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Mehrmals in ein Haus eingebrochen: Eine Strafe droht unter Umständen dennoch nicht

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Von: Georg Dickopf

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Das Haus an der Holbeinstraße, das nun unter Denkmalschutz gestellt werden soll, steht schon seit 2019 zum Verkauf. In den letzten zwei Monaten verschaffte sich ein mittlerweile festgestellter Personenkreis ein halbes Dutzend Mal unberechtigterweise Zugang zu dem Fachwerkhaus.
Das Haus an der Holbeinstraße, das nun unter Denkmalschutz gestellt werden soll, steht schon seit 2019 zum Verkauf. In den letzten zwei Monaten verschaffte sich ein mittlerweile festgestellter Personenkreis ein halbes Dutzend Mal unberechtigterweise Zugang zu dem Fachwerkhaus. © Jeide

Während im Plettenberg Stadtrat Anfang November versucht wurde, das Gezerre um das Denkmalhaus an der Holbeinstraße zu beenden, stand das seit zehn Jahren leer stehende Haus bei der Polizei mehr als ein halbes Dutzend Mal auf der Einsatzliste.

Plettenberg - Wie Polizeisprecher Christof Hüls auf Anfrage bestätigte, wurden der Polizei zwischen dem 22. September und dem 20. November insgesamt fünf Einbrüche gemeldet. Dabei verschafften sich der oder die Täter durch den mit einer Spanplatte gesicherten Eingang Zutritt zum Haus.

Unter anderem wurde dort ein zerstörtes Kellerfenster dokumentiert und am 20. November sah ein Anwohner beim abendlichen Spaziergang Taschenlampen im Obergeschoss. Er alarmierte die Polizei, die beim Eintreffen aber niemanden mehr antraf. Sogar die Spurensicherung der Kreispolizeibehörde war im Einsatz – lange Zeit aber ohne Erfolg.

Doch dann schlugen die vermeintlichen Einbrecher erneut zu und ein Zeuge benachrichtigte am Montag, 22. November, die Polizei. Die Einsatzkräfte waren schnell vor Ort und trafen auf sieben Personen, die das Haus verließen. Dabei handelte es sich nach Angaben von Polizeisprecher Christof Hüls um einen 20-jährigen Plettenberger sowie sechs Jugendliche –darunter eine junge Frau – im Alter von 13 bis 16 Jahren.

Die Polizei stellte die Personalien der Beteiligten sicher und informierte auch den Hauseigentümer. Und der unterbreitete der siebenköpfigen Gruppe, die sich sonst auch gerne am Holthauser Spielplatz aufhalten soll, ein besonderes Angebot: „Er hat gesagt, dass er von einer Anzeige absieht, wenn sich alle Beteiligten bei ihm entschuldigen“, betonte Hüls.

Ungeachtet dessen liege rein formal der Tatbestand der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruches vor. „Und das geht auch an die Staatsanwaltschaft“, betonte Hüls. Allerdings bestünden bei einer entsprechenden Entschuldigung für die Staatsanwaltschaft gute Argumente, das Verfahren einzustellen, „Wir als Polizei wollen diesen Vorfall nicht skandalisieren. Eine Einigung ist die beste Lösung und das ist auch im Sinne der Polizei“, sagte Hüls.

Für den verantwortlichen Makler, der in den letzten Wochen Käufer für die Immobilie suchte, waren die Sachbeschädigungen und Aufenthalte der Jugendlichen in dem ansonsten leeren Haus ein Ärgernis, erschwerten sie doch neben der Frage, ob das Haus denkmalwert ist oder nicht, den Weiterverkauf. Doch auch Ralf Beßler ist erleichtert, dass die Sache aufgeklärt werden konnte.

Ungeachtet der Vorfälle in Holthausen hat die Diskussion über den Denkmalwert im Stadtrat in der Sitzung am 9. November ein Ende gefunden. Die Kommunalpolitik beschloss diesmal einstimmig die Eintragung des Gebäudes „Holbeinstraße 23“ in die Denkmalliste der Stadt Plettenberg.

Der Denkmalumfang erstreckt sich dabei auf das gesamte Innere und Äußere des Gebäudes. Der zuvor gefasste Ratsbeschluss (16 Stimmen gegen die Denkmaleintragung, 15 dafür und eine Enthaltung) hatte geltendes Recht verletzt und war rechtswidrig.

Die Rechtslage sieht vor, dass bei Vorliegen der Voraussetzungen entsprechende Baudenkmäler in die Denkmalliste der Stadt Plettenberg einzutragen sind. In Sachen Denkmalwert obliegt der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Plettenberg nach diesem Gesetz kein Ermessensspielraum.

Und weil das vorliegende Denkmalwertgutachten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe den Denkmalwert des Fachwerkhauses an der Holbeinstraße 23 entsprechend dokumentierte, folgte der Rat nun der Empfehlung aus Münster.

Mittlerweile gibt es noch eine weitere Erfolgsmeldung, denn nach Auskunft des zuständigen Maklers Ralf Beßler steht ein Verkauf des Denkmalhauses unmittelbar bevor. In den nächsten Tag soll der Notarvertrag unterschrieben werden.

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