BTS, Big Bang, 2ne1, Black Pink und Co. 

Südkorea im Sauerland: Die K-Pop-Welle rollt auch im MK

Die Musikrichtung K-Pop ist weiterhin weltweit auf dem Vormarsch, nicht zuletzt dank Bands wie BTS, die im Radio rauf und runter laufen. Im MK gibt es einen ganz besonderen Fan der Szene.

Plettenberg – Schon mal was von den Bands Big Bang, 2ne1 oder Black Pink gehört? Sie sind für immer mehr Fans das, was die Backstreet Boys, die Spice Girls oder Take That in vergangenen Jahrzehnten waren: angesagte Boy- und Girlgroups. Von Südkorea aus begeistern sie immer mehr Fans auf der ganzen Welt – und haben längst auch das Herz einer jungen Frau aus Plettenberg erobert, die ein ganz besonderer Fan ist.

GenreK-Pop (als Sammelbegriff für koreanischsprachige Popmusik, also weit gefasst)
HerkunftsortSüdkorea
Entstehungsphaseum 1992
EinflüsseDancepop, Eurodance, Electropop, EDM, Jazz, Hip-Hop, Reggae, R ’n’ B

K-Pop-Welle im MK: Fans von Black Pink, BTS und NCT

Gina Bellacerka, 19, mag eine ganze Menge dieser koreanischen Pop-Bands, kurz K-Pop-Bands. Ihr Zimmer hängt voller Poster mit top-gestylten koreanischen Jungs in ihrem Alter, auf dem Regal stehen Bücher und Alben von Bands wie iKon oder NCT, selbst auf ihren T-Shirts, Pullovern und Rucksäcken stehen die Namen ihrer Lieblingsgruppen.

Ihre zwei Jahre jüngere Schwester hat Gina schon mit ihrer K-Pop-Leidenschaft angesteckt und sie will auch weitere Anhänger für das Musikgenre begeistern. Denn noch ist sie damit ein Exot.

Gina Bellacerkas Leidenschaft ist der K-Pop. Ihr Zimmer ist voll mit Postern, Alben und Fanartikeln der Szene-Stars. Nun will sie mit dem Verkauf von K-Pop-Produkten selbst Geld verdienen.

K-Pop-Fans im MK: Als der Gangnam Style kam...

Die K-Pop-Welle eroberte die Welt Ende 2012, als ein bis dato unbekannter Künstler namens Psy unzählige Menschen zu seinem „Gangnam Style“ tanzen ließ. Psy kommt aus Südkorea, ist daher dem K-Pop zuzuordnen, doch er ist nicht unbedingt das Parade-Beispiel für die Szene, die eher aus zusammengesetzten Boy- und Girlgroups besteht.

Typisch für den heutigen K-Pop dagegen waren das aufwändige Video zum Song (das vor neun Jahren als erstes Youtube-Video weltweit die Marke von einer Milliarde Aufrufe geknackt hat) und die ausgefallene Choreographie.

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Aber der Gangnam Style und Gina Bellacerka – das war irgendwie nichts, was den Funken zum Überspringen brachte. Sie selbst fand den Song schnell „ziemlich nervig“. Ihr sollte erst zwei Jahre später, als sie den K-Pop langsam über Youtube für sich entdeckte, bewusst werden, dass Psy im Grunde den Grundstein für das Genre in Deutschland gelegt hatte.

Die Jungs von BTS, die bei den MTV Europe Music Awards die meisten Preise einheimsen konnten. Foto: MTV/PA Media/dpa

Seit 2014 wuchs bei Gina die Leidenschaft für die in Korea produzierte Musik. Auf der Geschwister-Scholl-Realschule hatte sie eine Klassenkameradin, der es ähnlich ging, ansonsten interessierten sich nur die wenigsten für K-Pop. Das änderte sich mit der Zeit, man sah 2016/2017 sogar vereinzelte Mitschüler mit K-Pop-Pullovern oder -Rucksäcken herumlaufen, aber bis heute fristet die kommerzielle Musik aus Fernost in Plettenberg und Umgebung eher ein Nischendasein - trotz der überwältigen Erfolge der mittlerweile sehr populären Band BTS.

