Schwere Vorwürfe gegen das Jugendamt Gelsenkirchen

Tod des Jungen (1) aus Plettenberg: So äußert sich die leibliche Mutter

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Plettenberg/Gelsenkirchen - Nach dem gewaltsamen Tod des einjährigen Jungen aus Gelsenkirchen bei seinen Pflegeeltern in Plettenberg hat die Bild-Zeitung jetzt mit der leiblichen Mutter des Kindes gesprochen. Die sei mit einem Schwächeanfall ins Krankenhaus eingeliefert worden, als Polizeibeamte ihr und ihrem Mann am 3. Januar die Todesnachricht überbracht hätten.

"Mein Kind sollte es besser haben – jetzt ist es tot!", titelt das Boulevardblatt online (Artikel nur für Abonnenten zu lesen). Abgebildet ist außerdem ein Foto, das den Jungen, der von der Redaktion David genannt wird (Name geändert), zeigen soll, als die leiblichen Eltern ihn zum letzten Mal sahen.

Auf dem Foto liegt der Einjährige fröhlich auf einer kleinen Sternendecke, schaut mit großen Augen in die Kamera. "Sehen Sie, wie glücklich er da aussah? David war ein fröhliches Kind. Er lachte so unbeschwert, wenn man ihn in der Halsbeuge kitzelte...", zitiert Bild die leibliche Mutter.

Zwei Geschwister ebenfalls in Obhut genommen

Ihr und ihrem Mann waren am 13. Dezember 2017 durch Sozialarbeiter auch noch zwei weitere Kinder weggenommen worden - Schwester (3) und Bruder (4) des jetzt zu Tode gekommenen Jungen.

Angeblich verstünden die leiblichen Eltern bis heute nicht, weshalb die Kinder in Obhut gemommen worden seien. Ein Sprecher der Behörde habe das mit "erheblichen Defiziten in ihrer Entwicklung" und einem "unangemessenen, teilweise gefährlichen Zustand" der Wohnung begründet.

"Jugendamt schuld daran, was passiert ist"

"Vor Gericht hätten sie schließlich freiwillig zugestimmt, dass David die ersten Jahre in einer Pflegefamilie verbringt", schreibt Bild und zitiert die Mutter: "Es hieß, wir könnten in ein paar Jahren wieder mit allen Kindern zusammenleben."

Und weiter: "Die Eltern fühlen sich alleine gelassen, müssen angeblich jetzt alleine die Beerdigung organisieren: 'Dabei ist das Jugendamt schuld daran, was passiert ist. Die haben die Pflegefamilie ausgesucht und nicht wir.'" Die Behörde habe diese Vorwürfe zurückgewiesen.

Am 12. Juni 2017 war das Kind zur Welt gekommen, hatte die ersten Lebensmonate auf der Intensivstation verbracht und sei fünf Mal operiert worden. 

Am 26. September 2018 hätten die Eltern den Jungen letztmalig gesehen. Und am 3. Januar 2019 wurde ihnen dann mitgeteilt, dass ihr Kind tot ist. "Meine Welt brach zusammen", sagt die Mutter laut Bild.

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