„Hoffe, die Plettenberger vertrauen mir“

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Dr. Maximilian Niculescu übernimmt die Frauenarzt-Praxis von Dr. Lutz Hellweg an der Kaiserstraße.

Warum sich ein Attendorner Oberarzt jetzt in Plettenberg mit einer Frauenarzt-Praxis an der Kaiserstraße niederlässt und warum er ganz froh darüber ist, in Attendorn zu leben, aber in Plettenberg zu arbeiten, erzählt Dr. Maximilian Niculescu (37) im Interview mit Redakteurin Felicitas Hochstein.

Herr Dr. Niculescu, herzlich willkommen in Plettenberg. Kennen Sie sich in Plettenberg aus?

Maximilian Niculescu: Teilweise. Ich kenne zum Beispiel das AquaMagis. Und ich habe gehört, dass ich hier mit der Praxis an der Kaiserstraße ziemlich zentral liege. Hier ist doch jetzt auch ein neuer Modepark eröffnet worden...

Genau, der Modepark Röther am Maiplatz. Der liegt in direkter Nachbarschaft zu ihrer Praxis. Der Modepark war in letzter Zeit ein Riesenthema in Plettenberg. Ihre Heimatstadt hatte gegen die Eröffnung geklagt. Haben Sie das mitbekommen?

Niculescu: Ja, ich habe davon gehört. Das ist wirklich alles sehr merkwürdig gewesen, was da so passiert ist. Ich freue mich aber, dass der Modepark jetzt eröffnen konnte und werde sicherlich in den nächsten Tagen dort einmal vorbei schauen.

Sie sind Attendorner und eröffnen in Plettenberg eine Praxis. Wie passt das zusammen? Wollten Sie nicht in Ihrer Heimatstadt bleiben?

Niculescu: Ich lebe zwar in Attendorn mit meiner Familie, ich komme aber nicht aus Attendorn, sondern bin in Rumänien geboren, aufgewachsen und habe dort studiert. Deshalb bin ich in der Hansestadt auch nicht so verwurzelt, dass ich da unbedingt ständig sein muss. Ich lebe gerne dort, aber finde es eigentlich ganz gut, nicht in Attendorn zu praktizieren.

Warum nicht? Wäre es nicht viel einfacher für Sie?

Niculescu: Für mich hat sich auf der einen Seite ergeben, die Praxis von Dr. Hellweg zu übernehmen, da der jetzt in den Ruhestand gegangen ist. Auf der anderen Seite ist es gerade als Frauenarzt für die Patientinnen immer angenehmer, ihrem Gynäkologen nicht ständig über den Weg zu laufen. Gerade jungen Patientinnen ist es auch oft unangenehm. Die wollen mir dann nicht immer überall begegnen.

Da wären wir bei einem anderen spannenden Thema. Ist es wirklich so, dass die meisten Frauen nicht gern zu einem männlichen Frauenarzt gehen?

Niculescu: Das ist wirklich so und ich kann das durchaus verstehen, dass es gerade für junge Mädchen unangenehm ist, von einem Mann behandelt zu werden. Ich möchte versuchen, mir einen guten Ruf in Plettenberg zu erarbeiten und ein Vertrauen zu meinen Patientinnen aufzubauen. Vielleicht kann ich so etwas in diesem Punkt verändern.

Sie waren vorher als Oberarzt in der Helios-Klinik in Attendorn beschäftigt. Warum jetzt eine eigene Praxis?

Niculescu: Es war eigentlich immer schon ein Wunsch von mir, eine eigene Praxis zu eröffnen. Ich kann einfach viel freier arbeiten und finde es sehr schön, die Patientinnen langfristig zu begleiten und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Ich werde voraussichtlich trotzdem einmal wöchentlich noch in der Klinik arbeiten können und dort noch ab und zu operieren. Das wäre natürlich eine super Mischung für mich.

Was machen Sie denn in Ihrer Freizeit, wenn Sie nicht am OP-Tisch stehen oder Patientinnen betreuen?

Niculescu: Ich verbringe die wenige Freizeit, die mir momentan bleibt, mit meiner Familie. Ich habe eine Frau und zwei Kinder – einen siebenjährigen Jungen und ein zehnjähriges Mädchen. Ich nutze jede freie Sekunde, um mit ihnen zusammen zu sein. Ich hoffe, dass ich irgendwann durch die eigene Praxis etwas mehr freie Zeit habe. Dann würde ich auch gerne ein bisschen mehr Sport treiben oder angeln gehen.

Was erhoffen Sie sich darüber hinaus für die Zukunft in der neuen Praxis in Plettenberg?

Niculescu: Dass ich möglichst viele Patientinnen von Dr, Hellwig übernehmen kann und vielleicht sogar noch weitere dazu gewinnen kann. Ich weiß, dass es einen großen Bedarf in Plettenberg gibt, deshalb bin ich sehr optimistisch. Natürlich hoffe ich, dass meine Arbeit gut angenommen wird und die Plettenberger mir ihr Vertrauen schenken werden. Ich freue mich jedenfalls auf den neuen Lebensabschnitt hier in Plettenberg.

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