Vor Verwaltungsgericht Arnsberg

Streit um Modepark: Attendorn verklagt Stadt Plettenberg

So soll der Modepark Röther am Maiplatz in Plettenberg nach der Fertigstellung im August aussehen. Doch nach der Klage der Stadt Attendorn ist nun fraglich, ob dort weitergearbeitet werden kann.

Plettenberg - Zwischen der Stadt Plettenberg und der Stadt Attendorn liegen nicht nur ein Berg und die Grenze zwischen kurkölnischem Frohsinn und märkischer Nüchternheit, sondern neuerdings auch die beiden Aktenzeichen 8K1687/18 und 8L608/18. Und die dürften die nachbarschaftlichen Verhältnisse auf eine schwere Probe stellen, denn die Hansestädter wollen kurz vor Toreschluss die im August geplante Eröffnung des Modeparks Röther in Plettenberg verhindern.

Dazu reichte man eine über 20-seitige Klageschrift beim Verwaltungsgericht Arnsberg ein. Dabei wird die Rechtmäßigkeit der Baugenehmigung für den Modepark Röther in Frage gestellt.

Man sieht offenbar einen Verstoß gegen das interkommunale Abstimmungsgebot und bewirkt mit dem zusätzlich eingereichten einstweiligen Rechtsschutzantrag praktisch einen Baustopp im Modepark, bis in einem „summarischen Eilverfahren“ ermittelt wurde, ob die erteilte Baugenehmigung „offensichtlich rechtmäßig“ ist. In dem Fall dürfte bis zum abschließenden Urteil weitergearbeitet werden. Ansonsten droht ein Baustopp, der sich über ein Jahr hinziehen könnte. Es geht um viel, viel Geld.

Nach Informationen unserer Zeitung sprach der Attendorner Bürgermeister Christian Pospischil im Vorfeld auch mit der Werdohler Verwaltungsspitze, wo das WK Warenhaus von der Ansiedlung des Modeparks Röther ebenfalls betroffen wäre. Hinter der Klage steht aber bislang nur die Stadt Attendorn.

Für Unmut dürfte der Vorstoß der Attendorner auch deshalb sorgen, weil man bei der Errichtung des Euronics-Marktes, des Hanse-Hotels und des Allee-Centers die Plettenberger Belange nur bedingt berücksichtigte. Aktuell plant die Stadt Attendorn ein neues Kinocenter aus eigenen Mitteln, das nach der Fertigstellung Ende des Jahres an den Betreiber des Lennestädter Lichtspielhauses verpachtet wird.

Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar, will sich aber kurzfristig zu dem Thema äußern. Zudem wird sich die Stadt Plettenberg Rechtsbeistand holen. Die Stadt Attendorn ließ der Redaktion nach Abstimmung mit dem für das Klageverfahren verpflichteten Anwalt eine Stellungnahme zukommen.

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