SPD: Interkommunales Gewerbegebiet sollte möglichst „konfliktfrei“ entstehen

Industrie braucht Platz

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Am Gewerbegebiet Osterloh informierten sich Plettenberger und Herscheider Sozialdemokraten sowie interessierte Bürger über ein mögliches, interkommunales Gewerbegebiet.

Für die Realisierung eines interkommunalen Gewerbegebietes im Bereich Hüinghausen-Köbbinghausen müssten einige Hürden genommen werden. Dennoch: Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Schrader gibt es keine Alternativen zu den Flächen im oberen Elsetal.

Das erklärte Schrader am Montagabend im Rahmen einer Ortsbesichtigung am Osterloh. Denn auch Schrader sei sich bewusst, dass auf der projektierten Fläche unter anderem Landschaftsschutz herrscht und sichhier Überschwemmungsgebiete und ein Biotop befinden.

Vergessen werden dürfe auch der mögliche Protest von Anwohnern nicht. Aber: „Alle wollen Arbeitsplätze und die Einnahmen der Gewerbesteuer, jedoch keine Industrie in der unmittelbaren Nähe.“ Dabei stellte Schrader klar, dass sich heimische Unternehmen nur noch im Bereich Köbbinghausen-Hüinghausen erweitern oder ansiedeln könnten. Schrader und die heimischen Sozialdemokraten verwiesen dabei auf die Fläche von rund 30 000 Quadratmetern am Osterloh, die derzeit von der Firma Junior bebaut würden. 

„Jetzt sind nur noch wenige Restflächen frei – zu wenige“, sagte Schrader. Wie groß die Chancen für eine Realisierung des interkommunalen Gewerbegebietes stehen, das versuchte Jochen Schröder von der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im MK (GWS) zu erklären. Er verwies auf einen Fachbeitrag für die Regionalplanung, in dessen Rahmen mögliche Gewerbeflächen im Kreis gesucht wurden. 

21 Hektar stünden demnach in Hüinghausen und Köbbinghausen zur Verfügung – sieben Hektar würden auf Herscheider Gemeindegebiet liegen. „Plettenberg und Herscheid haben den größten Industrie-Anteil aller Kommunen im Märkischen Kreis“, sagte Weber. „Die Industrie benötigt dringend die Fläche.“ Schröder erklärte, dass ein mögliches interkommunales Gewerbegebiet möglichst „konfliktfrei“ realisiert werden sollte, doch das würde schwierig werden – nicht nur wegen möglicher Einwände der Anwohner. 

Der Bezirksregierung den Bedarf verdeutlichen Denn ein Gutachter müsse die Fläche nach Restriktionen untersuchen. Und diese würden im oberen Elsetal alleine schon aus Sicht des Landschaftsschutzes bestehen. Daher seien sicher auch nicht die kompletten 21 Hektar der Fläche nutzbar. 

Die Bezirksregierung Arnsberg müsste außerdem davon überzeugt werden, den Landschaftsschutz aufzuheben, damit sich hier Industrie ansiedeln könne. Ein Mittel, die Bezirksregierung davon zu überzeugen, ein interkommunales Gewerbegebiet im oberen Elsetal zu genehmigen, könnte im Aufzeigen der Flächendefizite liegen, wie Planungsamtsleiter Hartmut Engelkemeier erklärte. 

„Wir müssen der Bezirksregierung zeigen, dass der Bedarf da ist“, ergänzte Lothar Weber, Bauamtsleiter der Gemeinde Herscheid. Laut Weber müsse aber abgewartet werden, ob ein solches Konzept wirklich durchzusetzen sei. Sowohl der Plettenberger Planungsamtsleiter, als auch der Herscheider Bauamtsleiter versicherten besorgten Waldbesitzern und Anwohnern vor Ort, dass bisher nur Überlegungen angestellt worden seien. 

Die Planungen hätten noch längst nicht begonnen. „Wenn es soweit ist, werden Eigentümer und Anwohner natürlich mit einbezogen. Doch zunächst müssen wir mit der Regionalplanung abstimmen, ob ein interkommunales Gewerbegebiet realisiert werden könnte“, erklärte Weber. 

Für Wolfgang Schrader sollte nun aber alles möglichst schnell gehen, denn die heimische Industrie brauche Platz – und habe nicht Zeit, ewig zu warten. „Denn in Olpe gibt es auch schöne Gewerbeflächen mit direkter Autobahn-Anbindung“, sagte Schrader. Heimische Unternehmen wegen fehlender Flächen an Nachbarkommunnen zu verlieren, würde immerhin auch den Verlust vieler Arbeitsplätze bedeuten.

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