Lustig angekommen im Leben

+
Zum Abschluss bat Jacqueline Feldmann ihre Eltern, Freunde, Teammitglieder und Helfer auf die Bühne zum gemeinsamen Gruppenbild nach einem sehr gelungenen Comedyabend in Eiringhausen.

Plettenberg - Sie ist 23 Jahre alt und sie macht heute genau das, was sie richtig gut kann: Leute vortrefflich unterhalten. Jacqueline Feldmann ist als Comedy-Star auf dem Weg nach oben. Doch dabei vergisst sie nicht, wo sie herkommt und auch aktuell wieder wohnt: In Plettenberg. Und nicht weit entfernt von ihrem Elternhaus gab die gewitzte Finanzbeamtin a. D. einen komplett selbst organisierten Auftritt vor ausverkauftem Haus im Eiringhauser Gemeindesaal.

Der Eschen, die Burg, Hagen, der Abellio und natürlich die Stadt Attendorn bekamen ihr Fett weg – und das auf höchst amüsante Weise. „Ich bin auf dem Eschen aufgewachsen. Da wirst du ignoriert, wenn du nicht einen Golf II knacken kannst“, sagte Jacqueline Feldmann, die sich reifer, erwachsener und selbstsicherer zeigte als bei früheren Auftritten und ihre eigene Entwicklung im aktuellen Programm „Plötzlich Zukunft – konnt’ ja keiner wissen“ gewitzt spiegelte. 

„Du bist so 16, 17, 18 – je nachdem wie doof du bist – und meinst mit dem Abschlusszeugnis liegt die ganze Welt vor dir.“ Doch dass das Erwachsensein auch anstrengend sein kann, merkte Jacqueline recht schnell. Und auch, dass nicht alle Studenten zwingend schlau sind. Und nicht alle alles werden können, auch wenn Mutti das sagt. Dabei biete die moderne Zeit coole Jobs wie den Social Influencer. „Ich habe meine Mutter gefragt, ob sie weiß was das ist und sie hat gesagt, ‘das sind soziale Menschen mit Grippe!’“ 

Wie ihr Berufsweg begann, schilderte Feldmann ebenfalls eindrücklich: „Ich wollte immer etwas mit Menschen machen, mich unterhalten können und habe direkt nach der Realschule eine Ausbildung beim Finanzamt Lüdenscheid begonnen. Dabei ist es egal, wie du aussiehst. Hauptsache die Leute haben Angst vor dir.“ Den Anstoß dazu habe sie bei der Ausbildungsbörse bekommen, wo es langweilige Stände „vom Bankangestellten bis zum Klärwerkstaucher“ gegeben habe. „Der Finanzamt-Stand lag in einer dunklen Ecke und wir sind da nur hin, weil dort Stars Wars-Musik lief und man einen Beutel voller Schokotaler bekam“, sagte Feldmann, die mit 21 Jahren als Finanzangestellte auf Lebenszeit verbeamtet wurde, das „Lebensbündnis“ zugunsten der Comedy-Karriere aber mittlerweile aufgekündigt hat. Immerhin könne sie ihre Steuern nun selbst machen.

Jacqueline Feldmann voll in ihrem Element.

 „Es wird ja sonst niemandem beigebracht, wie das mit den Steuern funktioniert. Über Miete, Steuern und Versicherungen lernt man nichts in der Schule, dafür kann man aber den Umfang der Sonne berechnen“, so Feldmann. „Von meinen jüngeren Besuchern denken viele, dass Brutto und Netto Supermärkte sind.“ Das anfangs zweigleisige Leben als Comedian und Finanzbeamtin habe bei ihr mitunter zu Einsamkeit geführt. Wenn sie mit ein paar Kollegen Backstage gestanden habe, sei manchmal die Frage nach dem Beruf aufgekommen. „Wenn ich dann gesagt habe, dass ich beim Finanzamt arbeite, waren immer sofort alle weg.“ 

Für viele Lacher sorgte Feldmann am Samstag auch mit ihrer Beschreibung von Thermomix-Fans im Kollegenkreis des Finanzamtes. So habe eine Kollegin ganz stolz erzählt, dass ihr der Thermomix sage, wenn die Kartoffeln fertig sind. „Wenn mein Topf mit mir redet, habe ich ganz andere Probleme“, entgegnete Feldmann darauf, die aber neben den Schalke-Fans auch den Männern einen mitgab. „Der Weber-Grill ist der Thermomix des Mannes. Der kann auch alles.“ Auch über ihre vegane Phase ließ sich die 23-Jährige aus. So fehle an den Restaurants nur noch das Schild: „Veganer müssen draußen bleiben. Da steht dann eine Schale mit Feldsalat“. Zur Not könnten die Veganer aber auch im Falafel-Bällebad abgegeben werden.

 Ihre Mutter habe auch wenig Verständnis gezeigt und ihr in einer Krankheitsphase gesagt: „Ich mache dir eine Hühnersuppe.“ – „Mama, die ist nicht vegan.“ – „Dann musst du halt sterben“. Auch über WG-Partys, verschmutzte Damenklos, kiffende Lehramtsstudenten, Festivalbesuche und David Hasselhoff ließ sich die Pinkelschwester von Helene Fischer aus und machte viel Vorfreude auf den von ihr moderierten Comedy-Abend Anfang November im Gemeindesaal. Und zum Schluss gab sie allen Berufszweiflern noch etwas mit: „Haltet euch an Sachen fest, die euch glücklich machen und weitet das aus.“ Genau das hat sie selbst getan und damit am Samstag ihre Besucher und viele neue Fans in Plettenberg und Umgebung beglückt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare