Ein „Paukenschlag“ weckt das britische Publikum

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Zorro, Pocahontas, Supergirl, Polizisten, Löwen und vieles mehr standen auf der Bühne zu den Karnevalsknallern der Musikschule Lennetal.

Joseph Haydn (1732 - 1809) soll das Stück nur auf diese Weise komponiert haben, um das britische Publikum aus dem Schlaf zu reißen: Doch beim Konzert der Musikschule Lennetal bedurfte es nicht eines „Paukenschlages“, um die Zuhörer zu begeistern.

Passend zur fröhlichen Karnevalszeit hatten Sebastian Hoffmann (in diesem Fall Zorro) und seine bunt kostümierten Musikschüler ein besonderes Stück mit einer besonderen Geschichte mitgebracht: Anfang der 1790er Jahre hatte Haydn den „Paukenschlag“ im Rahmen einer London-Reise komponiert – angeblich, um das britische Publikum aus dem Schlaf zu reißen.

„In England ging man früher in der Regel mittags in das Theater. Hier wurde dann geredet, gegessen, Zeitung gelesen oder einfach geschlafen“, erklärte Hoffmann. Ein Zustand, den Haydn nicht so habe akzeptieren können. Um das Publikum aber nicht mit einer direkten Ansprache vor den Kopf zu stoßen, habe er den „Paukenschlag“ komponiert: Im zweiten Satz des Stücks sollen die Zuhörer so schnell wieder wach gewesen sein.

Das war bei den Gästen in der Aula der Martin-Luther-Schule nicht nötig. Sie waren alle hellwach, auch, weil es zahlreiche, fantasievolle Kostüme zu bewundern gab: Während Hoffmann als Rächer der Armen Mexikos auftrat, „stürmten“ im Laufe des Konzerts unter anderem auch Skelette, Punker, Cowgirls und -boys, Polizistinnen, Supergirl, Löwen und sogar eine Flamenco-Tänzerin die Bühne.

Zu hören gab es viel, auch kurioses: So zum Beispiel die unsichtbare Ente, die im Stück „Alle meine Entchen“ weder zu sehen, noch so recht zu hören ist.

Die bereits erfahreneren Musikschüler brachten dagegen unter anderem Antonio Vivaldis (1678 - 1741) „Der Frühling“ zu Gehör.

Beschwingt wurde das Publikum dann zum Ende aus der Aula entlassen: Das immer schneller werdende russische Volkslied „Kalinka“ dürfte auch dem letzten Zuhörer die Frühjahrsmüdigkeit aus den Beinen „geschüttelt“ haben.

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