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Gegen die „German Angst“: Experte gibt Tipps für ein glückliches Leben

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Inspirations-Coach gibt Tipps für ein Leben voller Selbstbewusstsein
David Kadel gab den Zuhörern im Gemeindehaus der Landeskirchlichen Gemeinschaft Holthausen Tipps für ein glückliches Leben voller Selbstbewusstsein. © Larissa Rabus

Angst ist ein schlechter Ratgeber, vor allem für ein glückliches und zufriedenes Leben. Dabei ist Glück kein Ziel, sondern eine Lebenseinstellung. Es handelt sich um einfach klingende Weisheiten, deren Beachtung im Alltag aber immer wieder vielen Menschen schwer fällt. Das ist das Fazit, das ich aus David Kadels Vortrag bei der Landeskirchliche Gemeinschaft (LKG) Holthausen gezogen habe.

Plettenberg – „Der Mann mit den vielen Gesichtern“– so wurde Kadel vorgestellt. Denn Kadel ist vielseitig: Er arbeitet als Mentaltrainer von Bundesliga-Spielern, als Buchautor und Filmemacher. Dabei befasst er sich auch mit Fragen, die er sich und seinem Publikum auch in Holthausen stellte: „Wie können wir mit Begeisterung leben, beziehungsweise, wie werde ich zur besten Version von mir selbst?“

Dabei verstand es Kadel, nicht einfach trockenen Frontal-Unterricht zu bieten. Ihm persönlich sei es wichtig, auch über die Art seines Vortrages Freude zu vermitteln: „In Deutschland wird zu wenig gelacht, im Durchschnitt nur null bis fünf Mal am Tag. Es gibt heutzutage nur noch wenig Freude hierzulande. Wir sind eine richtige Überforderungsgesellschaft beziehungsweise eine Erschöpfungsgesellschaft geworden“.

Kadel beschreibt dies als die „German Angst“ – ein Begriff, der beschreibt, dass die Menschen in Deutschland sich immer vor allem fürchten würden und die Lust am Leben verloren hätten, auch durch die ständige Berichterstattung von Katastrophen. Sehen könne man dies zum Beispiel daran, dass 87 Prozent der Deutschen laut Kadel unzufrieden mit ihrem Arbeitsplatz seien und 75 Prozent Zukunftsängste hätten. Daher sehe es Kadel auch als seine Aufgabe an, bei den Menschen die Lust am Leben wieder zu wecken.

Dafür seien sechs Dinge von zentraler Bedeutung: Selbstbewusstsein, Inspiration, Empathie, Gottvertrauen, persönliche Einstellung und Ruhe. Alleine schon das Bewusstsein für diese glücklich machenden Punkte machen einen zu einer besseren Version von sich selbst – schließlich beginne man so, auch bewusster zu leben.

„Das ist Selbstbewusstsein, sich zu fragen, ob das, was man gerade tut, auch gut für einen ist“, erklärte Kadel. Wichtig sei aber auch zu akzeptieren, dass manche Dinge sich nicht ändern ließen. „Es bringt mir zum Beispiel nichts, mich über die Gaspreise aufzuregen, denn ich muss sie am Ende so oder so bezahlen“, nannte Kadel ein Beispiel.

Am Ende sei es nicht nur wichtig, das Wissen zu haben – es müsse auch danach gehandelt werden: „Wissen ist keine Macht, sondern die Anwendung des Wissens bedeutet wirkliche Macht. Wir wissen theoretisch, dass unser Handy Gift für uns ist, aber dieses Wissen ist erst etwas wert, wenn wir es auch anwenden und anders mit dem Handy umgehen.“

Dankbar sein

Bewusster zu leben, bedeute beispielsweise auch, täglich darauf zu achten, dankbar zu sein. Hierzu lieferte Kadel mehrere Ansätze: „Nur acht Prozent der Weltbevölkerung besitzen einen Kühlschrank und wir gehören zu den glücklichen Menschen, die sich dazuzählen können. Oder wir können zum Beispiel im Supermarkt zwischen 20 verschiedenen Arten Marmelade wählen. All das ist keine Selbstverständlichkeit“. Laut Kadel sei die Einstellung der Schlüssel zum Glück: „Hör einfach auf dein Herz, das ist schon schwer genug“.

Kadel versuchte dem Publikum klarzumachen, dass es in unserer eigenen Verantwortung liege, glücklich zu sein: „Wer man sein will, ist einem komplett freigestellt. Doch am Ende sollte uns bewusst sein, dass die Dinge, die wir immer wieder tun, bestimmen, wer wir sind“.

Ein weiterer zentraler Punkt in Kadels Vortrag war, Stärke zu finden, indem man anderen hilft. Ganz nach dem Motto: „Geben macht glücklicher als Nehmen“.

Kadel selbst wolle niemanden von seinem Weg zum Glück ausschließen: Daher würden eine Million Exemplare seines neuen Buches „Wie man Riesen bekämpft“ an Bedürftige verschenkt, um Mut zu machen.

Larissa Rabus

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