Kommt der Ur-Wetterhahn ins Museum?

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Der Wetterhahn von 1864 ist leicht ramponiert wieder im Besitz der Kirchengemeinde. Während der 2014 installierte Ersatzhahn auf dem Kirchturm die Windrichtung anzeigt, soll der Ur-Hahn in der Kirche ausgestellt werden.

Plettenberg – Es ist noch nicht lange her, da sorgte ein von der Telekom beauftragtes Bauunternehmen für Kopfschütteln, weil die Mitarbeiter beim Bau der Glasfaserleitung fünf Stolpersteine entsorgten.

Jetzt waren wieder Telekom-Mitarbeiter im Spiel, doch diesmal fanden sie bei Arbeiten im Bereich Im Baumhof/Brachtstraße keinen Stolperstein, sondern stolperten stattdessen über einen vergoldeten Wetterhahn. Statt ihn zu behalten oder zu entsorgen, taten sie das einzig Richtige und gaben den leicht ramponierten Metall-Gockel bei der Polizei ab. Und dort konnte man das „Fundtier“ schnell zuordnen, denn vor knapp sechseinhalb Jahren sicherte die Plettenberger Polizei den Wetterhahn, der vom Turm der Plettenberger Christuskirche stammt, zum ersten Mal.

 Entwendet wurde er um den 29. Juli 2013. Der Turm war zwecks der Sanierungsarbeiten bis zur Kirchturmspitze eingerüstet, was es den Langfingern ermöglichte, den Wetterhahn zu stehlen. Doch die Evangelische Kirchengemeinde wähnte sich im Glück, als der Hahn knapp drei Wochen später im Bereich Ratscheller Weg in einer Hecke gefunden wurde. 

Knapp ein Jahr später war es dann so weit und der aufbereitete Hahn aus dem Jahr 1864 wurde am Freitag, 11. Juli 2014, in einem feierlichen Akt wieder auf die Kirchturmspitze gesteckt. Um einen erneuten Diebstahl zu verhindern, wurden mehrere Gerüstbohlen am Turm der immer noch eingerüsteten Christuskirche entfernt. Und deshalb war der Schock groß, als keine zwei Tage später, am Sonntag, 13. Juli 2014, der erneute Diebstahl des Wetterhahns angezeigt werden musste.

Der 1864er Wetterhahn zwei Tage vor dem Diebstahl am 13. Juli 2014.

 Das Gerüst sollte nur wenige Wochen später komplett entfernt werden, doch vorher hatten es die Täter mit viel Kletterkunst noch einmal genutzt, um den Hahn ein zweites Mal zu entwenden. Weil der Wetterhahn nach dem zweiten Diebstahl nicht auftauchte, obwohl der Plettenberger Sascha Wißen seinerzeit sogar eine Belohnung in Höhe von 2 000 Euro ausgelobt hatte, musste Plan B greifen. 

Dank einiger Spenden, der Vorarbeit der Firma Lüsebrink & Teubner und der Mithilfe des Kunstschmieds Roland Bongert wurde ein neuer Wetterhahn aus Kupferblech erstellt und am 15. August 2014 installiert. Dort zeigt er auch heute noch die Windrichtung an. Sein Vorgänger, der Hahn aus dem Jahre 1864, schafft es dafür jetzt ins Museum. Denn ein solches plant Pfarrer Dietmar Auner über dem Kirchgewölbe der Christuskirche. „Wir würden dort gerne mittig einen Gang aus Holz installieren lassen und dann links und rechts davon einige Exponate ausstellen.“

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