Krippenfeier und Christmette an Heiligabend

In Gemeinde St. Laurentius in Plettenberg kam trotz Corona Weihnachtsstimmung auf

Weihnachtsstimmung herrschte an Heiligabend mit Tannenbäumen und Krippe.
+
Weihnachtsstimmung herrschte an Heiligabend mit Tannenbäumen und der Krippe aus St. Bonifatius.

Plettenberg – Während die Evangelische Kirchengemeinde ihre Präsenzgottesdienste in diesem Jahr abgesagt hatten, fanden in der katholischen Gemeinde an Heiligabend Krippenfeier und Christmetten statt. Wir haben bei den Feiern in der Kirche St. Laurentius vorbeigeschaut.

Krippenfeier

Die Krippe in der Kirche kam diesmal aus St. Bonifatius. Denn um die große Holzkrippe aufzubauen, hätte es schlicht zu viele helfende Hände gebraucht. „Da hätten die Abstände nicht eingehalten werden können“, so Pfarrer Patrick Schnell. Üblich ist es, dass Pastor i.R. Hans Erlemeier als Regisseur mit Hilfe einiger kräftiger Gemeindemitglieder in der Weihnachtszeit die große Krippe links bei den Sedilien in der Kirche St. Laurentius aufbaut. Das Coronavirus machte einen dicken Strich dadurch. So stand nur die „kleine“ Krippe vor dem Altar und lud zur Krippenfeier am Nachmittag des Heiligen Abends ein. Voraussetzung war, dass man sich vorher angemeldet hatte und die Einhaltung der gültigen Corona-Schutzbestimmungen. 50 Anmeldungen machten es leicht, die Feier organisatorisch zu begleiten.

Schon zur Krippenfeier in der Kirche St. Laurentius hatten sich 50 Personen angemeldet. Auch zur späteren Christmette kamen so viele Gottesdienstbesucher.

Was war der Grund, ein doch gewisses Restrisiko in Kauf zu nehmen? Nicht nur ein Grund – es gab deren mehrere: Vorauszuschicken ist, dass Gemeindereferentin Laura Bartz mit Messdienerin Mathilda, sowie Jette, Malin, Lena und Jasmin den Kindergottesdienst gestalteten. Die vier Letztgenannten trugen, passend unterbrochen von so schönen Weihnachtsliedern wie „O du fröhliche“ oder „Vom Himmel hoch“, die Weihnachtsgeschichte vor. Das waren schon fünf Gründe, weil die Familien von Mathilda, Jette, Malin, Lena und Jasmin natürlich zur moralischen Unterstützung mitgekommen waren. Andere Familien nutzten die Gelegenheit, die Wartezeit bis zur Bescherung mit der Krippenfeier zu verkürzen oder ein bisschen Ruhe vor der zu erwartenden Geschenkeflut einkehren zu lassen. Der letzte Grund, und bestimmt auch der wichtigste, ist der mit dem Weihnachtsfest verbundene Glaube an die Geburt Jesu. Es war eine halbe Stunde, die mit Gebeten, den aus der Konserve erklingenden Weihnachtsliedern und der vorgetragenen Weihnachtsgeschichte wie im Flug verging.

Aber Gottesdienstbesuche im Lockdown? Die Meinungen gehen darüber weit auseinander. Das macht sich auch in den Besucherzahlen bemerkbar. Die Evangelische Kirche geht da kein Risiko ein und bietet erst einmal bis zum 10. Januar keine Gottesdienste in den Kirchen oder auch an öffentlichen Plätzen an.

Der Essener Bischof Franz Josef Overbeck stellt es in einem Brief an die Seelsorger, Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände den einzelnen Pfarreien anheim, selbst über Präsenzgottesdienste zu entscheiden: „Wenn die Verantwortlichen einer Pfarrei zu der Einschätzung kommen, dass die Feier von Präsenz-Gottesdiensten vor Ort nicht gefahrlos möglich ist, dann ist ein Verzicht geboten.“

Pfarrer Patrick Schnell hatte wohl ziemlich im Vorfeld mit sich ringen müssen, Präsenzgottesdienste zumindest an den Weihnachtstagen durchzuführen: „Die Entscheidung dafür ist mir nicht leichtgefallen. Aber wir haben ausreichend Platz und alle Vorsorgen getroffen, damit ein eventuelles Risiko in Übereinstimmung mit den Corona-Schutzbestimmungen ausgeschlossen sein müsste.“ Die meisten Besucher kamen bereits mit angelegtem Mundschutz zur Kirche. Die Übrigen setzten die Masken noch vor der Kirche auf. An der Hauptpforte hinein, die Anmeldung im Foyer, Händedesinfektion vor dem Betreten des Kirchenraumes, Platz nehmen mit viel Abstand zueinander und an der Seitenpforte nach der Feier hinaus – organisatorisch alles wunderbar geregelt. Den Rest regelt der Glaube...

Pfarrer Patrick Schnell leitete durch die Christmette an Heiligabend.

Christmette

Das Interesse an einer Christmette an Heiligabend war auch im Corona-Jahr groß. Gut 50 Gäste kamen am Abend in die Laurentiuskirche – die war damit sozusagen ausverkauft.

Die Corona-Maßnahmen schränkten nicht nur die Besucherzahl ein, auch das Programm war anders. Gemeinsames Singen war nicht drin, dafür spielten Ralf und Kathy Böcker mit Keyboard und Gesang mehrere Weihnachtslieder. Das Abendmahl brachte er den Gästen an den Platz.

Die Weihnachtsstimmung ging mit den ganzen Änderungen nicht verloren. In seiner Predigt blickte Schnell auf die Geburt Jesus und wie dieser kleine Knirps Hoffnung in einer schweren Zeit schenkt. Als dann zum Abschluss der Mette Maria Hartel passend zum Glockenläuten noch „Stille Nacht, Heilige Nacht“ sang, war die Einstimmung auf die beiden Weihnachtsfeiertage perfekt. In der jetzt dunklen Laurentiuskirche kamen die weihnachtlich geschmückten Tannenbäume richtig zur Geltung. Auf das Pläuschchen vor der Tür nach den Gottesdienst, wie sonst die Jahre, musste allerdings verzichtet werden. Dafür wünschten sich die Besucher bereits in der Kirche mit einem freundlichen Zunicken ein frohes Weihnachtsfest.

Ralf und Kathy Böcker von der neugegründeten Substanz-Partyband spielten ein paar Weihnachtslieder.

Die Hygieneregeln waren in der Christmette stets präsent, aber nicht straffer als sonst. „Wir haben diese strengen Regeln schon seit einem Dreiviertel-Jahr“, sagt Schnell mit Blick auf abgesperrte Reihen, Kontaktlisten und Co. An Weihnachten wurde noch ein weiterer Ausgang eingerichtet, damit sich alles noch mehr entzerren konnte. Eine Familie bzw. ein Haushalt hatte immer eine Reihe für sich. Zwischen den Reihen wurde immer eine freigehalten.

Am späten Heiligabend um 23 Uhr gab es in St. Laurentius eine weitere Christmette. Auch am ersten und zweiten Weihnachtstag hat die katholische Kirche noch Gottesdienste angeboten. Seit dem 27. Dezember bis voraussichtlich noch zum 10. Januar 2021 finden – wie auch in der evangelischen Kirche – keine Veranstaltungen statt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare