Vorfall im Plettenberger Krankenhaus

Junger Plettenberger droht Angehörigen mit dem Tod - Polizist nach Einsatz bewusstlos

Schlägerei im Clan-Milieu in Essen - Handschellen - Polizei - Festnahme
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Ein 21-jähriger Plettenberger wurde vor der Begutachtung zur Zwangseinweisung nach Hemer aufgrund seines aggressiven Verhalten an den Händen fixiert. Im Krankenhaus wehrt er sich dennoch so stark, dass ein 31-Jähriger Polizist zu Boden stürzte, bewusstlos wurde und sich schwere Verletzungen zuzog..

Die geplante Zwangseinweisung eines 21-jährigen Plettenbergers in die Hans-Prinzhorn-Klinik in Hemer endete am Freitag gegen 19.22 Uhr mit einem stationären Krankenhausaufenthalt für einen Polizeibeamten.

[update]Plettenberg - Weil er Angehörige mit dem Tod bedroht haben soll, musste
Freitagabend eine Polizeistreife zur Sundheller Straße ausrücken. In einem
Mehrfamilienhaus hatte ein 21-jähriger Plettenberger randaliert und gegen eine Tür
getreten. Der hoch aggressive und psychisch auffällige Mann musste zur Prüfung
einer Zwangseinweisung ins Krankenhaus gebracht werden.

 Nach Auskunft des Plettenberger Polizeichefs habe sich der 21-Jährige im Plettenberger Krankenhaus weiter aggressiv verhalten, weshalb man ihm Handfesseln anlegen musste. Doch auch das hielt den jungen Mann nicht davon ab, sich massiv zu wehren. Bei dem Versuch, den Mann an den Schultern zu packen und am Boden zu fixieren, kam einer der beiden Polizisten zu Fall und schlug hart auf dem Boden auf. Dabei verlor ein 31-jähriger Polizeibeamter kurzzeitig das Bewusstsein.

Massive Verletzungen

Die sofort eingeleiteten Rettungsmaßnahmen ergaben im Nachgang die Fraktur des Handgelenks, eine Gehirnerschütterung und eine Prellung des Halswirbels. Laut Polizeichef Jörg Teicher wird der betreffende Beamte wochenlang dienstunfähig sein. Der 31-jährige Polizeibeamte verblieb nach dem Unfall schwer verletzt zur stationären Behandlung im Radprax-Krankenhaus.

Der 21-jährigen Plettenberger muss sich nun wegen Bedrohung und tätlichen Angriffs auf
Vollstreckungsbeamte verantworten. Die Fahrt in die Hans-Prinzhorn-Klinik blieb dem jungen Mann nach der erfolgten Begutachtung durch das Ordnungsamt und einen Arzt trotzdem nicht erspart. Er wurde noch am Freitagabend von der Polizei zur psychiatrischen Klink nach Hemer gebracht, wo er stationär zwangseingewiesen wurde.

Einweisung bei Gefährdung anderer

Weil die Freiheit jedes Einzelnen – und damit auch von psychisch oder anderen erkrankten Menschen – eines der höchsten Güter im Grundgesetz ist, braucht es triftige Gründe, eine Person gegen ihren Willen in eine psychiatrische Klinik einzuweisen und ihr damit die Freiheit zu entziehen. Grundlage hierfür ist die sogenannten PsychKG, die Psychisch-Kranken-Gesetze. Diese besagen: Eine Person darf nur dann eingewiesen werden, wenn die Gefahr besteht, dass sie sich oder andere gefährdet. In dem beschriebenen Plettenberger Fall lag diese Gefährdung anderer durch den Angriff und das zuvor gezeigte Verhalten davor vor.

Deshalb musste, nachdem der Tatverdächtige von der Polizei gestellt worden ist, das Ordnungsamt hinzugezogen werden, das wiederum die Untersuchung durch einen Arzt anordnen musste. Die Entscheidung, ob und für wie lange der Betroffene in eine psychiatrische Fachklinik eingewiesen wird, trifft innerhalb von 24 Stunden nach der Untersuchung ein Amtsrichter, der auf Grundlage der Gespräche mit dem Arzt, dem Patienten und einem zusätzlich hinzugerufenen Verfahrenspfleger einen Beschluss fasst. Im Eilfall kann die Ordnungsbehörde aber auch selbst die Zwangseinweisung anordnen, zum Beispiel nachts, wenn kein Richter zur Verfügung steht. „Das zuständige Amtsgericht prüft dann unverzüglich die Rechtmäßigkeit der Eilmaßnahme“, erklärt Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel.

Einweisung dauert bis zu fünf Wochen

Wie lange Patienten gegen ihren Willen eingewiesen werden, lasse sich aus Datenschutzgründen weder für den Einzelfall aus Plettenberg, noch pauschal beantworten, sagt der Ärztliche Direktor der Hans-Prinzhorn-Klinik Hemer, Dr. Patrick Debbelt. „Das geht von einem Tag bis hin zu vier bis fünf Wochen.“ Im Zentrum stehe immer die Frage: Geht von dem Patienten noch eine Gefährdung für sich und andere aus? Sobald die Ärzte vor Ort bei ihren regelmäßigen Untersuchungen feststellen, dass diese Gefahr gegenwärtig nicht mehr von der Person ausgeht, wird das Gericht informiert; der Beschluss muss dann umgehend aufgehoben, der Person ihr Recht auf Freiheit zurückgegeben werden.

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