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Falsches Land, falsche Zeit: Kein Rudelgucken zur Fußball-WM in Katar

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Von: Sabrina Jeide

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Kein Rudelgucken unter dem Stephansdachstuhl zum WM in Katar
Beste Stimmung unterm Stephansdachstuhl wird es frühestens wieder zur Fußball-EM 2024 geben. Für die WM in Katar hat sich der SC Plettenberg entschieden, kein Public Viewing durchzuführen. © Jona Wiechowski

Zur Fußball-Weltmeisterschaft in Katar wird es in Plettenberg kein Rudelgucken unter dem Stephansdachstuhl geben.

Plettenberg – „Wir werden nichts machen“: Die Antwort des Vorsitzenden des SC Plettenberg (SCP), Andreas Barnewitz, auf die Frage nach einem möglichen Public Viewing anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ist klar und steht bereits seit geraumer Zeit fest.

Vor gut einem Jahr hatte der SCP entschieden, Vorplanungen anzugehen, um zu sehen, ob sich Veranstaltungen zur WM realisieren lassen. Doch daraus wird nichts und „Schuld“ daran ist vor allem der Austragungsort, der zu einer großen Zurückhaltung bei den Sponsoren führte. „Kein Sponsor war bereit, seinen Namen für Katar zu geben“, sagt Andreas Barnewitz. Das passe nicht zur Firmen-Philosophie der Unternehmen, erfuhren die Verantwortlichen beim SCP und können diese Reaktion voll und ganz nachvollziehen. Denn auch die Plettenberger Fußballer waren von Anfang an zwiegespalten. Sowohl als Verein als auch „mit meinem Beruf“ könne man gerade die Menschenrechtssituation in Katar kaum in Einklang bringen. Barnewitz ist seit Jahrzehnten Polizist und außerdem Personalratsvorsitzender der Kreisgruppe Märkischer Kreis in der Gewerkschaft der Polizei. „Da sind wir Kämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit“.

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Daneben spielte aber auch der Termin der Fußball-WM, die vom 20. November bis zum 18. Dezember stattfindet, eine Rolle. Andreas Barnewitz: „Das ist die Zeit der Weihnachtsmärkte.“ Er ist sich sicher, dass die Menschen in der Vorweihnachtszeit lieber mit einem Glühwein zusammen stehen möchten, als sich Gedanken um eine WM zu machen. Das passe einfach nicht zusammen. Somit wurde schnell ein Schlussstrich unter die Planung gezogen. Mit der Erkenntnis: „Da halten wir uns völlig raus“, kann der SCP allerdings wunderbar leben.

Möglicherweise anders sieht es zur nächsten Europameisterschaft aus, die 2024 im Juni und Juli in Deutschland stattfinden wird. Das nächste Sommermärchen unter dem Stephansdachstuhl? Es wäre der perfekte Rahmen, um das Public Viewing, das in der Vergangenheit immer tausende begeisterte Fußball-Fans zusammen gebracht hat, wieder aufleben zu lassen. Mit den Planungen wird man sich beim SCP erstmals im kommenden Frühjahr auseinandersetzen. Aber auch hier bremst Andreas Barnewitz zu viel Euphorie, betont vor dem Hintergrund langanhaltender Krisen: „Wir gucken, wie sich die Lage dann darstellt.“

Die Spiele der deutschen Nationalmannschaft möchte Andreas Barnewitz in Katar dennoch verfolgen: „Dafür bin ich zu sehr Fußball-Fan.“ Doch zwischen privat gucken und einer offiziell organisierten Veranstaltung liege für ihn ein Riesenunterschied. Und: „Es wird sicher nicht so emotional wie sonst.“

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