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Integration der Schwerpunkt: Knapp 70 Schüler aus der Ukraine derzeit in Plettenberg

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Von: Johannes Opfermann

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Kinder und Jugendliche aus der Ukraine werden auch in die Plettenberger Schulen integriert. Knapp 70 Flüchtlingskinder sollen es derzeit sein.
Kinder und Jugendliche aus der Ukraine werden auch in die Plettenberger Schulen integriert. Knapp 70 Flüchtlingskinder sollen es derzeit sein. © DPA

Während der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine schon in den dritten Monat geht, sollen die Kinder, die nach Plettenberg geflohen sind, über den Schulunterricht möglichst ein bisschen Normalität zurückerhalten und in der fremden Stadt Anschluss finden.

Plettenberg – In Willkommensgruppen und vielfach schon in Regelklassen werden in der Vier-Täler-Stadt knapp 70 Kinder aus der Ukraine unterrichtet.

„Wir haben die Schüler aus der ersten Willkommensklasse an der Martin-Luther-Schule, je nachdem wo sie wohnen, möglichst wohnortnah auf die Grundschulen verteilt“, erklärt Christoph Wilk, Sachgebietsleiter Jugend, Schule und Sport.

Verteilung auf alle Grundschulen

Von den 15 Kindern aus der ersten Willkommensklasse seien nach der Einschätzung durch das Kommunale Integrationszentrum (KI) des Märkischen Kreises zwei an der Martin-Luther-Schule verblieben, während der Rest nun an anderen Grundschulen sei, erklärt Schulleiter Thorsten Jagusch. „Sie laufen in den Klassen einfach mit, wir versuchen an einigen Tagen aber auch außerhalb der Klassen noch Deutschunterricht zu geben.“ Dies richte sich nach den freien Kapazitäten, er habe aber das Gefühl, dass die Mischung aus Klassenunterricht und gezielter Sprachförderung gut gelinge.

Auch wenn der erste Schub von ukrainischen Kindern im Grundschulalter verteilt wurde, besteht die Willkommensklasse an der Martin-Luther-Schule weiterhin. Denn da weitere ukrainische Kinder hinzukämen, veränderten sich die Zahlen schnell, so Christoph Wilk: „Wir haben schon 15 neue Kinder, die die neue Willkommensklasse bilden.“ Auch für sie steht verstärkt Deutsch auf dem Stundenplan, sodass sie dann in die Regelklassen wechseln können. Laut Schulleiter Jagusch soll die nächste Einschätzung von Kindern durch das KI Mitte Mai erfolgen. Danach würden die Kinder auch wieder auf die verschiedenen Grundschulstandorte verteilt.

Schüler an Gymnasium, Haupt- und Realschule

Nicht nur im Grundschulbereich, sondern auch an den weiterführenden Schulen sind weitere Kinder und Jugendliche aus der Ukraine hinzugekommen. Was die andere Willkommensklasse für ältere Schüler angeht, die am Albert-Schweitzer-Gymnasium angesiedelt war, so sollen die Schüler aus dieser Gruppe dort verbleiben. Die 18 Kinder und Jugendlichen erhalten in dieser Klasse weiterhin Deutschunterricht, sind aber zum Teil auch in die Regelklassen integriert. „In den Fächern, wo Sprache nicht eine ganz so herausragende Rolle spielt, werden sie in reguläre Klassen wechseln“, erklärt Wilk.

Das wichtigste ist, dass die Schüler schnell Anschluss finden und die deutsche Sprache lernen – ohne Deutschkenntnisse ist es schwierig.

Dr. Eberhard Stroben, stellv. Leiter Zeppelinschule

Inzwischen sind noch einmal 17 weitere Kinder in der gleichen Altersklasse – elf bis 16 Jahre – in Plettenberg eingetroffen, doch um eine zusätzliche Willkommensklasse zu bilden, fehlten nach Wilks Aussage die Möglichkeiten. Deswegen wurden diese Kinder nun an die Zeppelinschule (acht Kinder) und die Geschwister-Scholl-Realschule (neun Kinder) weitergeleitet.

„Wir haben die Schüler teilweise in unserer Internationalen Klasse untergebracht, aber weil wir auch dort nicht so viele Plätze haben, haben wir sie auch Regelklassen zugeordnet“, erklärt Dr. Eberhard Stroben, stellvertretender Leiter der Zeppelinschule. Eine Kollegin, die Russisch spricht, soll den ukrainischen Schülern als Sprachmittlerin helfen und auch bei anderen Problemen behilflich sein. Oberste Priorität hat das Erlernen der deutschen Sprache. „Das wichtigste ist, dass die Schüler schnell Anschluss finden und die deutsche Sprache lernen – ohne Deutschkenntnisse ist es schwierig“, so Stroben.

Deutschunterricht steht an erster Stelle

Auch an der Geschwister-Scholl-Realschule hat Schulleiterin Monika Storm in dieser Woche die ersten ukrainischen Schüler begrüßt, für die sich die Integration in die neue Schule in zwei Phasen gliedert. In den nächsten Wochen werden sie erst einmal verstärkt Deutsch lernen, an zwei Tagen fünf, an dreien sechs Stunden. „Sie haben einen gemeinsamen Klassenraum und sollen sich erst einmal zurechtfinden und sich in Sicherheit fühlen“, so Storm. Das ist der Plan bis zum 25. Mai. Dann werde man schauen, wie gut sie Deutsch können. Nach dem verlängerten Wochenende geht es dann am 30. Mai weiter. „Sie werden dann teilweise in die Regelklassen kommen, damit sie sich integrieren können, werden sie aber auch noch herausholen, damit sie mehr Deutschunterricht bekommen.“

Zuzüglich zu den Schülern im Grundschulbereich, an Gymnasium, Haupt- und Realschule gebe es laut Wilk noch fünf ältere Jugendliche, die nun aufgrund ihres Alters ans Berufskolleg kommen sollen. Alles in allem seien es knapp 70 Kinder und Jugendliche, die beschult werden, erklärt Wilk. Das sei mit einem hohen Organisationsaufwand verbunden, weil die Familien zum Teil nicht in Plettenberg bleiben, sondern weiterziehen – das muss dann recherchiert werden.

Es sei aber wahrscheinlich, dass in den nächsten Wochen und Monaten noch weitere schulpflichtige Kinder und Jugendliche aufgenommen werden, denn wie sich der Krieg in der Ukraine weiterentwickelt, sei schwer abzuschätzen.

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