"Kirchenasyl etwas anders": Wie die Kirchengemeinde der Musikschule Cofidato in der Not zur Seite steht

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Plettenberg -  Thomas Höller hat erst einmal genug von Wasser. Erst wurde nach einem Unwetter Anfang letzten Jahres der Schlagzeugraum seiner Musikschule Cofidato gegenüber der Johanniskirche überschwemmt, dann trat im September auch noch ein Wasserschaden in den Musikschul-Haupträumen an der Reichsstraße auf. Es folgten turbulente Wochen mit der Frage: Wie soll es weitergehen? Bis der Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde, Uwe Brühl, auf eine wunderbare Idee kam.

Brühl, der bei Thomas Höller, den alle nur Kofi nennen, auf dem Klavier unterrichtet wird, sagte: „Zur Not könntet ihr bei uns den Gemeindesaal an der Johanniskirche haben.“ Und ja, es herrschte Not. Zwar stand das Wasser in den Musikschul-Räumen nicht mehr knöchelhoch wie an jenem September-Wochenende, trotzdem waren auch Wochen später die Böden nass und die Renovierung hätte sich lange hingezogen. Mal ganz abgesehen davon, dass diese Zustände für die Instrumente, zum Beispiel für das schicke Naturklavier, nicht gerade ideal waren, so konnte Kofi auch seinen Lehrern und Schülern diese Zustände nicht mehr länger zumuten.

Nach zwei Monaten der Improvisation und nachdem viele größere Instrumente bei der Spedition Fölker zwischengelagert werden konnten, machten Thomas Kofi Höller und sein Geschäftspartner Ben Weiß Nägel mit Köpfen. Sie packten die Instrumente und schafften sie den kurzen Weg herüber in den kleinen Gemeindesaal, in dem seitdem der Musikschulunterricht stattfindet.

Zugegeben, etwas improvisiert ist es immer noch, weil im ganzen Raum verteilt Keyboards, Gitarren und ein Klavier herumstehen und die Schüler nicht mehr wie zuvor in zwei verschiedenen Räumen unterrichtet werden können. Aber es ist sauber und trocken. „Kirchenasyl mal etwas anders“, schmunzelt Kofi. Wobei das nicht der ganzen Wahrheit entspricht, denn natürlich zahlt die Musikschule für die Nutzung der Räume auch eine kleine Miete an die Kirchengemeinde.

Während nun zu den Unterrichtszeiten immer donnerstags und freitags aus dem Gemeindesaal Gitarrenriffs und Keyboardsounds zu hören sind, wird der Raum auch weiterhin von der Kirchengemeinde genutzt, zum Beispiel von der Frauenhilfe.

Ein Dauerzustand ist das für alle Beteiligten freilich nicht. Deshalb haben Kofi und sein Geschäftspartner über Wochen nach passenden Räumlichkeiten für eine Musikschule gesucht. „Wenn schon Neustart, dann auch richtig“, dachten sich die beiden und wurden fündig. In den alten Redaktionsräumen des Süderländer Tageblatt An der Lohmühle will die Musikschule am Samstag, 30. März, ihre große Neueröffnung feiern, ehe dann ab April hier auch der Unterricht für die Schüler stattfinden soll. „Die Räume sind ideal; hier bekommen wir sogar das Schlagzeug rein“, freut sich Kofi, dass künftig die ganze Musikschule in einem Lokal gebündelt ist. Und wasserdicht sind die alten Redaktionsräume An der Lohmühle obendrein...

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