Unklare Lage in den Kitas

Was sich die Kita-Leiterin wünscht

Von den insgesamt 70 Kindern des Papilio-Familienzentrums Stadtmitte besuchen derzeit nur 18 die Einrichtung.
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Von den insgesamt 70 Kindern des Papilio-Familienzentrums Stadtmitte besuchen derzeit nur 18 die Einrichtung (das Foto entstand vor der Corona-Pandemie).

Plettenberg – Als der bayerische Ministerpräsident Markus Söder in diesen Tagen zum Thema Lockdown-Verlängerungen und den Auswirkungen auf Kitas und Schulen angesprochen wurde, antwortete er nur mit Blick auf mögliche Auswirkungen für die Schulen.

Den Bereich der Kindertagesstätten erwähnte er mit keinem Wort. Dass der Bereich der Kitas auf politischer Ebene „unter dem Radar läuft“ ist nicht nur der Eindruck von Petra Möwes, der Leiterin des Papilio-Familienzentrums Stadtmitte. Auch Jugendamtsleiter Michael Schröder vermisst eine klare Regelung. Denn nach dem Ende des Lockdowns im Frühjahr gibt es die im KitaBereich praktisch nicht mehr. Seinerzeit durften nur die Kinder in den Kitas betreut einer Art Grauzone und betreue gerade 18 von 70 Kindern. „Es macht einen Unterschied ob gesagt wird, ,ihr dürft die Kinder nicht die Kita schicken’ oder ,ihr sollt sie nicht schicken’“, sagt Möwes. „Eine klare Regelung, an der man sich orientieren kann, wäre werden, deren Eltern in systemrelevanten Berufen beschäftigt waren. „Danach – und das gilt bis heute – galt im Grunde die Regelung ,alles kann, nichts muss’“, so Schröder.

Ein Appell aber kein Vebot

Im Sommer herrschte normaler Kita-Betrieb und erst im Spätherbst hieß es, die Eltern sollten selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Kita schicken oder nicht. Ab dem 15. Dezember wurde daraus ein Appell, die Kinder möglichst selbst zu betreuen. Ein Verbot, die Kinder in die Kita zu schicken, gab und gibt es bis heute nicht. „Wir hatten auf einmal unheimlich viele Eltern mit ganztägigen Arztterminen“, berichtet Petra Möwes, die im Familienzentrum Stadtmitte normalerweise 70 Kinder betreut. Sie zeigt durchaus Verständnis für die Eltern, deren Urlaubskonto ausgereizt ist und würde sich selbst eine verbindliche Lösung wünschen.

Kein Plan B in der Schublade

„Wir haben nichts in der Schublade und warten jetzt auf die genauen Vorgaben der Landesregierung“, sagt Möwes. Sie hofft, nicht wie im März erneut den Daumen heben oder senken zu müssen – je nachdem, ob die Eltern einen systemrelevanter Beruf ausüben oder nicht. Aktuell befinde man sich in einer Art Grauzone und betreue gerade 18 von 70 Kindern. „Es macht einen Unterschied ob gesagt wird, ,ihr dürft die Kinder nicht die Kita schicken’ oder ,ihr sollt sie nicht schicken’“, sagt Möwes. „Eine klare Regelung, an der man sich orientieren kann, wäre dringend notwendig“, so Möwes.

Michael Schröder sieht es ähnlich und hofft vor allem darauf, dass auf politischer Ebene auch das große Ganze berücksichtigt wird, erklärte er im Vorfeld der Beratungen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Wenn bei uns nach dem 10. Januar wieder alles halbwegs normal läuft, in den Schulen aber nicht, bekommen wir ein Problem mit unseren Erzieherinnen, die selbst schulpflichtige Kinder zu Hause betreuen müssen“, gibt Schröder zu bedenken.

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