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Kinderarzt im MK hat schon wieder Corona: „Ich habe bald den 5 G-Status“

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Von: Georg Dickopf

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In der Praxis von Michael Achenbach werden derzeit nur Rezepte ausgestellt und Termine vereinbart. Der Kinderarzt sei derzeit „hoch ansteckend“ und meide daher natürlich den Kontakt zu Patienten und Mitarbeitern. 	Foto: DICKOPF
In der Praxis von Michael Achenbach werden derzeit nur Rezepte ausgestellt und Termine vereinbart. Der Kinderarzt sei derzeit „hoch ansteckend“ und meide daher natürlich den Kontakt zu Patienten und Mitarbeitern. © Dickopf

Jedes 18. Kind im Alter von fünf bis 14 Jahren hat sich aktuell mit dem Corona-Virus infiziert.

Plettenberg - Doch zumindest in Plettenberg muss die Untersuchung bei Kinder- und Jugendarzt Michael Achenbach ausfallen. Die Praxis hat zwar geöffnet, doch der behandelnde Arzt Michael Achenbach ist erkrankt. Am Coronavirus. Zum zweiten Mal.

„Ich habe eigentlich schon ein bisschen eher damit gerechnet“, sagte der Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Westfalen-Lippe.

Berufsbedingt sei er von Mittwoch bis Sonntag in Berlin gewesen. „Privat wäre ich da freiwillig nicht hingefahren“, so Achenbach mit Blick auf die mit 1820 hohe Inzidenzzahl in der Bundeshauptstadt, die sich damit allerdings kaum von den ebenfalls sehr hohen Werten in Plettenberg unterscheidet.

Angesteckt habe er sich entweder in Berlin, auf der Zugfahrt dahin oder in der Praxis.

„Ich habe bald den 5 G-Status“

„Ich habe jetzt den 4 G-Status und bald sogar 5 G“, so Achenbach, der genesen geimpft, geimpft, geboostert und bald wieder genesen sein dürfte.

Bei seiner ersten Corona-Infektion im November 2020 habe er den Urtyp des Erregers gehabt. Zu den Symptomen zählten seinerzeit Kreislaufprobleme, plötzliche Schlappheit und leichtes Fieber.

„Jetzt läuft bei mir die Nase und ich habe etwas Husten. Früher hätte ich mir eine Maske aufgesetzt und gearbeitet“, betonte Achenbach, der die Symptome mit der einer starken Erkältung verglich. Nach dem Auftritt der ersten Symptome habe er direkt einen Schnelltest durchgeführt und sich danach selbst isoliert, auch wenn das Ergebnis des PCR-Tests noch ausstehe und die Quarantäne damit offiziell noch gar nicht begonnen habe.

„Ich bin gerade hoch ansteckend und werde deshalb natürlich den Kontakt zu Mitarbeitern und Patienten meiden“, sagte Achenbach am Telefon.

Sorge wegen hoher Inzidenz bei Kindern

Der Kinder- und Jugendarzt, der als einer der ersten Ärzte bundesweit auch Kinderimpfungen durchführte, sieht die Impfbereitschaft bei Kindern und Jugendlichen recht positiv. Diese liege mit rund 65 Prozent gar nicht so weit entfernt von der Quote der Erstimpfungen bei Erwachsen (75 Prozent), was auch daran liege, dass die Vorbehalte gegen das Impfen bei dieser Altersgruppe deutlich niedriger seien.

Michael Achenbach ist zum zweiten Mal an Corona erkrankt. Die Symptome ähnelten dieses Mal einer starken Erkältung, erklärt der Kinderarzt, der uns dieses Foto zukommen ließ.
Michael Achenbach ist zum zweiten Mal an Corona erkrankt. Die Symptome ähnelten dieses Mal einer starken Erkältung, erklärt der Kinderarzt, der uns dieses Foto zukommen ließ. © Achenbach

Sorgen bereite ihm aber die hohe Inzidenzzahl von 5545 in der Altersgruppe der fünf- bis 14-Jährigen im Märkischen Kreis. „Das bedeutet, das durchschnittlich in jeder Schulklasse mindestens ein Schüler infiziert ist“, so Achenbach.

Zwar helfe eine Impfung derzeit nur bedingt vor der Ansteckung mit der Omikron-Variante, doch es sei durchaus denkbar, dass auch die Delta-Variante oder ein anderer Erreger sich wieder stärker verbreite. „Und mit einer Impfung ist man in jedem Fall vor schweren Symptomen weitgehend geschützt“, sagte Achenbach, den seine erste Corona-Infektion als damals Ungeimpfter wesentlich stärker erschüttert habe.

Praxis bleibt erstmal geschlossen

In seiner Praxis werden bis Ende der Woche lediglich Rezepte ausgestellt und Termine vergeben. Er selbst könne sich erst nach zwei symptomfreien Tagen nach sieben Tagen Quarantäne freitesten. Die Kinderarztpraxis an der Kaiserstraße in Plettenberg, in der deshalb auch vorerst keine Impfungen durchgeführt werden können, bleibe deshalb mindestens bis Ende der Woche geschlossen.
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