Stadtrat beruft Sondersitzung ein

Kita Holthausen: Entscheidung soll am Dienstag fallen

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Plettenberg - Es gibt weiterhin keine Lösung für eine vorübergehende Verlegung der Holthauser Kindergartenkinder. Der Stadtrat verschob das Thema in seiner gestrigen Sitzung, wobei Bürgermeister Ulrich Schulte einen klaren Zeitplan nannte, wann eine Entscheidung getroffen werden soll.

Vorgesehen ist, dass heute und morgen zwei Elternabende stattfinden, bevor sich am Samstag die Ratsmitglieder zu einer Ortsbesichtigung treffen. Dabei sollen die möglichen Varianten – die bisher von der Stadt favorisierte Bonifatiuskirche im Oestertal und die von den Eltern befürwortete Martin-Luther-Kirche – in Augenschein genommen werden. Am Montagabend beraten die Ratsfraktionen jeweils intern. Für Dienstag wird dann eine Sondersitzung des Rates einberufen, in der entschieden werden soll, welche Räumlichkeiten für eine vorübergehende Betreuung der Holthauser Kindergartenkinder ab dem 1. August hergerichtet werden kann und soll.

Über ein Dutzend betroffene Eltern fanden sich gestern zur Ratssitzung in der Schützenhalle ein, um live mitzubekommen, wie es weitergehen soll. Bürgermeister Ulrich Schulte musste sie zwar vertrösten („Uns fehlen noch zu viele Informationen. Wir sind auf dem Wege, alles zusammenzutragen.“) Er nutzte aber die Gelegenheit, um sich mit einer Entschuldigung an die Betroffenen zu wenden. „Ich denke, da ist in der Kommunikation viel schief gelaufen. Ich kann verstehen, dass Sie sauer sind. Wir haben Sie komplett übersehen. Das tut mir leid. Wir versuchen, das jetzt nachzuholen“, sagte der Bürgermeister.

Bereits zuvor hatten Patrick Hansmann, CDU, („Die Kommunikation ist unglücklich gelaufen“) und Wolfgang Schrader, SPD, („Gelungene Kommunikation sieht anders aus“) den Finger in die Wunde gelegt. Beide hoffen gemeinsam mit den anderen Ratsmitgliedern, dass nun eine zufriedenstellende Lösung im Sinne des Kindeswohls gefunden werden kann. Klaus Salscheider (PWG) betonte noch einmal: „Und bei allen Überlegungen darf es nicht um das Archiv gehen, auch wenn wir dafür ebenso eine Lösung finden müssen.“

Zum Hintergrund: Das Archiv sollte nach den Plänen der Stadt gemeinsam mit einer vorübergehenden Kinderbetreuung der Holthauser Kinder in die Bonifatiuskirche verlegt werden, die dafür von der Stadt gekauft werden müsste. Doch dagegen bildete sich Widerstand der Eltern, unter anderem wegen der Entfernung und der aus Elternsicht ungeeigneten Räumlichkeiten in der Kirche.

Ursprünglich sollten die beiden Holthauser Kindergärten zum 1. August ihr neues Domizil in der ehemaligen Vier-Täler-Schule beziehen. Doch weil dieser Termin aus Brandschutzgründen nicht gehalten werden kann, braucht es eine schnelle Behelfs-Lösung für die Unterbringung der Kinder zum anstehenden Kindergartenjahr – und auch für das Archiv, das sich derzeit noch in der ehemaligen Vier-Täler-Schule befindet. Letzteres scheint inzwischen geklärt zu sein. Einen Tag nach der Ratssitzung verkündete Bürgermeister Ulrich Schulte, dass sich der Stadtrat im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung auf den Kauf der Bonifatius-Kirche geeinigt hat.

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