Gruppe von 10 bis 15 Leuten

Polizei erwischt alkoholisierte, junge Leute im Wald: War es ein Hochzeitsbrauch?

Junggesellenabschied endet mit Polizeieinsatz - Anwohner in Angst
+
Junggesellenabschied endet mit Polizeieinsatz - Anwohner in Angst (Symbolbild)

Lautes Geschrei aus dem Wald schreckte am Samstag Anwohner in der Ortschaft Plettenberg-Selscheid auf. Wurde da etwas eine Party gefeiert? Offensichtlich: Ja. Und es war wohl nicht irgendeine Feier. Laut Polizei dürfte es sich um einen Hochzeitsbrauch gehandelt haben.

Plettenberg/Werdohl - Als sich die Polizisten am Samstagabend gegen 18.30 Uhr auf den Weg zu der Stelle machten, die der Anrufer beschrieben hatte - nämlich vom Wanderparkplatz Selscheid in den Wald in Richtung Pungelscheid -, da erspähten sie aus dem Polizeiauto heraus tatsächlich eine Gruppe junger Männer, die ohne Mund-Nasenbedeckungen dicht beieinander saß.

Dann ging alles ganz schnell: Die jungen Leute ergriffen sofort die Flucht, liefen in den Wald, nur von drei der beteiligten Männer konnte die Polizei die Daten aufnehmen. Es handelte sich dabei um einen 30-Jährigen aus Werdohl, einen 30-Jährigen aus Balve und einen 33-jährigen Werdohler - alle ohne Maske und alkoholisiert, wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte. Bei der Befragung gab einer von ihnen den Grund für die Zusammenkunft an: Es habe sich um einen Junggesellenabschied gehandelt.

Nun sind Junggesellenabschiede ja in der Regel Überraschungspartys. Bevor ein Bräutigam oder eine Braut den Bund der Ehe schließt, organisieren die besten Freunde eine Party für Braut oder Bräutigam und stehen meist unangekündigt irgendwann vor der Tür oder locken Braut oder Bräutigam unter einem Vorwand an eine bestimmte Stelle, von wo aus das Partytreiben dann beginnt.

Ob es eine Überraschung war oder ob der Bräutigam in die Planung involviert war, bleibt nach den bisherigen Ermittlungen unklar. So oder so war die Feier aber keine gute Idee. Auch wenn um 18.30 Uhr die Ausgangssperre noch nicht gegolten hat, weil sie erst um 21 Uhr in Kraft tritt, gelten natürlich weiterhin die Regeln aus der Coronaschutzverordnung. Und die sagen: Ansammlungsverbot, keine Treffen mit mehr als zwei Haushalten, schon gar keine Partys. Entsprechend hart dürften die Strafen ausfallen, die nun das Ordnungsamt verhängen wird.

Nachdem die Polizisten schließlich die Personalien der drei mutmaßlichen Junggesellenabschieds-Beteiligten aufgenommen hatte, ging den Beamten noch ein mutmaßlich vierter Beteiligter - ein weiterer 30-Jähriger - ins Netz. Ihn fand die Polizei wenig später im Wald Richtung Werdohl-Kleinhammer auf. Auffällig: Er war erheblich alkoholisiert und seine Kleidung sei nass und stark verschmutzt gewesen. Auch wenn er abstritt, im Wald gefeiert zu haben und um keine Ausrede verlegen gewesen sein soll, geht die Polizei davon aus, dass er zu der Gruppe gehörte und sehr wahrscheinlich das ein oder andere mit seinen Freunden angestoßen haben dürfte...

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare