„Wir müssen den Eltern vertrauen“

Kindergärten: Erkältungswelle in Pandemie-Zeiten bereitet Sorgen

Kindergartenkind mit Erkältung und Taschentuch
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Erkältet in den Kindergarten? Die Plettenberger Einrichtungen vertrauen auf die Eltern, die bei mehreren gleichzeitig auftretenden Symbolen einen Corona-Test durchführen sollten, ehe sie den Nachwuchs in die Kindertagesstätte schicken.

Kaum ist der Sommer vorbei, füllen sich die Wartezimmer der Arztpraxen. Die Grippe-Saison ist im vollen Gange. Mit Blick auf die Corona-Pandemie ist es nicht immer einfach, einen Schnupfen von einer Corona-Infektion zu unterscheiden. Die Plettenberger Kindergärten vertrauen den Eltern kranker Kinder.

Plettenberg - Beim evangelischen Familienzentrum Mittendrin dürfen kranke Kinder weiterhin in die Kita kommen, wenn sie nicht mehr als ein Symptom einer Corona-Erkrankung zeigen. Zudem stehen Schnelltests im Lolli-Verfahren jedem Kind zur Verfügung.

Mit diesem Verfahren scheint die Kita gut zu fahren, denn: „Gott sei dank waren wir bisher nur von einer einzigen Quarantäne betroffen“, sagt Sandra Becker, Leiterin des evangelischen Familienzentrums Mittendrin, und bezieht sich auf den ersten Lockdown. Mittlerweile wurden die Corona-Regelungen an Kitas gelockert: In Quarantäne müssen nur noch infizierte Kinder.

In Corona-Zeiten sei es eine Gratwanderung mit verschnupften Kindern, berichtet Sandra Becker. „Wir versuchen, den Eltern zu vertrauen und hoffen, dass sie die Situation richtig einschätzen.“ Denn würden Erzieher jedes Kind mit einem Schnupfen nach Hause schicken, so könne die Kita derzeit ganz zu bleiben.

Nach anderthalb Jahren mit Abstand und Desinfektion sei es laut Sandra Becker nur logisch, dass das Immunsystem der Kinder – und auch das der Erzieher und Eltern – nun schwächelt. Denn dank der Corona-Maßnahmen sind alle auch von den sonst üblichen Erkältungen verschont geblieben.

Ähnlich läuft es auch beim Kindergarten St. Laurentius. Haben Kinder mehr als ein Symptom, sind die Eltern angehalten, einen Corona-Test durchzuführen. Die Tests bekommen die Eltern ebenfalls regelmäßig von der Kita mit nach Hause.

„Wir müssen den Eltern vertrauen, dass sie die Tests durchführen“, sagt Kita-Leiterin Karin Florath. Hat eines der 76 Kita-Kinder Fieber, so sollte es mindestens 48 Stunden fieberfrei Zuhause bleiben, erklärt Karin Florath, denn: „Kinder sind sonst zu sehr geschwächt und nicht richtig auskuriert.“ Und somit auch anfälliger für eine Corona-Infektion. Die meisten Eltern ließen ihre Kinder aber ohnehin vorsichtshalber Zuhause, wenn sie krank sind.

In der katholischen Kita wurden die Corona-Maßnahmen aufgrund der gesunkenen Inzidenzen gelockert. Nachmittags dürfen sich Eltern bei der Abholung wieder bis zu 15 Minuten in der Kita aufhalten. „Das ist wichtig, um den Alltag der Kinder nachvollziehen zu können und auch um zu schauen, ob die Kleidung noch passt“, so Karin Florath. „Sind Eltern länger als 15 Minuten in der Kita, dann gilt die Drei-G-Regelung“, erklärt die Kita-Leiterin.

Dass diese Maßnahme funktioniert, ist für das Kita-Team wichtig, denn die Mitarbeiter hoffen auf weitere Lockerungen. „Wir würden uns wünschen, wenn wir die kommende Weihnachtsfeier mit Kindern und Eltern gemeinsam in der Kirche verbringen könnten“, so Karin Florath. Ob dies wirklich möglich ist, bleibt abzuwarten.

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