Einrichtungen stehen vor Herausforderungen

Kitas Plettenberg nach Corona-Pause vor einem schwierigen Neustart

+
Symbolbild

Plettenberg - Seit Donnerstag können die Vorschulkinder wieder in die Kindergärten, ab 8. Juni sollen auch die Jüngeren folgen. Das Kita-Personal freut sich auf das Wiedersehen, macht sich aber auch Gedanken, wie sich Hygieneregeln mit so vielen Kindern umsetzen lassen. Ein überblick

Karin Florath, Leiterin des Katholischen Kindergartens St. Laurentius, sieht Probleme bei der künftigen Umsetzung der Corona-Schutzmaßnahmen, wenn wieder mehr Kinder die Einrichtung besuchen. Schon jetzt werden im Kindergarten St. Laurentius mehr als zehn Kinder betreut. Es wurde ein Hygieneleitfaden erarbeitet und feste „Settings“, also Gruppen, gebildet, in die dann auch weitere Kinder integriert werden, wenn die Vorschulkinder ab dem 28. Mai wiederkommen.

Momentan werden die Kinder an der Tür abgeholt und waschen sich dann im Waschraum gründlich die Hände zu einer entsprechenden Melodie, damit die nötige Waschzeit eingehalten wird. „Das ist für die Kinder ein wunderbares akustisches Zeichen“, sagt Florath.

Mit zehn bis zwölf Kindern sei das alles noch machbar, aber am 8. Juni kommen noch die kleineren Kinder hinzu, außerdem endet das Betretungsverbot für die Eltern. Die Hygiene- und Abstandsregeln dann noch umzusetzen und beispielsweise die Handläufe regelmäßig zu desinfizieren, wenn wieder 67 Kinder und Eltern die Einrichtung besuchen, sei eine Herausforderung, sagt Florath. Hinzu kommt, dass einige Erzieherinnen, die zu Risikogruppen gehören, noch zuhause bleiben. „Wir haben dann alle Kinder, aber nicht das volle Personal“, sagt Florath.

Im Außenbereich sieht sie dagegen keine Probleme, die einzelnen Gruppen auseinanderzuhalten. Mit dem oberen und unteren Spielplatzbereich sei man sehr gut aufgestellt und könne zwischen den Gruppen rotieren, um den Kindern Abwechslung zu bieten.

DRK-Familienzentrum Saley

Die einzelnen Gruppen im draußen voneinander zu trennen, hält auch Claudia Stahlhacke, Leiterin des DRK-Familienzentrums „Am Saley“, für gut umsetzbar. Das gilt auch für den Innenbereich: „Die Gruppen sind räumlich gut getrennt und können sich aus dem Weg gehen.“ Stahlhacke geht davon aus, dass die Befolgung der Corona-Regeln auch mit mehr Kindern in der Kita gelingen werde.

Wie schon während der Notbetreuung gibt es feste Gruppen mit fest zugeteilten Erzieherinnen, die nun ebenfalls, bis auf wenige Ausnahmen, in die Kita zurückkehren. „Wir sind alle froh, dass wir wieder arbeiten können“, sagt Stahlhacke und ergänzt: „Wir freuen uns auf jeden Fall, dass wir alle Kinder wiedersehen.“

Seit Wochenbeginn kontaktiert Stahlhacke die Eltern, um sie einerseits zu informieren und um zu erfahren, wie viele Kinder tatsächlich zum 28. Mai und zum 8. Juni zurück in die Kita kommen. Denn einige Eltern wollen, da es bisher sehr gut funktioniert habe, ihre Kinder weiter zuhause betreuen, sagt die Kita-Leiterin. Bis zum Ende des Betretungsverbots sollen die Kinder, die zur Kita gebracht werden, noch an der Tür abgeholt werden, danach müssen die Eltern beim Bringen und Abholen in der Kita Mundschutz tragen und sich die Hände desinfizieren.

Familienzentrum Eiringhausen

Das Evangelische Familienzentrum Eiringhausen möchte die Eltern darauf hinweisen, auch nach dem 8. Juni die Kita möglichst nicht zu betreten, sagt Leiterin Sabine Arndt. Ihre Einrichtung steht vor der zusätzlichen Herausforderung, dass von einer offenen auf eine Gruppenbetreuung umgestellt werden muss. „Das Konzept der offenen Arbeit fällt bis zu den Sommerferien erst einmal weg“, sagt Arndt.

Glücklicherweise verfüge das Familienzentrum über genügend Raumkapazitäten, um auf drei feste Gruppensettings umstellen zu können – eine U3-Gruppe, eine Vorschulgruppe und eine für die übrigen Kinder. „Da haben wir die Trümpfe in der Hand“, sagt Arndt. Jede Gruppe habe zwei Räume zur Verfügung, außerdem wird jedes Gruppensetting einen separaten Eingang haben.

Auch im Außenbereich habe man durch zwei Freiflächen sowie der Möglichkeit, bei gutem Wetter einen Spaziergang mit einer Gruppe zu unternehmen, genug Alternativen, die Gruppen voneinander zu trennen. „Das Mischen der Kinder soll vermieden werden“, erklärt Arndt. Ein Problem sieht sie allerdings darin, dass sich durch den eingeschränkten Regelbetrieb die gebuchte Betreuungszeit um zehn Stunden verringert. Eltern, die 45 Stunden gebucht haben, können ihre Kinder maximal 35 Stunden in die Kita geben, die mit einer 35-Stunden-Betreuung für 25. Für manche Familien oder Alleinerziehende, die bisher Anspruch auf 45 Stunden Notbetreuung hatten, könnten sich so Schwierigkeiten ergeben.

Ev. Kindergarten Arche Noah

Im Evangelischen Kindergarten „Arche Noah“ in Herscheid überlegt man noch, wie man gemeinsam mit Eltern und Kindern die Hygieneregeln weiter umsetzt. Klar ist, dass auch hier die Kinder in Stammgruppen mit festen Erziehern bleiben sollen. Wie das auch draußen möglich sein könnte, will Leiterin Sabine Neumann mit ihrem Team noch genau festlegen. Eine Teilung des Außenbereichs sei denkbar, aber ebenso, dass eine Gruppe einen Spaziergang unternimmt.

Die Trennung der Gruppen sei insgesamt schwer umzusetzen, weil die Kinder miteinander spielen möchten, sagt Neumann. Nachdem die Erzieherinnen die Kinder so lange nicht gesehen haben, wüssten sie nicht, was auf sie zukomme. „Einige Kinder brauchen vielleicht auch eine Wiedereingliederung und müssen sich wieder orientieren“, sieht Neumann eine mögliche Herausforderung. Die Vorfreude, die Kinder wiederzusehen, überwiegt aber klar, denn: „Ein Kindergarten ohne Kinder – das ist ja nichts.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare