35 000 Kilometer ganz ohne Geld durch die Welt

35 000 Kilometer ganz ohne Geld durch die Welt

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Michael Wigge und sein Buffet ohne Geld: Süßigkeiten aus aller Welt, Meerschweinchen-Fleisch mit Feigen und süßen Früchten und dickes Weißbrot mit Marmelade.

Plettenberg - Ohne eigenes Geld bis ans Ende der Welt? Unvorstellbar? Aber nicht unmöglich. Wie, das erzählte der Sauerländer Reiseautor und Videojournalist Michael Wigge und unterhielt etwa 70 begeisterte Gäste in der Stadtbücherei mit seinen Erlebnissen zwischen Berlin und der Antarktis.

Im Sommer vor acht Jahren stellte sich Wigge der kaum vorstellbaren Aufgabe, ohne Geld von Berlin bis ans Ende der Welt – die Antarktis – zu reisen. Steffen Reeder vom Plettenberger Stadtmarketing lernte Wigge in Köln kennen und lud ihn ein, in der Vier-Täler-Stadt über dieses Abenteuer zu berichten.

 Eine halbe Weltreise ohne eigenes Geld – kaum vorstellbar für uns Normalbürger, bricht uns doch schon der Schweiß aus, wenn wir unser Portemonnaie zu Hause haben liegen lassen. Jetzt will uns jemand berichten, dass so etwas möglich ist? Wigge stellte die damalige Aufgabenstellung vor. Er wollte reisen, hatte aber kein Geld. Klar war ihm, dass es ohne Geld funktionieren müsste, was aber sorgfältiger Planungen bedürfe. Ein halbes Jahr bereitete er sich also vor, sammelte Ideen, checkte Kontakte, testete vorher, was geht und was nicht. Diese Art zu reisen würde kein Spaziergang werden.

 In Köln traf sich Wigge mit Peter, der ohne Geld lebt, der ihn auf einen Streifzug durch die Müllcontainer der Supermärkte mitnahm. Es würde viel weggeworfen, so Peter, da der Konsument alles lange haltbar haben möchte. Nach dem Streifzug bot sich eine erkleckliche Menge Lebensmittel, die teilweise noch eingepackt, zum Verzehr noch zu verwenden waren. Wigge meinte jedoch nicht hartgesotten genug dafür zu sein und überlegte sich Alternativen dafür. Tauschhandel war die passende Idee. Aus Berlin nahm Wigge dafür mit: eine Butler-Bekleidung, ein Notebook, sein einlaminiertes Ideenkonzept, zwei Kissen und eine Krümelmonsterhandpuppe. Ja, Sie lachen, auch mit letzterer verstand es Wigge tatsächlich, einen Tausch in die Wege zu leiten, der ihm weiterhalf. 

Die Reise selbst schilderte Wigge wie folgt: Er lernt im Lauf der Zeit immer mehr dazu, begegnet Menschen aus allen Schichten und Bevölkerungsgruppen, die ihm helfen. Selbst Obdachlose helfen ihm weiter. Die Tage sind ausgefüllt mit der Suche nach Essen, Schlafplatzen und Weiterreise. Wigge: „Gute Planung im Vorfeld, wie ich an Essen und Unterkunft komme, nahm mir den Stress raus.“ 

Er macht Couchsurfing, nutzt Kontakte, schläft im Stroh, im Park, reist per Anhalter, mal als Schwarzfahrer im Zug, arbeitet auf Containerschiffen für die Überfahrt und fragt, fragt, fragt. Seine Art, auf Menschen zuzugehen, bringt ihn meistens weiter. Mit seinen zwei Kissen organisiert er öffentliche Kissenschlachten gegen Geld, bietet sich als menschliches Sofa an. Humorvoll bringt Wigge auch die Tücken seiner Reise an das Publikum. Die Polizei in den Ländern spielt da oftmals eine Rolle. Der Schmunzelfaktor ist bei den Erzählungen groß. na

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