25 Jahre Psychologische Beratungsstelle: "Es ist kein Makel, Hilfe anzunehmen!"

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Das Team der Psychologischen Beratungsstelle wurde bei der Feierstunde geehrt.

Plettenberg - Vor 25 Jahren suchte der Jugendhilfeausschuss der Stadt Plettenberg nach einer Kooperationsmöglichkeit in Sachen Erziehungs-, Lebens- und Familienfragen. Einen Partner fand die Stadt in der Diakonie im Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid - Plettenberg, sodass die psychologische Beratungsstelle entstanden ist. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit wurde jetzt mit einem Festprogramm gefeiert.

Bürgermeister Ulrich Schulte überbrachte am vergangenen Mittwoch (23. Januar) die Grüße von Rat und Verwaltung der Stadt Plettenberg und verglich die Stadt mit dem Vater einer Familie, der das Geld bringt und sich nicht in den Haushalt (sprich Tätigkeit der Beratungsstelle) einmischt. „Es ist kein Makel, Hilfe hier anzunehmen. Wichtig ist es, Auswege gemeinsam zu suchen und Wege zur Lösung von Konflikten aufzuzeigen. Menschenliebe gehört dazu.“

Im Bezug auf die Geschichte sagte Schulte: „Wir suchten damals nach einem verlässlichen Partner, der im Vorfeld und begleitend unseren Bürgerinnen und Bürger, aber vor allem unseren Familien mit ihren Kindern, in Konfliktsituationen helfen wird. Das macht sich bezahlt, weil früh schon Hilfe bereit steht, die wir von der Stadt nicht leisten können, und später für uns umso teurer würde. Daher ist es gut angelegtes Geld, wenn wir diese wichtige Arbeit, die hier geleistet wird, finanziell mittragen. Landesmittel gibt es leider nicht.“

Iris Jänicke, seit 2016 Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes im Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg, unterstrich die Aussage: „Im Jahr 2018 hatten wir 785 Anfragen zur Hilfe. Nicht jede Anfrage führt auch zu einem Beratungsgespräch oder einer kompletten Konfliktbegleitung. Im Laufe der 25 Jahre hat es weit über 10 000 Anfragen gegeben, in denen wir tätig wurden, davon 5 600 von Plettenbergern.“

Ralf Meyer, Leiter der Beratungsstelle, ergänzte: „Wir bieten unsere Beratungsleistung, die übrigens kostenfrei erfolgt, in Einzel-, Paar-, Familien- und Gruppengesprächen an. Unser Team besteht aus 9 Beraterinnen und Beratern. In Werdohl besetzen wir noch eine Außenstelle. Zu uns kann jeder kommen. Das Alter, die Konfession, ein eventueller Migrationshintergrund oder Plettenbergs Grenzen spielen keine Rolle. Unsere Gespräche, die wir hier, also an einem „neutralen Ort“ führen, unterliegen außerdem der Schweigepflicht.“

Birgitta Lambertz, Diplompädagogin in der Schwangerschaftsberatung, auf die Frage nach einer Erfolgsquote: „Die Vielzahl der Fälle, und dass der direkte Kontakt gesucht wird, spricht für den Erfolg unserer Arbeit. Es ist in vielen Fällen die Mund-zu-Mund-Propaganda, die unsere Arbeit unterstützt.“

Der Nachmittag klang bei Häppchen, Gesprächen und Musik von Ulli Kuhn an seinem Vibraphone, Bongos, Cajón und diversen Rhythmusgeräten aus.

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