Jäger im Kreis sind sich sicher: „Die Schweinepest wird kommen“

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Der Vorstand der Märkischen Kreisjägerschaft ist überzeugt, dass die Schweinepest auch bald Deutschland erreichen wird – die Frage sei nur wann und wie man dann mit der Seuche umgehe.

Noch ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) nicht in Deutschland angekommen – noch nicht. Denn im Süden Belgiens, nur rund 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, ist der Ausbruch der Tierseuche bereits verzeichnet worden.

Und das macht auch die heimischen Jäger nervös, wie auch im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Märkischen Kreisjägerschaft im Restaurant Zur Post deutlich wurde.

Neben dem neuen Landesjagdgesetz, das bereits bei der Jahreshauptversammlung des Plettenberger Hegerings ausführlich thematisiert worden war, war die Schweinepest ein zentrales Thema. „Die ASP wird kommen. Die Frage ist nur, wann“, warnte die erste Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Maria Watermann.

Kreisjagdberater Bernd Schmitt appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Jäger, „Verdachtsfälle ohne zu zögern und ohne Abwägung irgendwelcher vermeintlicher Vor- oder Nachteile beim Veterinäramt des Märkischen Kreises anzumelden“.

Als Ehrengäste waren Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schute und Landrat Thomas Gemke anwesend. Gemke lobte die Rollende Waldschule sowie das gelebte Ehrenamt innerhalb der Kreisjägerschaft. Im Hinblick auf den massiven Waffenfund in Iserlohn in der vergangenen Woche, bat er um Verständnis für den kritischen Umgang mit Waffen.

Am Donnerstag hatte die Polizei in der Wohnung eines verstorbenen 81-jährigen Iserlohners mehr als 500 Gewehre, Pistolen, Messer und 5 Kilo Schwarzpulver entdeckt. „Der Mann hatte keine Berechtigung zum Besitz von Waffen“, erklärte Polizeisprecher Dietmar Boronowski zuletzt.

Applaus spendete die versammelte Jägerschaft Bürgermeister Schulte für seine Aussage: „Es geht nicht ohne Jagd.“ Der Mensch sei mittlerweile so weit in die Natur eingedrungen, dass es ideologischer Quatsch sei, zu sagen, das regle sich auch ohne Jagd.

Als Kämmerer sei er selbst für die Wildschadensachbearbeitung zuständig gewesen und wisse daher, was es bedeute, wenn beispielsweise Wildschweine Felder umgraben.

In einer so waldreichen Stadt – mit 66 Prozent Waldfläche ist Plettenberg die waldreichste Stadt des Märkischen Kreises – mangele es an Freiflächen. Diese seien jedoch wichtig für das Wild. Während früher viel Bauland freigegeben worden sei, sei diese Maßnahme mittlerweile zurückgefahren worden.

Aber: „Wir brauchen die Gewerbeflächen“, sagte Bürgermeister Schulte. Allerdings sei die Stadtverwaltung bestrebt, einen Kompromiss für das Wohl all’ seiner Bewohner zu finden: für die menschlichen wie für die tierischen.

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