am morgigen Dienstag, 26. März, vorgestellt, und kann, so Ulrich Schulte, ab dem 1. Mai wirksam werden. Dann kann tatsächlich das Schützenfest, das vom 17. bis 19. Mai stattfindet, schon in der eigenen Halle gefeiert werden.

Die Gemeinnützigkeit des Vereins muss erhalten bleiben. Die Aktivitäten des Vereins zur Erhaltung des Brauchtums im Oestertal bilden dafür die Grundlage, wie Silke Hoppe bestätigte. Sie führte weiter aus: „Etwaige steuerbare- und pflichtige Mieteinnahmen und Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken sowie dem Eintritt für das Schützenfest verbleiben unter der Kleinunternehmergrenze von 17 500 Euro.“ Und fallen dennoch einmal Steuern (zu einem Prozentsatz von 30 Prozent) an, sind Aufwendungen für die Einnahmen noch gegenzurechnen.

Bei von den Beteiligten vorsichtig kalkulierten Einnahmen von 25 040 Euro und Kosten von 19 890 Euro – inklusive eines 45-prozentigen Sicherheitsaufschlages – pro Jahr dürfte sich das Projekt rechnen.

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