K-Pop-Fans im MK: Die Musikrichtung und ihre dunklen Seiten

Ob es auch mit den teils erschreckenden Nachrichten zusammenhängt, die Deutschland immer wieder im Zusammenhang mit dem K-Pop erreichen; die Meldungen über junge Stars, die sich aufgrund des Leistungsdrucks und der Bestimmungen der Produktionsfirmen offenbar Suizid begehen? „Solche Nachrichten treffen mich als Fan natürlich extrem“, sagt Gina. Es sei kein Geheimnis, dass so etwas in Korea passiere, jede Industrie habe ihre Schattenseiten und sie lasse sich ihre Leidenschaft davon nicht schlecht machen, sagt sie.

Die Europa- und Welttourneen vieler K-Pop-Bands vor Corona zeigten, dass sich viele Fans von solchen Meldungen nicht abschrecken lassen, die Popularität wächst immer weiter. Gina wäre letztes Jahr gerne nach Berlin zu einem Ateez-Konzert gefahren, aber es musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Ihr größter Wunsch ist es, gemeinsam mit ihrer Schwester einmal selbst nach Südkorea zu fliegen, die Heimat ihrer Idole kennenzulernen, die Kultur zu erleben, „ich finde das mega-interessant“, sagt sie.

K-Pop-Fans im MK: Fan vertreibt Fan-Artikel im eigenen Shop

Aber vorher arbeitet sie noch an einem anderen Traum: Sie hat unter der Adresse www.k-dream.de einen K-Pop-Online-Shop gegründet. Nachdem sie nach dem Realschulabschluss ihr Fachabitur am Berufskolleg vorzeitig abgebrochen hat, vertreibt sie nun als Selbstständige Fan-Artikel, Alben und vieles mehr an Gleichgesinnte. Die Produkte bezieht sie direkt aus Südkorea, über (englische) Mail-Anfragen hat sie den Kontakt zu den verantwortlichen Firmen vor Ort hergestellt. Weil die Lieferzeiten derzeit vier Wochen oder mitunter noch länger dauern, lagert sie die beliebtesten Produkte in einem Zimmer neben ihrem Jugendzimmer im Elternhaus in Plettenberg. Puzzles, Kissen oder Alben warten hier auf ihre Bestellungen.

Der Shop werde sehr gut angenommen, berichtet Bellacerka, sie bekomme Anfragen aus ganz Deutschland. Deshalb beschäftigt sie sich derzeit mit dem Gedanken, noch einen Schritt weiter zu gehen. Ihr schwebt ein Pop-Up-Store vor, also der vorübergehende Verkauf ihrer Produkte in einem anderen oder leerstehenden Geschäft – am liebsten in Plettenberg oder Lüdenscheid. Sollte auch dieses Angebot angenommen werden, möchte sie sogar ein eigenes Geschäft eröffnen.

Texte auch auf Englisch

K-Pop (Korean Popular Music) ist der Begriff für Popmusik aus Südkorea. Die Songtexte sind meist auf koreanisch, aber oft im Refrain sehr simpel gehalten, damit Fans auf der ganzen Welt mitsingen oder -trällern können. Manchmal enthalten sie auch einige englische Zeilen. BTS, eine der derzeit erfolgreichsten K-Pop-Gruppen, schreibt mittlerweile sogar Songs komplett auf Englisch, zum Beispiel im Lied Dynamite, das derzeit von vielen Radios rauf und runter gespielt wird. Laut der Online-Enzyklopädie Wikipedia bestimmen vor allem drei große Talentagenturen den Markt, nehmen schon junge Kinder unter Vertrag und bilden sie in Benehmen, Fremdsprachen, Musik, Tanz und dem Umgang mit Journalisten aus. Wer die besten Leistungen erbringt, wird für eine oft bunt zusammengewürfelte Popgruppe ausgewählt. 

Der Traum, mit K-Pop ihre Zukunft bestreiten zu können, er lebt in Gina Bellacerka. Passenderweise hat sie auch ihrem Online-Shop diesen Slogan gegeben: „K-Dream – Lässt K-Pop-Träume wahr werden.“

Rubriklistenbild: © Bellacerka

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