Vortrag über Sport und Gesundheit vom Experten

Gesundheitsexperte über Sport und Alter: „Es ist nie zu spät“

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Prof. Dr. Froböse, hier beim Joggen mit seiner Ehefrau, referiert am Montag in Plettenberg.

Plettenberg – Der Gesundheitsexperte Prof. Dr. Ingo Froböse ist einer der gefragtesten Fachexperten zum Thema Sport und Fitness in Deutschland. Der ehemalige deutsche Vizemeister im 100 Meter Sprint hat zahlreiche Bücher über Gesundheit, Ernährung und Fitness verfasst. Er berät Krankenkassen, Medizin- und Gesundheitsverbände und ist Sachverständiger für den deutschen Bundestag. Jetzt kommt er nach Plettenberg.

Am Montag, 8. Juli, hält der Fitnessdoktor um 19 Uhr in der Aula des Böddinghauser Schulzentrums einen Vortrag über Fitness und Gesundheit. Die Veranstaltung findet auf Einladung des Plettenberger Turnvereins (PTV) statt und ist durch die Kooperation mit der Vorsitzenden des Sportausschusses, MdB Dagmar Freitag, und der Stadtbücherei möglich geworden. 

Mit Anfang 60 besitzt der Professor der Sporthochschule Köln noch immer die Physis eines Mittzwanzigers. Mit ST-Redakteur Georg Dickopf sprach der einstige Sprinter über das Thema Bewegung: 

Herr Professor Dr. Froböse, Sie sind ein echter Experte in Sachen Fitness. Was tun Sie, um mit 62 Jahren noch so fit zu sein?

Ich treibe fünf bis sechs mal pro Woche Sport, in dem ich regelmäßig eine Stunde laufen gehe und mindestens zwei bis drei Mal in der Woche Muskeltraining betreibe. Und in den Ferien fahren wir viel Rennrad und Mountainbike.

 Wie schnell sind Sie nach Ihrer Bestzeit von 10,4 Sekunden heute noch auf 100 Metern? 

Wenn ich das wüsste. Ich bin seit dem Ende meiner sportlichen Karriere nie mehr gegen die Stoppuhr gelaufen und werde es auch nicht mehr tun.

 Was empfehlen Sie den Plettenbergern, wenn es mit der Fitness nicht mehr so läuft und der Bauch langsam den Blick auf die Schuhe versperrt?

 Es ist niemals zu spät! Am besten beginnen Sie heute! Und zwar mit einem leichten Ausdauertraining in Form von Spaziergängen, Walking oder auch den gefürchteten Sauerländer-Radtouren. So trainieren Sie Ihr Herz-Kreislauf-System und optimieren damit Ihre Fettverbrennung. Aber vergessen Sie niemals Ihre Muskeln, denn diese sind der größte Energieverwerter und vor allen Dingen selbst dann, wenn Sie nichts tun. 

Ist die Bewegung wichtiger oder die Ernährung? 

Essen und trimmen, beides muss stimmen. Beides gegeneinander abzuwägen ist sicher nicht richtig, denn wir brauchen Bewegung, damit uns unsere Fähigkeiten und Funktionen ein Leben lang erhalten bleiben. Getreu dem Motto: Nur was genutzt wird, entwickelt sich. Was genau braucht der Körper denn?

Professor Doktor Ingo Froböse ist Experte, wenn es um Sport und Gesundheit geht.

Wir brauchen für unseren Organismus und dessen Versorgung nicht nur Energie, sondern vor allen Dingen Mineral- und Vitalstoffe und auch Baustoffe, die Proteine, um täglich anfallende Reparaturen und Renovierungen des Körpers durchführen zu können. Für eine hohe Lebensqualität ist also ein Zusammenspiel von Bewegung, Ernährung und Regeneration die beste Voraussetzung. 

Sie sind ein großer Fan des Laufsports. Im Sauerland ist nur leider alles sehr hügelig. Was empfehlen Sie Laufanfängern? 

Bevor es mit dem Laufen losgeht, muss der Körper erst einmal auf das Laufen vorbereitet werden. Und gerade das Sauerland ist mit seinen vielfältigen Wanderrouten und Spazierwegen ein idealer Trainingsort, um sich auch auf das Laufen vorzubereiten. Abendliche Spaziergänge oder morgendliche Walkingeinheiten schaffen es, den Körper innerhalb von 4-6 Monaten so zu verbessern, dass danach dem Laufen, selbst im hügeligen Gelände, nichts mehr im Wege steht. 

Was halten Sie von E-Bikes, die gerade hier im Sauerland immer beliebter werden? Besser E-Bike als gar keine Bewegung, oder? 

Insbesondere für Menschen, die wieder einen neuen Zugang zur körperlichen Aktivität finden wollen, oder speziell auch für Menschen deren Trainingszustand schlecht oder deren Mobilität eingeschränkt ist, ist die Nutzung eines elektrisch unterstützten Rades eine gute Möglichkeit Bewegung wieder zu lernen. Denn in der Tat ist es so, dass jede Bewegung besser ist als gar keine – auch, wenn sie elektrisch unterstützt wird. Dennoch gilt es die elektrische Hilfe derart dosiert einzusetzen, dass auch der Körper und der gesamte Organismus ab und zu einmal bis an ihre Grenzen herangeführt werden und vor allen Dingen auch einen Trainingsreiz bekommen. 

Haben Sie schon einmal am P-Weg-Marathonwochenende teilgenommen? Am zweiten Septemberwochenende haben Sie vielleicht letztmals die Chance zur Teilnahme...

 Nein, das habe ich bisher noch nicht getan und leider wird es auch in diesem Jahr nicht möglich sein, da ich zeitgleich in den Ferien bin. Das Sauerland mit seinen vielfältigen Wanderungen und insbesondere den Rothaarsteig genießen meine Frau und ich aber mehrfach im Jahr und genau an diesem Wochenende vor meinem Vortrag bin ich wieder im Schmallenberger Raum mit Rucksack unterwegs.

 Der Eintritt zum Vortrag von Prof. Dr. Froböse am Montag, 8. Juli , um 19 Uhr in der ASG-Aula ist frei, Spenden zugunsten des PTV sind aber erwünscht.

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