Haftbefehl wegen versuchten Totschlags gegen 16-Jährigen

Messerstecherei in Plettenberg: Junge (15) schwebte sogar in Lebensgefahr

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Am Samstag kam es zu einer Messerstecherei in Plettenberg.

[Update 5. Februar] Plettenberg - Am Samstagabend kam es gegen 19.45 Uhr zu einer Messerstecherei an der Grünestraße. Ein Jugendlicher (16) stach dabei auf zwei weitere Jugendliche (15/17) ein und verletzte diese schwer. Mittlerweile teilte die Polizei mit, dass für den 15-Jährigen inzwischen keine Lebensgefahr mehr bestehe. Der 17-Jährige war schwer verletzt worden.

Eine Messerstecherei in Plettenberg. Keine alltägliche Situation für Polizei und Rettungskräfte. Kommentare wie: „So weit ist es schon gekommen?“ oder „Traurig, traurig!“, waren die ersten Reaktionen gestern Morgen im Sozialen Netzwerk Facebook auf unsere Erstmeldung im Internet.

 Es herrschte große Fassungslosigkeit und Wut unter den Plettenbergern, als die Nachricht von den Geschehnissen vom Wochenende öffentlich wurde. Doch was war passiert? Am Samstagabend kam es gegen 19.45 Uhr zu einer Messerstecherei an der Grünestraße, wie Polizeipressesprecher Dietmar Boronowski am Montagmorgen bestätigte. Ein Jugendlicher stach dabei auf zwei weitere Jugendliche ein und verletzte diese schwer. Zwei Gruppen von jungen Leuten trafen auf der Grünestraße im Bereich des Wieden-Pavillons aufeinander.

 Nach Angaben von Polizeipressesprecher Dietmar Boronowski kannten sich die beiden Gruppen vermutlich nicht und gerieten aus noch ungeklärter Ursache in einen Streit. Zunächst kam es lediglich zu verbalen Auseinandersetzungen. „Das hat sich dann hochgeschaukelt. Die Stimmung wurde immer aggressiver und irgendwann ging es richtig los“, so Dietmar Boronowski. Nach einigen Minuten gerieten die jungen Leute derart aneinander, dass es zu einer Schlägerei der gegnerischen Gruppenmitglieder kam. Es bestand Lebensgefahr Während dieses Tumults zückte ein 16-jähriger Plettenberger plötzlich ein Messer und stach auf einen 15-Jährigen und einen 17-Jährigen aus der Gegnergruppe ein. 

Die beiden Jugendlichen, beide ebenfalls aus Plettenberg, wurden dabei schwer verletzt. Der 15-Jährige schwebte zwischenzeitlich sogar in Lebensgefahr. Nach stationärer Behandlung im Krankenhaus besteht diese inzwischen nicht mehr, teilt die Polizei mit. 

Als die Einsatzkräfte der heimischen Feuer- und Rettungswache eintrafen, war schnell klar, dass noch mehr Unterstützung notwendig war, da es zwei Schwerverletzte gab. „Es war zunächst nur ein Rettungswagen plus Notarzteinsatzfahrzeug am Tatort angekommen, da der zweite Rettungswagen in einen Paralleleinsatz gebunden war“, erklärte Feuerwehr-Pressesprecher Thomas Gritschke. Da der nächste zu erreichende Rettungswagen aus Werdohl kommen musste, forderten die Rettungskräfte vom Tatort aus die Besatzung des Hilfeleistungslöschfahrzeugs (HLF) von der Wache an. Die vier Feuerwehrmänner sorgten dann nach ihrem Eintreffen zusätzlich zu den Rettungskräften für die Erstversorgung der beiden Opfer, während der Rettungswagen aus Werdohl auf dem Weg zum Wieden war. 

Da die beiden Opfer schwere Stichverletzungen erlitten hatten, wurde einer der Jugendlichen mit dem Rettungswagen aus Werdohl ins Klinikum nach Lüdenscheid gebracht, der andere ins Krankenhaus nach Plettenberg. Der 16-jährige Täter konnte noch am Tatort von den Polizeibeamten festgenommen werden. Einen Tag später wurde der Haftbefehlsantrag gestellt, dem auch sofort zugestimmt wurde. Der junge Plettenberger befindet sich also aktuell in Untersuchungshaft. Ob der Tatverdächtige schon zuvor straffällig geworden ist, ließ die Polizei-Pressestelle gestern offen. 

Der Tatvorwurf lautet nun versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung. „Es wäre mehr als unseriös, jetzt schon über ein eventuelles Strafmaß zu spekulieren“, so die Aussage von Michael Burggräf, zuständiger Staatsanwalt am Landgericht Hagen. Er wies zusätzlich darauf hin, dass alle drei der Beteiligten im Jugendalter seien und ein Gerichtsverfahren somit nicht-öffentlich verlaufen werde.

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