Dagmar Freitag besucht die Zeppelinschule: Kinderrechte sollen im Grundgesetz ergänzt werden

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Die 7a und 7b der Zeppelinschule diskutierten gestern mit der SPD-Bundestagsabgeordneten über das Thema Kinderrechte und Kindersoldaten. Die Schule beteiligte sich in dieser Woche auch am Red-Hand-Day, eine Aktion um den Einsatz von Kindersoldaten zu stoppen. Die Ergebnisse der Aktion zeigten sie im Anschluss an die Diskussion der Bundestagsabgeordneten.

Plettenberg - „Das Grundgesetz ist eine der besten Verfassungen der Welt“, sagte SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag gestern in der Zeppelinschule. Gemeinsam mit den Schülern der 7a und der 7b diskutierte sie über Kinderrechte und Kindersoldaten.

Änderungen am Grundgesetz sind nur mit einer zweidrittel Mehrheit des Bundestages möglich, erklärte Dagmar Freitag den Schülern. Während der Koalitionsverhandlungen hat man sich geeinigt, dass man die Kinderrechte mit in das Grundgesetz aufnehmen möchte, sodass die Kinder unter dem besonderen Schutz des Gesetzgebers stünden.

„Was kann noch für Kinder getan werden?“, fragte Dagmar Freitag in die Runde. Für genügend Essen, Trinken und Kleidung sorgen, meldeten sich die Jugendlichen zu Wort. Auf den Vorschlag eines Schülers, man könne spenden, erklärte Dagmar Freitag, dass die Regierung das nicht darf. Allerdings könnte sie die Rahmenbedingungen ändern. Gemeint ist damit, dass unter anderem mit staatlichen Leistungen genügend Geld für die Kinder zur Verfügung stehen sollen. Allerdings erklärte Freitag auch, dass die Thematik nicht einfach sei.

Dagmar Freitag zur GroKo und der Diskussion in der SPD beziehungsweise über die SPD.

In der Diskussion ging es nicht nur um Kinder in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. So berichtete die Bundestagsabgeordnete, dass sie als Mitglied des Auswärtigen Ausschusses schon in vielen Ländern gewesen ist, wie Namibia, Botswana, Südafrika oder Brasilien. „Ich gucke mir vor Ort an, was aus den Hilfsprojekten wird“, sagte Freitag. Einige würden von Deutschland aus mitfinanziert.

In Südafrika habe man zum Beispiel Kinder aus den Townships geholt für das Projekt „Education first, football second“. Dies bedeute, dass die Kinder Fußball spielen dürfen, wenn sie vorher Mathe und Englisch gelernt haben. Auch in anderen Ländern gebe es das Projekt, aber dann zum Beispiel mit Basketball anstatt Fußball.

Neben Bildung geht es in den Projekten auch darum, Brunnen zu bauen, damit in den Dörfern Trinkwasser vor Ort ist. Teilweise könnten Mädchen nämlich nicht zur Schule gehen, da sie lange Strecken zurück legen müssen, um Trinkwasser nach Hause zu holen. Mit einem Brunnen im Dorf sei das nicht mehr nötig.

Am Dienstag beteiligten sich die Schüler der Zeppelinschule gemeinsam mit Unicef am Red-Hand-Day.

Die Schüler wollten auch wissen, wie Dagmar Freitag zum Thema Kindersoldaten steht. „Kinder als Soldaten zu missbrauchen ist das Allerletzte“, sagte diese. Zudem vertritt sie den Standpunkt: „Jeder Schuss, der auf der Welt fällt, ist einer zu viel.“ Dass es keinen Krieg mehr auf der Welt gebe, würde jedoch ein frommer Wunsch bleiben, da es immer Menschen geben werde, die ihre Interessen so durchsetzen wollen würden.

Auch das Thema Flüchtlinge kam während der Diskussion zur Sprache. Die Bundestagsabgeordnete gab den Schülern den Rat: „Denkt daran, was die Kinder aus Syrien erlebt haben. Gebt ihnen eine Chance und seid nett zu ihnen.“ 2015 seien viele Menschen nach Deutschland gekommen und der größte Teil davon aus großer Not und Elend. „Das Recht auf Asyl sollten wir nicht antasten, wenn wir uns unsere eigene Geschichte angucken“, sagte sie.

An Dagmar Freitag als Person waren die Schüler ebenfalls interessiert und stellten ihr viele Fragen zu ihrem Beruf und ihr persönlich. Auf die Frage, wie sie sich selbst für arme Kinder einsetzt, erklärte sie, dass sie zwei Patenkinder habe, unter anderem auch bei der Organisation Plan Deutschland. Das eine Mädchen lebe in Ruanda und das andere in Kenia.

Die Diskussion mit der Bundestagsabgeordneten war von der Unicef-Ortsgruppe Plettenberg arrangiert worden, die im Vorfeld schon in Verbindung mit dem „Red-Hand-Day“ mit den Schülern über Kinderrechte und Kindersoldaten gesprochen hatte. Mehrere Klassen der Zeppelinschule hatten sich im Rahmen einer gemeinsamen Aktion mit Unicef am Red-Hand-Day beteiligt.

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