„Werde wieder mitmachen!“

Kerstin Liebeskind bei der Bürgerwerkstatt 

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Kerstin Liebeskind durfte an der Bürgerwerkstatt des Auswärtigen Amtes teilnehmen. Sie traf an diesem Tag auch auf Axel Dittmann.

Plettenberg - Einmal den Politikern seine Meinung sagen und mitreden dürfen – dieser Wunsch ging kürzlich für Kerstin Liebeskind aus Plettenberg in Erfüllung. Sie hatte sich für die Bürgerwerkstatt im Auswärtigen Amt in Berlin beworben und hatte Glück, zu den ausgewählten Teilnehmern gehören zu dürfen.

„Ich hatte Ende Oktober in der Heimatzeitung gelesen, dass Leute gesucht werden, die teilnehmen möchten. Ich habe das dann einfach mal probiert und mich beworben“, erzählt Liebeskind, die eigentlich mit dem Thema Politik eher weniger in ihrem täglichen Alltag zu tun hat. „Ich interessiere mich schon dafür, was so in unserem Land und der Welt passiert, aber ich bin nicht politisch aktiv“, so Liebeskind.

Insgesamt wurden 120 Personen ausgewählt, die schließlich am Nikolaustag, 6. Dezember, nach Berlin eingeladen wurden. Einen Tag später ging es los mit der Bürgerwerkstatt in den Räumlichkeiten des Auswärtigen Amts.

Die Teilnehmer wurden am Veranstaltungstag in Zwölf-Personen-Gruppen auf jeweils zehn Tische aufgeteilt. Jedem Tisch wurde ein politisches Thema zugeteilt, über das dann diskutiert werden sollte. „Wir haben uns mit der Ost-Politik beschäftigt“, so Liebeskind.

Zusammenarbeit mit Russland Thema

Fragen waren unter anderem: Wie kann das Sicherheitsinteresse der östlichen EU-Mitgliedsstaaten in angemessener Weise berücksichtigt werden, ohne eine konstruktive Zusammenarbeit mit Russland nachhaltig zu beeinträchtigen? Wie soll die EU der Einflussnahme und den Vorstellungen Russlands in unserer gemeinsamen Nachbarschaft begegnen? Außerdem wurde die Frage nach einer europäischen Armee erörtert.

„Es war einfach total spannend. Ich habe mich vorher noch nie wirklich intensiv mit solchen Themen beschäftigt und deshalb war es doppelt interessant“, sagt die Plettenbergerin im Nachhinein. Das Beste sei gewesen, dass so viele verschiedene Personen aus allen sozialen Schichten und Branchen an einem Tisch zusammenkamen. „So hatten wir natürlich auch die unterschiedlichsten Meinungen und Ansichten und man konnte sich viel besser in andere Perspektiven hineinversetzen – das war wirklich klasse.“

Die Gesprächsrunde wurde pro Tisch durch einen professionellen Moderator geleitet. Außerdem saß jeweils ein Politiker mit am Tisch, einfach nur um zuzuhören und mitzuschreiben.

„Es ging ja darum, die Bürger auch mal zu Wort kommen zu lassen. Sonst diskutieren immer nur Politiker unter sich – durch die Bürgerwerkstatt bekommen die Politiker ganz neue Impulse und Denkanstöße“, erklärt Kerstin Liebeskind die Intention der Veranstaltung.

Die Ergebnisse wurden schließlich am Ende des Tages zusammengefasst und alle dem Außenminister vorgestellt.

„Es hat unheimlich viel Spaß gemacht“

„Ich würde auf jeden Fall wieder mitmachen. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, sich mit anderen, vollkommen fremden Menschen auszutauschen und mit verschiedensten Meinungen am Ende des Tages auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen“, ist sie immer noch begeistert von dem Angebot.

Allgemein sei alles sehr professionell abgelaufen. „Man hat gemerkt, wie perfekt alles im Vorfeld geplant wurde. Der Ablauf war super organisiert“, so Kerstin Liebeskind.

Sie persönlich könne nun viel besser verstehen, wie Politik wirklich funktioniere. Sie rät deshalb allen Plettenbergern, bei der nächsten Bürgerwerkstatt unbedingt mitzumachen: „Ich bin bestimmt nicht die geborene Politikerin – aber auch ich konnte zu den Themen etwas beitragen und habe mich zu keinem Zeitpunkt unwohl gefühlt“, sagt Liebeskind jetzt im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Sie hofft, dass sie in naher Zukunft noch einmal eine Chance bekommen wird und erneut an der Bürgerwerkstatt teilnehmen darf.

Das Format Bürgerwerkstatt

- Bereits drei Mal fand im Auswärtigen Amt in Berlin eine Bürgerwerkstatt Außenpolitik statt. 

- Über ein offenes Bewerbungsverfahren werden jedes Jahr 120 Bürgerinnen und Bürger für eine Teilnahme ausgewählt. 

- Zusammen mit Politikern aus dem Auswärtigen Amt bearbeiten sie in thematischen Arbeitsgruppen unterschiedliche aktuelle Fragestellung aus der Arbeit des Auswärtigen Amts. 

- Bei allen zurückliegenden Bürgerwerkstätten nahm jeweils der Außenminister an einem Diskussionssegment teil. 

- Die Ergebnisse werden mit den zuständigen Arbeitseinheiten im Auswärtigen Amt geteilt. 

- Über die inhaltliche Diskussion hinaus sollen Bürgerinnen und Bürger einen Eindruck gewinnen können, wie komplex außenpolitische Abwägungs- und Entscheidungsprozesse sind. 

- Eine Bürgerwerkstatt Außenpolitik gibt auch Gelegenheit, sich Anregungen über weitere Informations- und Mitwirkungsmöglichkeiten zum Thema Außenpolitik, beispielsweise bei Stiftungen, Vereinen oder privaten Initiativen, zu verschaffen.

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