Klimaschutz

Comedienne Jacqueline Feldmann zum Klimaschutz: "Greta hat schon jetzt einiges erreicht"

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Dass Second-Hand ganz schön cool sein kann, beweist Comedienne Jacqueline Feldmann.

Plettenberg – Klimawandel, Umweltschutz, nachhaltige Lebensweise – diese Begriffe geistern aktuell so häufig durchs Netz, wie schon lange nicht mehr. Die Plettenberger Comedienne Jacqueline Feldmann hat ihre Einstellung zum Klimaschutz ebenfalls verändert - auch wegen Greta Thunberg.

Greta Thunberg, die 16-jährige Schwedin, hat das geschafft, wofür sie viele Menschen beneiden: Sie hat die Gesellschaft weltweit zum Nachdenken und Diskutieren angeregt, wie man unseren Planeten zu einem besseren Ort machen kann. Die Schwedin muss aktuell aber auch viel Kritik einstecken, denn auch viele Plettenberger neigen in den sozialen Netzwerken dazu, die Jugendliche anzufeinden, denn sie halten ihre öffentliche Protestbewegung für übertrieben und lächerlich. „Ich finde es grandios, was dieses Mädchen jetzt schon bewegt hat.

Ich habe in ihrem Alter an der Oester gezeltet und Bier getrunken“, sagt die Plettenberger Comedienne Jacqueline Feldmann dazu. Über den Klima- und Umweltschutz nachdenken? „Das wäre mir niemals in den Sinn gekommen!“ Feldmann, die häufig in verschiedensten Comedy-Shows im Radio zu hören ist oder auf den Bühnen in der Region ihr Stand Up-Programm vorstellt, kritisiert das Verhalten vieler Plettenberger, die Greta Thunberg im Netz anfeinden: „Jeder sollte erst einmal über sein eigenes Handeln nachdenken, bevor er andere für ihr Handeln verurteilt. Greta hat erkannt, dass sich etwas verändern muss und hat den Mut, es öffentlich auszusprechen. Sie hat schon jetzt einiges erreicht“, so Feldmann. 

Auch ihre persönliche Einstellung und Lebensweise sei teilweise durch Gretas Bewegung – unter anderem von den Diskussionen um Fridays for Future – nachhaltig verändert worden. Allgemein unterstütze sie viele der Ansichten der jungen Schwedin. Unter anderem lebt sie auch – wie Greta Thunberg – vegan. „Ich lebe schon seit einigen Jahren vegan – das hat aber weniger mit Greta Thunberg zu tun“, sagt die 25-Jährige im Gespräch mit der Heimatzeitung lachend.

 Damals, als sie etwa 21 Jahre alt war, hätten sie täglich starke Bauchschmerzen geplagt. „Es war einfach sehr unangenehm und auch wirklich schmerzhaft. Mir ging es einfach schlecht“, so Feldmann. Die Ärzte hätten ihr damals vor allem Säureblocker verschrieben. „Ich habe mir dann irgendwann gedacht, dass es nicht sein kann, dass ich ständig Tabletten nehmen muss. Es muss doch irgendeine Ursache dafür geben!“, erinnert sich die Plettenbergerin. 

Bis schließlich ein Arzt auf folgende Idee gekommen wäre: „Versuchen sie es mal eine Weile mit veganer Ernährung“, riet der Mediziner der damals 21-Jährigen. „Das war krass! Nach nur vier Wochen hatte ich keinerlei Beschwerden mehr“, so Jacqueline Feldmann. Auslöser waren – wie vom Mediziner vermutet – tierische Substanzen. „Mit der veganen Ernährung geht es mir einfach viel besser, das ist Fakt. Gleichzeitig müssen wegen mir keine Tiere sterben – zwei Fliegen mit einer Klappe“, freut sich Feldmann, dass sie dadurch auch etwas für den Klimaschutz bewirken kann. 

Zu den Dingen, weniger verschwenderisch zu leben und sich mehr Gedanken darum zu machen, was wirklich nötig ist und worauf man gut und gerne verzichten könne. „Ich war mit einer Freundin in Köln unterwegs. Wir wollten shoppen, waren aber beide knapp bei Kasse“, so Feldmann. Die Lösung war schnell gefunden: Der „Pick and Weight Shop“ (übersetzt: aussuchen und wiegen). „Ich drehe sehr viele Videos, die ich dann im Internet für meine Follower veröffentliche. Oft handelt es sich dabei um Selbstversuche“, erklärt Feldmann das Konzept. 

Die Netzgemeinde, die vorher durch eine Umfrage von Feldmann um ihre Meinung gebeten wurde, entschied sich für ein Budget von 50 Euro. „Ich hatte also 50 Euro, um davon im besten Fall ein komplettes Outfit zusammenzustellen – und was soll ich sagen, ich habe sogar mehrere gefunden, und die waren alle super cool“, freut sich Feldmann noch heute. Ihr sei es darum gegangen, zu zeigen, wie man auch mit wenig Geld qualitativ hochwertige und schicke Klamotten erwerben kann. „Man muss nicht immer alles wegwerfen und neu kaufen – Kleidung aus zweiter Hand ist nicht nur praktisch und günstig, sondern auch verdammt cool“, appelliert Feldmann. S

ie habe mittlerweile ein Bewusstsein dafür entwickeln können, dass nicht immer alles neu sein muss, sondern auch viele Dinge wieder recycelt werden können. Ebenso verhielte es sich auch mit dem Umgang mit Plastik. „Es muss ja nicht immer strikt auf alles verzichtet werden. Da bin ich auch gar kein Fan von. Es geht einfach nur darum, ein Bewusstsein für den Umweltschutz zu entwickeln“, so Feldmann. Wenn jeder ein bisschen mithilft, umweltbewusster und klimafreundlicher zu leben, ist schon viel getan – da ist sich nicht nur Feldmann sicher.

Zum Video gehts hier:

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Veganismus und Klimaschutz: 

Eine aktuelle Studie der Universität Oxford kommt zu dem Schluss: Würde sich die Weltbevölkerung pflanzlich(er) ernähren, könnte das Millionen von Menschenleben retten und die Emissionen von Treibhausgasen drastisch reduzieren. Ernährten sich die Menschen rein pflanzlich, würde dies die ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen bis 2050 um 70 Prozent reduzieren. Eine den globalen Empfehlungen folgende Ernährung würde lediglich zu einer Reduzierung um 29 Prozent führen und eine vegetarische Ernährung immerhin zu einer Reduzierung um 63 Prozent.

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