Allgemeine Zahlen in Plettenberg konstant

Junge Blutspender fehlen

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Plettenberg - Die Bereitschaft, Blut zu spenden, ist gesunken. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) befürchtet, dass die Blutkonserven-Vorräte im Katastrophenfall knapp werden könnten. In Plettenberg seien die Zahlen aber größtenteils konstant.

Noch sind die Zahlen nicht endgültig, aber nach Auskunft des Blutspendedienstes West ist die Zahl der Blutspender in den meisten Städten und Gemeinden im Kreis teilweise deutlich zurückgegangen. Aus Plettenberg gibt es aber eine erfreuliche Nachricht: „Die Zahl der Spender ist größtenteils konstant geblieben“, bestätigte Melanie Kamerling vom DRK-Ortsverein auf ST-Nachfrage. Es fehlt allerdings auch in Plettenberg an jungen Spendern.

Durch den demografischen Wandel rechne man damit, dass der Bedarf an Blutkonserven weiter steige, allerdings wendeten sich nicht genug junge Menschen dem Thema Blutspende zu, sagt Stephan David Küpper vom Blutspendedienst West: „Das ist eine große Problematik für die Blutspendedienste. Die Menschen werden älter, was sicher ein schöner Umstand ist, aber dadurch benötigen sie auch eher mal eine Blutspende und dürfen selbst irgendwann nicht mehr spenden“, erklärt Küpper. Melanie Kamerling aus der DRK-Geschäftsstelle in Plettenberg verrät, dass man im Durchschnitt bei jeder der sechs jährlich stattfindenden Spenden in der Schützenhalle 200 Spender begrüßen könne. Davon seien erfreulicherweise jedes Mal auch etwa zehn Personen Erstspender. „Es ist nicht so, dass die jungen Leute komplett fehlen.

 Allgemein ist das Durchschnittsalter aber eher zwischen 40 und 50 Jahren angesiedelt“, so Kamerling. Warum sich weniger junge Menschen mit dem Thema Blutspende auseinandersetzen, habe viele Gründe, sagt Küpper. „Zum einen hat es damit zu tun, dass sie in einer Phase sind, wo sie noch nicht sesshaft sind, zum Beispiel zum Studium wegziehen und ihre Partner kennenlernen.“ Junge Menschen seien zum anderen vielfältigen Anforderungen unterworfen. Allgemein würden Arbeitnehmer auch immer mehr pendeln und kämen auch gestresster nach Hause. Nur wenige wollten dann noch zur Blutspende gehen.

„Es gibt zwei Faktoren, um die Menschen zu erreichen“, sagt Küpper. Damit gerade junge, gesunde Menschen zur Spende gehen, müsste mehr aufgeklärt und ihnen bewusst gemacht werden, dass ihre Spende konkret hilft, zum Beispiel Krebspatienten, die viele Konserven benötigen. „Und die Blutspendedienste müssen auch ihren Service verbessern.“ Man müsse gewisse Prozesse beschleunigen und vereinfachen, damit die Blutspende nicht mehr anderthalb, sondern vielleicht nur noch eine Stunde dauert. „Da arbeiten wir dran“, sagt Küpper. Allerdings dürfe das nicht auf Kosten der Sicherheit für die Spender und Empfänger gehen.

Wie schnell ein Arzt die Spender untersuchen kann, hängt auch davon ab, mit wie vielen Spendern man vorab aufgrund von Erfahrungswerten gerechnet hat. Wenn aber 100 statt der erwarteten 80 Spender kämen, könne es auch zu längeren Wartezeiten kommen. „Oder die Spender kommen nicht über den Tag verteilt“, sagt Küpper. „40 bis 45 Prozent der Spender kommen in den ersten 35 Minuten, diesen Knoten kann man dann nicht zerschlagen. Wir können uns da nur annähern.“

Das Ehrenamt ist eine Riesenstütze. Ohne die könnte die Blutspende gar nicht funktionieren. Stephan David Küpper Das Blutspendesystem stützt sich auf mehrere Säulen. „Wir haben eine Vielzahl an öffentlichen Terminen“, sagt Küpper. 50 Teams des Blutspendedienstes West sind jeden Tag unterwegs, um mit den Ehrenamtlichen des DRK vor Ort die Termine durchzuführen. „Das Ehrenamt ist eine Riesenstütze. Ohne die könnte die Blutspende gar nicht funktionieren.“ In Plettenberg seien sowohl die Spender als auch die ehrenamtlichen Helfer sehr treu, wie Melanie Kamerling erklärt. Knapp 15 Frauen und Männer helfen bei den sechs Terminen, die in der Schützenhalle im Wieden stattfinden. In Ohle kann man seit 2018 nicht mehr spenden. „Dadurch sind einige Spender weggefallen, die dann woanders ihr Blut abgeben“, bedauert Kamerling. Am Spendentag selber geht es dann für die fleißigen Helfer – hauptsächlich Rentner – los mit dem Lebensmitteleinkauf. Dann wird ab 12 Uhr alles vorbereitet, damit die Spende dann um 14.30 Uhr pünktlich beginnen kann. „Brötchen schmieren, Kaffee kochen, die Halle vorbereiten und hinterher aufräumen – das sind die Aufgaben“, so Kamerling. Das Team sei fleißig und jedes Mal mit viel Engagement bei der Sache. Personell gebe es aktuell noch keinen Grund zur Sorge. „Jeder, der gerne helfen möchte, ist trotzdem herzlich willkommen und immer gern gesehen“, freut sich der DRK-Ortsverein über Freiwillige.

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